Tipp: Bruckners Te Deum.
Ich habe nun mal mit den Sinfonien angefangen - bislang die ersten vier. Es geht weiter. Etwas ungünstig ist, dass mir hier kein richtiger Verstärker mit adäquaten Lautsprechern zur Verfügung steht; meine Frau meint, es sei riskant, hier jeweils ein halbes Jahr lang etwas im Haus alleine zu lassen, das Einbrecher anlocken könne. Also höre ich Musik über Kopfhörer.
Handwerklich sind Bruckners Sinfonien natürlich erstklassig, die Kompositionstechnik ist perferkt und die Instrumentation beherrscht er vollkommen, wenngleich er vielleicht ein wenig zu viel Gebrauch von letzterer macht.
Was mir fehlt, ist die emotionale Seite. Wenn ich meinen Schmerz ausleben will, höre ich Streichquartette und wenn ich es tiefsinnig brauche, Klaviersonaten. Sinfonien höre ich immer für die gute Stimmung. Da genieße ich dann den frohen Start ins Wochenende, den Beethovens 8. darstellt, den herrlichen Kärntner Sommertag mit der 2. von Brahms oder die geradezu besoffene Freude des Finalsatzes der großen C-Dur-Sinfonie von Schubert.
So was hat der Bruckner nicht. Er scheint nur zwei Tempi zu kennen - Allegro maestoso und Andante - und nur drei Vortragsbezeichnungen, nämlich ff, fff und ffff. Natürlich steht in den Partituren noch mehr, dass ist jetzt mein eigener Höreindruck.
Es geht also nicht bislang nicht so recht an mich heran. Mal sehen, was die übrigen vier Sinfonien bringen, dann kommt das Te Deum dran, oder ich schaue erst ein Mal nach Kammermusik.
P.S. Als Jogginghilfe für einen alten Sack sind die Sinfonien etwas zu lang
