Autor Thema: Was mir wegen Corona auf den Keks geht  (Gelesen 40962 mal)

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Offline simplemachine

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #375 am: 06. Mai 2020, 17:46:33 »
Nervig finde ich diese ganze "Helden des Alltags" - Nummer. Warum sollen der Müllmann oder Busfahrer oder die Supermarktangestellten etc. plötzliche Helden sein, die machen den Job, den sie zumeist vorher schon nicht übermäßig mochten weiter, weil da eben kein home-office geht und sie nicht arbeitslos sein wollen. Klar in den medizinischen und pflegerischen Berufen herrschen besondere Risikolagen, aber das gehört zu einer derartigen Berufswahl auch dazu, so wie beim Feuerwehrmann das Feuer. Da malen plötzlich welche mit Kreide Herzen vor Supermärkten und schreiben "danke liebes Supermarktpersonal" und das sind dieselben, die sonst im Markt und an der Kasse immer nur rummotzen, wenns nicht 100 % nach Wunsch läuft. Kommt mir alles ziemlich scheinheilig vor.

 

Offline maxim

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #376 am: 06. Mai 2020, 19:15:18 »
Nach 9/11 wurden tagelang Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr beklatscht. Das ist jetzt ein schwacher Abklatsch davon.
In der Krise braucht es die kleinen Gesten, um die Moral zu stärken. Vielleicht wird sich der Busfahrer deswegen morgen nicht krank melden.
wer für alles offen ist, ist nicht mehr ganz dicht

Offline simplemachine

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #377 am: 06. Mai 2020, 23:07:16 »
Naja, schön, das ist dann das, was am anderen Ende vllt. ankommt. Aber die Absender dieser Botschaften sind dieselben, die eigentlich auf diese Berufsgruppen immer eher runtergeguckt haben und es nach Rückkehr zur Normalität auch wieder tun werden. Von daher, ich wiederhole mich, kommt mir das scheinheilig vor. 

Offline Araxes

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #378 am: 07. Mai 2020, 00:10:04 »
Da haben wir aber Glück, dass nicht du bestimmst, wer blöd ist.

Klar, bestimmen tut das Gott, feststellen tu ich das dann.

Offline DieFrau

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #379 am: 07. Mai 2020, 00:16:11 »
Klar, bestimmen tut das Gott, feststellen tu ich das dann.

 ;D ;D ;D

Und das kannst du so gut  ;)
Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Geist ein treuer Diener.
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Offline Nikibo

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #380 am: 07. Mai 2020, 00:44:12 »
Sich zu bedanken macht die Welt für den Moment ein wenig  freundlicher., daran kann ich nichts Schlechtes finden. Dass die Herzchenmaler nun dieselben sein sollen, die sonst eher muffelig und motzbereit durchs Leben latschen, glaube ich ebenfalls nicht. Unfreundlichkeit, Ungeduld, Leichenbittermiene, das ändert sich so schnell nicht, vertieft sich vermutlich noch durch die Corona-Einschränkungen.

Als Privatmensch finde ich das Bedanken eine nette Geste, es muss ja nicht gleich die Herzensmalerei sein. Von staatlicher Seite aus reicht mir ein Danke nicht. Wie beim Pflegepersonal sollten die Einkommen und Arbeitsbedingungen einiger Berufe überdacht werden. Bleibt es nur beim "Danke" würde ich hier eher von Scheinheiligkeit sprechen. 
Hat mal einer die Telefonnummer von Schneewittchens Stiefmutter? Ich brauche dringend ein paar Äpfel!

