Autor Thema: Laos  (Gelesen 155 mal)

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Offline Conte

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Laos
« am: 19. Januar 2026, 17:01:19 »
141 Flusskilometer von Huayxay bis Pakbaeng


















Hier wird Gold gewaschen.















165 Flusskilometer von Pakbaeng bis Luang Prabang










Diese Bootstouren sind nach europäischen Gesichtpunkten "etwas" unvorsichtig. Hölzern Boote, ca 40m lang und 6m breit, der Motor mit ca 45.000 Betriebsstunden. Wie reißend der Mekong ziwschen diesen gewaltigen Stromschnellen ist, kann man den Bildern garnicht ansehen.
Der Wasserstand ändert sich von Tag zu Tag, und damit auch, welche Felsen über Wasser zu sehen sind, und welche nicht.
Dieser Mann uns seine Kollegen haben jedenfalls meine allerhöchste Hochachtung. Das ist wirkliches Können. Allerdings habe ich keine Vorstellung davon, was er macht, wenn der Motor stehen bleibt. Anker werfen kann er nicht. Wenn der Fluss mehr Wasser führt als der Rhein, und so breit wir die Nahe, dann ist er nicht nur rasend schnell, sondern auch gruselig tief. Oft war über dutzende Kilometer keine Straße in der Nähe.

Wenn man winkt, legt das Boot an, und man kann zusteigen.










Von Luang Prabang gibt es Eisenbahnanschluss nach Mainz über Borten, Kunming, Beijing, Harbin, Novosibirsk, Moskau, Wraschau, Berlin und Frankfurt.
« Letzte Änderung: 19. Januar 2026, 17:05:52 von Conte »

Offline Yossarian

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Re: Laos
« Antwort #1 am: 19. Januar 2026, 21:00:09 »
Von Luang Prabang gibt es Eisenbahnanschluss nach Mainz über Borten, Kunming, Beijing, Harbin, Novosibirsk, Moskau, Wraschau, Berlin und Frankfurt.

Klappt aber nicht mit dem Deutschlandticket, oder?

Ich muß mir das alles mal ansehen.
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Re: Laos
« Antwort #2 am: 20. Januar 2026, 17:42:30 »
Zitat
Allerdings habe ich keine Vorstellung davon, was er macht, wenn der Motor stehen bleibt. Anker werfen kann er nicht. Wenn der Fluss mehr Wasser führt als der Rhein, und so breit wir die Nahe, dann ist er nicht nur rasend schnell, sondern auch gruselig tief. Oft war über dutzende Kilometer keine Straße in der Nähe.

Jede Seemeile ein Abenteuer.
Gibt es eigentlich so etwas wie Rettungswesten an Bord?
Denken ist wie Googeln, nur krasser.

Offline Conte

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Re: Laos
« Antwort #3 am: 21. Januar 2026, 11:32:57 »
Jede Seemeile ein Abenteuer.
[/]
Flusskilometer

Zitat
Gibt es eigentlich so etwas wie Rettungswesten an Bord?
Ich glaube, jemand hat gesagt, fünf.
Der Mekong hat bis dahin schon mehrere Hundert Kilometer durch tropisches Klima hinter sich. Das Wasser ist nicht sehr kalt.

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Re: Laos
« Antwort #4 am: 22. Januar 2026, 17:26:26 »
Der Mekong hat bis dahin schon mehrere Hundert Kilometer durch tropisches Klima hinter sich. Das Wasser ist nicht sehr kalt.

Bist du drin gewesen? Weil du sagst, es ist nicht sonderlich kalt und evtl. Bekanntschaft mit einigen Flusslebewesen gemacht?  Das Internet zählt ne Menge Tiere auf, die darin leben. Ist schon was anderes als der Rhein oder die Weser.

Wie lange dauerte eure Tour? Nur ein paar Stunden oder doch etwas länger.
Denken ist wie Googeln, nur krasser.

Offline Conte

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Re: Laos
« Antwort #5 am: Gestern um 12:11:21 »
Bist du drin gewesen? Weil du sagst, es ist nicht sonderlich kalt und evtl. Bekanntschaft mit einigen Flusslebewesen gemacht?  Das Internet zählt ne Menge Tiere auf, die darin leben. Ist schon was anderes als der Rhein oder die Weser.
Ich habe die Hand reingehalten. Zwischen diesen Strudeln und Stromschnellen dürfte es keinen großen Unterschied zwischen Oberflächen- und Tiefenwasser geben.
Von den Lebewesen kann man einige auf den Märkten in Laos bewundern. So große Fische dürften in der Weser in der Tat selten sein. Was gefährliches wie Krokodile gibt es wohl nicht mehr - die Tierwelt in Laos ist offenbar ohnehin ziemlich ruiniert.
Heute sind wir ein paar Stunden durch einen ziemlich dichten Wald gewandert (Bilder folgen), und haben kaum einen Piepvogel gehört. Das ist in Thailand ganz anders, wo sich auch am Flußufer alle dreihundert Meter eine Zweimeterechse sonnt.

