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Small Talk / Re: Was hilft (euch), um Reha/Physio-Übungen zu Hause konsequent durchzuziehen?
« Letzter Beitrag von Thestrongone am 29. September 2026, 13:53:19 »@Thestrongone, du kämpfst mit deinem inneren Schweinehund. Diese Kämpfe kennt wohl jeder und so manch einer verliert sie. Grundsätzlich unterliegen wir Menschen einem Lust- und Unlust-Prinzip. Ein zentraler psychologischer Regulierungsmechanismus, der unser Erleben, unsere Motivation und unser Handeln bestimmt. Und meistens scheuen wir Anstrengungen jedweder Art, obwohl wir uns doch ganz anders sehen möchten. Sich das klarzumachen ist der erste Schritt.
Der zweite ist, Selbstkritik und Selbststeuerung zu erkennen, damit man beides in den Griff kriegt. Der wichtigste psychologische Gewinn liegt nicht darin, jeden Tag perfekt diszipliniert zu sein, sondern um die Erfahrung der Selbstwirksamkeit. Also nicht, "Ich bin jemand, der sich ständig überwinden muss.", sondern, "Wenn etwas wichtig ist, kann ich trotz Widerstand handeln." Das ist wesentlich stabiler als reine Motivation, die man sowieso nicht immer hat. Auch das Diskutieren mit sich selbst, bringt einem nichts. Hier hilft nur sofortiges Handeln, sprich aufstehen und eine Handlung vollziehen; sich z.B. die Laufschuhe anziehen. Damit ist dann der erste Schritt gemacht. Der zweite Schritt zur Handlung kommt dann schon fast automatisch. Du schaffst Struktur statt Stimmung und fokussierst Verhalten vor Emotion.
Durch das Anziehen der Schuhe wird die Handlungsschwelle drastisch reduziert.
Kleine Handlung ➡️ Erfolgserlebnis ➡️ Aktivierung ➡️ weitere Handlung ➡️ Motivation
Hier spricht man vom Behavioral Activation-Prinzip, einer Verhaltensaktivierung.
Danke für deine aufbauenden Worte, die helfen mir sehr weiter. Ich habe da auch schonmal mit meinem Sohn darüber gesprochen, in einem anderen Kontext halt, weil es ging bei ihm ums Lernen, da hab ich ihm gesagt, dass die Motivation nicht direkt am Anfang da ist sondern da auch Disziplin dazugehört, und das er ja nicht ejden tag 3 stunden durchlernen muss sondern auch eine halbe Stunde besse rist als gar nichts. Da fällts mir jetzt auf, dass ich das Prinzip ja bei mir genauso anwenden kann, so wie du sagst. Man muss es schrittweise angehen. Und ja, mein Schweinehund meldet sich leider ziemlich oft und ich bin dann in einem Kreislauf festgefahren, schaffe es vielleicht paar Tage anders zu machn und dann gehts wieder von vorne los. Aber anders zu denken könnte mir wirklich von Nutzen sein, also quasi mir nicht selber einzureden, dass ich halt einfach so bin und mich ständig überwinden muss. Und ich sollte einfach mit mir selber lieber umgehen, ich versuche ja eh mein Bestes.
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