Offline maxim

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #381 am: 07. Mai 2020, 03:09:02 »
Klar, bestimmen tut das Gott, feststellen tu ich das dann.
Ihr beide seid ja ein tolles Team.
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Offline Miss_Moneypenny

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #382 am: 07. Mai 2020, 07:13:24 »
Nervig finde ich diese ganze "Helden des Alltags" - Nummer. Warum sollen der Müllmann oder Busfahrer oder die Supermarktangestellten etc. plötzliche Helden sein, die machen den Job, den sie zumeist vorher schon nicht übermäßig mochten weiter, weil da eben kein home-office geht und sie nicht arbeitslos sein wollen. Klar in den medizinischen und pflegerischen Berufen herrschen besondere Risikolagen, aber das gehört zu einer derartigen Berufswahl auch dazu, so wie beim Feuerwehrmann das Feuer. Da malen plötzlich welche mit Kreide Herzen vor Supermärkten und schreiben "danke liebes Supermarktpersonal" und das sind dieselben, die sonst im Markt und an der Kasse immer nur rummotzen, wenns nicht 100 % nach Wunsch läuft. Kommt mir alles ziemlich scheinheilig vor.

 

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Offline DieFrau

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #383 am: 07. Mai 2020, 07:58:23 »
Ob die Herzchen Maler vor Corona rumgemotzt haben weiß doch keiner.
Die individuelle Einschätzung der Situation ist entscheidend. Je gefährlicher, umso "heldenhafter" erscheinen manchen die Einsätze.

Ich habe keine Herzchen gemalt, war aber während der letzten Wochen dankbar, dass der Bäcker, der Arzt, der Bauer,.... die Versorgung aufrechterhalten haben und habe mich bei den immer bedankt. Überhaupt geht uns im Vergleich zu anderen Ländern und Krisenzeiten sooo gut. Dahinter stecken keine Helden, sondern Leute, die ihren Job gut machen und es ist gar nicht verkehrt hin und wieder mal Danke zu sagen.
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Offline Yossarian

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #384 am: 07. Mai 2020, 09:08:19 »
Kommt mir alles ziemlich scheinheilig vor.

Vieles davon ist scheinheilig, und die Dienstleister werden von den üblichen Verdächtigen später, wenn alles rum ist, wieder genauso wie Dreck behandelt werden, wie vorher. Es gibt aber auch viel echte Dankbarkeit.
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Offline Miss_Moneypenny

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #385 am: 07. Mai 2020, 09:13:17 »
Dahinter stecken keine Helden, sondern Leute, die ihren Job gut machen und es ist gar nicht verkehrt hin und wieder mal Danke zu sagen.

Las das "gut" weg, das können wir als Aussenstehende ja nicht beurteilen. Sie machen ihren Job, dafür werden sie bezahlt und fertig!

Offline DieFrau

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #386 am: 07. Mai 2020, 09:27:40 »
Las das "gut" weg, das können wir als Aussenstehende ja nicht beurteilen. Sie machen ihren Job, dafür werden sie bezahlt und fertig!

Kann ich leider nicht weglassen. Fehlleistung an einer Stelle der Leistungskette macht sich am Endergebnis bemerkbar. Wenn überhaupt zum Endergebnis kommt. Mit "gut" ist kein Perfektion gemeint.
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Offline Nikibo

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #387 am: 07. Mai 2020, 09:37:06 »
Las das "gut" weg, das können wir als Aussenstehende ja nicht beurteilen.

In vielen Fällen kann man es schon beurteilen, ob der Mitarbeiter seinen Job gut macht oder den Aufgaben eher gelangweilt und/oder gleichgültig gegenübersteht. Im letzteren Fall bewirkt Freundlichkeit oder ein einfaches Danke manchmal schon ein Wunder.

Sie machen ihren Job, dafür werden sie bezahlt und fertig!
Mit Motivation hast Du offensichtlich nix an der Mütze.

Noch nie habe ich einen Laden verlassen ohne mich zu bedanken und einen schönen Tag zu wünschen, nicht mal dann, wenn die Bedienung nicht sonderlich interessiert war. Auch bei den Menschen, die für mich arbeiten oder mir in irgendeiner Form helfen, bedanke ich mich.


Das gilt auch für die Putzfrauen im Krankenhaus, für die Pfleger und Schwestern, die, neben dem üblichen Beitrag für die Gemeinschaftskasse, von mir für Sonderleistungen oder auch einfach mal so immer etwas Süßes oder andere Kleinigkeiten zugesteckt bekommen. Zudem versuche ich, nicht sonderlich zur Last zu fallen, in dem ich Dinge, die ich selber regeln kann (Tablett rausbringen etc.) auch selber erledige. Schon oft konnte ich feststellen, dass selbst die bekannt muffeligste Person mir gegenüber nach einiger Zeit auftaute und der Umgang wohltuend nett wurde. Freundlichkeit, ein nettes Wort zur rechten Zeit bringt also schon was. Auch für die eigenen Laune.

