Autor Thema: Weird Scenes Inside a Law Firm  (Gelesen 112771 mal)

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Offline phoenix

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #1755 am: 27. August 2017, 22:12:55 »
Auf die Antwort bin ich auch mal gespannt.
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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #1756 am: 28. August 2017, 09:04:05 »
Ihr glaubt nicht wirklich, daß die mir freiwillig eine Antwort geben werden.  ;)
"I came to a point where I needed solitude and just stop the machine of thinking and enjoying what they call living, I just wanted to lie in the grass and look at the clouds."

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #1757 am: 29. August 2017, 11:54:13 »
Sozialgericht.

Hinter mir eine feixende Schulklasse.

Neben mir ein angetrunkener Mandant mit einer ordentlichen Fahne.

Vor mir auf dem Tisch eine schlampig geführte Handakte, aus der sich fast nichts entnehmen läßt.

Der Sachverhalt stank nach Betrug zu Lasten des Jobcenters.

Trotzdem gewonnen. Das ist wahre Anwaltskunst.  :evil

(Ich war nur Terminsvertreter für den Bürokollegen, der mich gebeten hat, mir an seiner Statt die Pappnase aufzusetzen. Daß es so schlimm werden würde, hatte ich allerdings nicht gedacht.)
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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #1758 am: 29. August 2017, 12:13:23 »
Kanakspräck:

In dem Rechtsstreit

X ./. Y

wird Ihnen Mittgeteilt, dass Eingang der letzten Rate der Prozeßkostenhilfe, dass Verfahren auch Kostenrechtlich abgeschlossen ist.


Wörtlich - was sage ich: Buchstabengetreu einschließlich Groß- und Kleinschreibung - in meiner heutigen Post vorgefunden. Armes Landgericht D., wenn die Sprachkenntnisse der Rechtspfleger, die so was verfassen und der Schreibkräfte, die derlei Verfügungen widerspruchslos buchstabengetreu abschreiben, so was hervorbringen.

Soll ich das jetzt kommentarlos an den Mandanten weiterleiten? Oder lieber gleich eine Übersetzung mitliefern, was der Rechtspfleger gemeint haben könnte.

Ich bin gespannt, wann ich das erste Urteil in ähnlicher Sprachqualität zu lesen bekomme.  :evil
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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #1759 am: 29. August 2017, 12:58:07 »
 ;D  ;D  Es ist an der Zeit, dass wir "neue Fremdsprachen" lernen,...   ;)

LG v. Druiden    :musik

Offline Araxes

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #1760 am: 29. August 2017, 13:09:16 »
Ich bin gespannt, wann ich das erste Urteil in ähnlicher Sprachqualität zu lesen bekomme.  :evil

Wann kommen die Nullerjahrgänge von der Uni?

Offline Yossarian

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #1761 am: 29. August 2017, 14:07:52 »
Wann kommen die Nullerjahrgänge von der Uni?

Bald. Ich poste dann hier den ersten Urteilstext.  8)
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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #1762 am: 31. August 2017, 14:17:32 »
Sehr geehrte Damen und Herren,

in obiger Sache ging mir am 31.07.2017 Ihre Rechnung vom 25.07.2017 zu, in der gleich zwei mal die Pauschale für die Versendung von Akten auf Antrag (Nr. 9003 des Kostenverzeichnisses zum GKG) in Rechnung gestellt wurde.

Noch am selben Tag bat ich um Aufklärung der doppelten Berechnung.

Mit Schreiben vom 22.08.2017 – mehr als drei Wochen später! – teilen Sie mir mit, meine „Eingabe“ weitergeleitet zu haben, um mir zwei Tage darauf mit Datum vom 24.08.2017 eine Mahnung über den ungeklärten Betrag zuzüglich € 5,-- Mahngebühr zuzusenden.

Ich habe den Betrag von € 29,-- angewiesen, bin aber doch einigermaßen verwundert über das dortige Vorgehen. Sie hätten reichlich Zeit gehabt, die Angelegenheit kurz telefonisch mit der zuständigen Sachabteilung abzuklären. Stattdessen geschah über drei Wochen lang gar nichts mit der Folge, daß nun noch Mahngebühren angefordert wurden.

Ich bitte Sie, mein starkes Befremden zur Kenntnis zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen
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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #1763 am: 05. September 2017, 09:40:26 »
Ein wirkliches Ärgernis sind die Abwicklungen von Verkehrsunfällen geworden. Haftpflichtversicherer zerpflücken vorgelegte Gutachten und Kostenvoranschläge und hauen einem "Vergleichsberechnungen" um um die Ohren, die ungefähr so verständlich und nachvollziehbar sind wie das Voynich-Manuskript.

