Letztes Update!
So, es ist geschafft, ich habe das Musterexemplar meines Taschenbuches von Amazon erhalten.
Für die 606 Seiten habe ich 11,- EUR gezahlt.
Auf dem Cover ist ein breiter Balken:
Nicht zum Wiederverkauf bestimmt.Aus meiner Vinyl-Zeit, als ich Maxi Singles sammelte und weltweit Kontakte hatte, weiß ich, dass gerade diese Dinger Unsummen bringen. Mit so einer Single von den Beatles könnte man ein lecker Haus bauen, also von der Kohle dafür. Und natürlich vorausgesetzt, man ist berühmt - was ich ja mit meinem dritten Buch werde. Von daher schenke ich das Exemplar meinem Doc, der tatsächlich nach einem Exemplar gefragt hat - er weiß halt, was Diplomatie ist ;-)
Die Qualität des Buches ist akzeptabel. Ich war heute in einer Buchhandlung und hab mir dort ein paar aktuelle Bestseller angeschaut, und mich würde es nicht wundern, wenn die aus derselben Druckerei kämen.
Die Umschlaggestaltung ist eine Schulnote 2+. Man bekommt ja von Amazon eine Vorlage für Photoshop, und die ist schon sehr exakt. Da muss man nicht viel für können, da reichen wirklich die absoluten Basics, die man sich in einer Woche beigebracht hat. Von daher verstehe ich wirklich nicht, wieso so viele Selfpublisher ihr Werk mit so einem 08/15-Dreck zieren.
Eine andere Hausnummer ist der Satz, und der ist Schulnote 4. Das schiebe ich aber nicht auf Amazon, sondern auf LibreOffice.
Man reicht die PDF bei Amazon ein und Amazon sucht nach Fehlern, die man dann ausbessern muss. Bei 606 Seiten ist das Ausbessern nicht ›mal eben‹ gemacht, weshalb ich irgendwann einfach zu LibreOffice griff, dort alle Daten eingab, den Text einkopierte, alle Kapitel zurechtschob und gut ist. Allerdings habe ich schon auf Seitenumbruch, Hurenkinder und Schusterjungen geachtet, jedoch vergebens. Man zB hat auf Seite 31 ganz unten die Überschrift und auf Seite 32 fängt dann das Kapitel an, also völlig an ›Seitenumbruch‹ vorbei. Auch der Zeilenabstand ist viel zu groß, obwohl ich bei LO nur 1 eingab, der aber normalerweise 1.3 ist.
Meine zweiten ›Fingerübungen‹ TryOutDive werde ich mal mit Affinity setzen, und ich bin mir sicher, dass diese Fehler damit nicht auftreten. Mit LibreOffice zu setzen, ist also nicht wirklich empfehlenswert. Profis raten aber auch von MS-Word ab.
Hier eine Seite, die das schön erklärt, auch mit tollen Beispielen:
https://die-buchprofis.com/warum-word-kein-satzprogramm-ist/Sich ›mal eben‹ in Affinity, Adobe oder Scribus einarbeiten, kann man vergessen, vor allen wenn man da kein Bock drauf hat.
Wenn man Wert auf Professionalität legt, gibt es also nur den Weg zum Profi.
Da allerdings Augen auf, denn es gibt wirklich jede Menge Pfuscher beim Thema Buch.
Zu guter Letzt habe ich das Buch aus allen Katalogen gelöscht, denn der Inhalt ist ja nun wirklich sehr heikel, und ich will mich nun zu 101% auf Buch 3 konzentrieren und nicht auf eventuelle Hausbesuche morgens um 0400.
Den Button ›Buch löschen‹ gibt es leider nirgends. Bei Amazon muss man erst die ›Verbindung‹ löschen und dann das E-Book.
Bei Google artet das Ganze schon in Arbeit aus. Ich kann jetzt gar nicht mehr sagen, was ich da alles machen musste, weil es so viel und, vor allem, nervig war. Letzten Endes habe ich es endlich geschafft.
Bei Apple habe ich den Support gefragt, weil es noch unübersichtlicher als Google war, der auch ein paar Stunden später SEHR genau erklärt hat, wie das vonstattengeht: Es gibt eine Liste mit den Ländern in denen das Buch verkauft wird. Dort muss man halt in jedem Land ankreuzen, dass es dort nicht erscheinen soll - kann man aber mit ›Alle auswählen‹ vereinfachen, statt sich durch zig Länder zu arbeiten.
Wirklich spooky war dann die Antwort von Apple, in Form eines Fragebogens, wie zufrieden man mit dem Support war.
Da wurde nicht gefragt ›Waren Sie zufrieden? Ja? Nein?‹ wie das bei allen anderen Fragebögen so ist, nein, da wurde ich gefragt, ob mir der Supporter ein individuelles Gefühl beschert hat, so zumindest der Tenor. Ich hätte die Fragen echt kopieren sollen, ich Dummbatz. Man kam ganz nahe, legte den Arm um mich, und führte mich durch die Welt von Apple. Anschließend nahmen wir uns alle an die Hand und tanzten im Kreis. Sorry, aber dieser Fragebogen hatte echt etwas Sektenmäßiges. Einfach mal ›The Circle‹ von Dave Eggers lesen, oder den Film mit Tom Hanks sehen, denn das ist eine 1:1 Kopie von Apple. Heidewitzka...
So, das wars für mich. Weiterhin viel Erfolg!