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Offline Miss_Moneypenny

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #388 am: 07. Mai 2020, 09:54:09 »
In vielen Fällen kann man es schon beurteilen, ob der Mitarbeiter seinen Job gut macht oder den Aufgaben eher gelangweilt und/oder gleichgültig gegenübersteht. Im letzteren Fall bewirkt Freundlichkeit oder ein einfaches Danke manchmal schon ein Wunder.
Mit Motivation hast Du offensichtlich nix an der Mütze.

Noch nie habe ich einen Laden verlassen ohne mich zu bedanken und einen schönen Tag zu wünschen, nicht mal dann, wenn die Bedienung nicht sonderlich interessiert war. Auch bei den Menschen, die für mich arbeiten oder mir in irgendeiner Form helfen, bedanke ich mich.


Das gilt auch für die Putzfrauen im Krankenhaus, für die Pfleger und Schwestern, die, neben dem üblichen Beitrag für die Gemeinschaftskasse, von mir für Sonderleistungen oder auch einfach mal so immer etwas Süßes oder andere Kleinigkeiten zugesteckt bekommen. Zudem versuche ich, nicht sonderlich zur Last zu fallen, in dem ich Dinge, die ich selber regeln kann (Tablett rausbringen etc.) auch selber erledige. Schon oft konnte ich feststellen, dass selbst die bekannt muffeligste Person mir gegenüber nach einiger Zeit auftaute und der Umgang wohltuend nett wurde. Freundlichkeit, ein nettes Wort zur rechten Zeit bringt also schon was. Auch für die eigenen Laune.

Das mache ich auch, ich bedanke mich sogar beim Arzt für eine Spritze!  :) Das heißt aber noch lange nicht, dass ich jeden, der seine Arbeit macht, als "Helden" bezeichne.

Ich habe früher selbst in einem Beruf gearbeitet, der heute zu den "Helden"berufen zählt und es war mit immer peinlich, wenn mich jemand gelobt hat. Ich antwortete dann immer, dass ich lediglich meine Arbeit mache.

Offline Nikibo

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #389 am: 07. Mai 2020, 10:24:09 »
Das mache ich auch, ich bedanke mich sogar beim Arzt für eine Spritze!  :)
Guck mal, das kam bei mir gar nicht so rüber. Find ich gut.

Das heißt aber noch lange nicht, dass ich jeden, der seine Arbeit macht, als "Helden" bezeichne.
Nein, Helden sind es für mich auch nicht.
Aber Menschen, die durch Corona in ihrem Job ein erhöhtes Risiko haben, selber zu erkranken, denen bin ich schon sehr dankbar.

Manches, was ich erlebt habe, finde ich aber schon heldenhaft, wenn auch nicht im üblichen Sinn. Da war die Patientin, gut bei Fuß, die auf ihrem Bett saß und die Schwester anklingelte mit der Bitte, ihr die nicht ohne Aufstehen zu erreichende Zuleitung vom Handy auszustöpseln. Dass diese Schwester freundlich blieb und die Patientin das Krankenhaus lebend verlassen konnte, finde ich geradezu heldenhaft. Bei mir würden da Leichen meinen Weg pflastern.

Ich habe früher selbst in einem Beruf gearbeitet, der heute zu den "Helden"berufen zählt und es war mit immer peinlich, wenn mich jemand gelobt hat. Ich antwortete dann immer, dass ich lediglich meine Arbeit mache.
Lob zuzulassen und einstecken zu können fiel auch mir nicht immer leicht. Wie Du habe ich ähnlich geantwortet oder meine gute Arbeit selber herabgesetzt. Eine anerzogene Macke, zu der Ansicht bin ich mittlerweile gelangt.
« Letzte Änderung: 07. Mai 2020, 10:27:14 von Nikibo »
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