Dahinter steckt, daß man eigentlich in jedem Fall gegen den Versicherer Klagen müßte, was viele Geschädigte einfach scheuen.

In dem Blog eines verzweifelten Kollegen der erneut erfolglos versuchte, die "Nachbegutachtung" der gegnerischen Versicherung zu verstehen, fand sich folgender Kommentar:

"Das ist Versicherungsmathematik, basierend auf der Sterbetafel sowie des durchschnittlichen Wasserstandes von Hunte, Fuhse und Wümme, unter Anwendung des Korrekturfaktors für Hämorrhoidensalbe. Die Letztere hilft den Versicherungssachbearbeitern beim Aussitzen…"

So einfach ist das, und der Kollege und ich sind jetzt schlauer.  8)
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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #1764 am: 12. September 2017, 12:26:06 »
Wenn einer in einem Ort namens Schiefbahn zur Welt gekommen ist und dann auf die schiefe Bahn gerät, kann einen das nicht wirklich wundern. 19 Vorstrafen sprechen für sich.
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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #1765 am: 15. September 2017, 22:24:52 »
Irgendwer merkte hier in dem Thread vor einiger Zeit zutreffend an, das beA (besonderes elektronisches Anwaltspostfach) sei so etwas wie der BER der Anwaltschaft.

Nachdem ich heute eine Fortbildung dazu besucht habe, kann ich vermelden, daß das beA noch viel schlimmer ist.

Auf dem BER findet kein Flugbetrieb statt, bis er fertiggestellt ist. Die Benutzung eines besonderen elektronischen Anwaltspostfach jedoch ist ab 01.01.2018 verbindlich, obwohl da auch fast noch nichts funktioniert.

Das ist so, als würde man Piloten zwingen, auf eigene Gefahr und Haftung heute schon auf dem BER zu starten und zu landen und sie für jeden Unfall, den sie auf der Baustelle mit ihren Flugzeugen haben, persönlich haftbar machen.

Ich sollte zum 1.1.18 auf Schiffschaukelbremser umschulen.  :kotz
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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #1766 am: 21. September 2017, 11:01:26 »
Ich hasse Mandanten, die ihren Termin zwei Minuten vorher telefonisch absagen, obwohl sie schon den ganzen Tag krank sind.  :P
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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #1767 am: 16. Oktober 2017, 11:55:26 »
Der Direktor eines Amtsgerichts im Taunus heißt Gäfgen. Muß ich mir Sorgen machen?  :evil
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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #1768 am: 18. Oktober 2017, 12:21:34 »
In einer Arbeitsgerichtssache, die ich wahrscheinlich leider verlieren werde, klagt die ansonsten recht burschikose und resolute Richterin, daß sie sich zum ersten mal unwohl fühle angesichts fehlender Zugangskotrolle und Justizwachtmeistern als Sitzungspolizei.

Sie mußte sich vor ein paar Tagen von einer äußerst aggressiv auftretenden Klägerin u.a. als "Nazihure" beschimpfen lassen.

Das "Verbrechen" des verklagten Arbeitgebers: Er verlangte von der Klägerin, daß sie während der Arbeitszeit arbeitet. Die Klägerin hingegen meinte, der Arbeitgeber müsse ihr während der Arbeitszeit gestatten, die Arbeit Arbeit sein zu lassen, damit sie den Koran studieren könne.

Das "Verbrechen" der Richterin war, durchblicken zu lassen, daß der Arbeitgeber mit seiner Auffassung da nicht ganz falsch liege...
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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #1769 am: 18. Oktober 2017, 18:06:42 »




Immerhin gab´s heute vor dem Gerichtsgebäude noch einen netten Bekloppten, der gegen die Ungerechtigkeit der Welt im Allgemeinen und ihm gegenüber im Besonderen demonstrierte.

Vor -zig Jahren hat mal ein Exmandant vor dem Arbeitsgericht Frankfurt/M. Flugblätter verteilt, in denen er gegen die üblen Machenschaften seines Exanwalts M. (moi) und des Vorsitzenden Richters am Landesarbeitsgericht F. demonstrierte. Angeblich steckten wir - der Richter und ich - in mafiösen Strukturen unter einer Decke und hatten uns gegen ihn verschworen.

Vive la Meinungsfreiheit.  ;D
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