Zitat
Wie lange dauerte eure Tour? Nur ein paar Stunden oder doch etwas länger.
Zwei Tage, jeweils ungefähr sieben Stunden aud dem Boot. Übernachtung in PakBaeng auf eigene Rechnung. Am zweiten Tag gin es etwas langsamer voran, weil wir wieder in besiedeltere Gegenden kamen, wo öfter Leute ein- und ausgestiegen sind.

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Re: Laos
« Antwort #6 am: Gestern um 16:57:35 »
Ich habe die Hand reingehalten. Zwischen diesen Strudeln und Stromschnellen dürfte es keinen großen Unterschied zwischen Oberflächen- und Tiefenwasser geben.
Von den Lebewesen kann man einige auf den Märkten in Laos bewundern. So große Fische dürften in der Weser in der Tat selten sein. Was gefährliches wie Krokodile gibt es wohl nicht mehr - die Tierwelt in Laos ist offenbar ohnehin ziemlich ruiniert.
Heute sind wir ein paar Stunden durch einen ziemlich dichten Wald gewandert (Bilder folgen), und haben kaum einen Piepvogel gehört. Das ist in Thailand ganz anders, wo sich auch am Flußufer alle dreihundert Meter eine Zweimeterechse sonnt.
Zwei Tage, jeweils ungefähr sieben Stunden aud dem Boot. Übernachtung in PakBaeng auf eigene Rechnung. Am zweiten Tag gin es etwas langsamer voran, weil wir wieder in besiedeltere Gegenden kamen, wo öfter Leute ein- und ausgestiegen sind.
Deine Bilder werde ich mir auf jeden Fall ansehen. Finde deinen Bericht äußerst spannend. Bist du mit deiner Frau dort zur Zeit? Meine würde das nicht mitmachen. Ihr fehlt das Reinliche... Hab schon mal überlegt, ob ich das nicht mit einigen meiner männlichen Freunde durchziehen sollte. Gespräch ist noch offen..
Denken ist wie Googeln, nur krasser.

Offline Conte

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Re: Laos
« Antwort #7 am: Heute um 10:08:43 »
Bist du mit deiner Frau dort zur Zeit? Meine würde das nicht mitmachen. Ihr fehlt das Reinliche...
Sicher ist sie dabei. Sie hat eine südostasiatische Auffassung von Reinlichkeit, die durchaus nicht zu unterschätzen ist. Ohne sie würde ich dort auch nicht so gut klarkommen. Die laotische Sprache ist der thailändischen so ähnlich, dass sie dort mit fast allen Leute zwanglos plaudern kann   ;)

Zitat
Hab schon mal überlegt, ob ich das nicht mit einigen meiner männlichen Freunde durchziehen sollte. Gespräch ist noch offen..
Bleib dran. Südostasien ist ein Universum. Manche Fragen könnte ich beantworten, wenn Du magst.

Offline Conte

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Re: Laos
« Antwort #8 am: Heute um 10:12:19 »
Ein überaus merkwürdiges Museum



Eigentlich erwarten wir von einem Museum, das es uns entweder eine Kunstsammlung zeigt um ihrer Schönheit willen und sie dann fachkundig erläutert, oder aber als ein hsitorisches Museum, uns die Geschichte einer Stadt, eines Region oder eines Landes erzählt. Das Nationalmuseum in in der Stadt Luang Prabang im schönen Norden Laos' tut freilich weder das eine noch das andere.
Auf den ersten Blick scheint es sich nur um den zur Besichtigung freigegebene Palast des letzten Königs von Laos und seiner Familie zu handeln. Die einzige Geschichte die hier erzählt wird, vermittelt durch die Räume fortfolgend aufgehängte naiv gezeichneter Bilder und Texttafeln, ist ein ungemein frommes buddhistisches Märchen von einem Prinzen, der alles weggegeben hat und am Ende dafür belohnt wurde (vom Buddha? vom Karma?), obwohl seine Eltern und seine Frau immer dagegen gewesen waren.
Aber schon die schlechte Beleuchtung der Räume schafft eine ganz eigenartige, unheimliche Atmosphäre, die nichts Gutes ahnen lässt. Wegen eines verhängten Photographierverbotes konnte ich das leider nicht dokumentieren. Die Räume - Empfangsaal, Thronsaal, Schlafzimmer der königlichen Familie - werden einfach so präsentiert, wie der König sie zuletzt zurückgelassen zu haben scheint, oberflächlich renoviert und  mit den dazugehörigen Möbeln und Repräsentationsgegenständen versehen. Irgendwelche Erläuterungen dazu gibt es kaum, nur die Herkunft der Objekte wird genannt. Wenn ich mir als Museumsbesucher einen Reim auf das Gesehene machen will, muss ich es selbst in mein mein Vorwissen einordnen und kann dieses dann mit der Kenntnis des Vorgefundenen erweitern. Anstatt Geschichtsdarstellung zu sein, wird das Museum so selbst zur Geschichtsquelle.
Und als solches gibt es Zeugnis zu einerüberaus bedrückenden Geschichte: Die Geschichte einer verzweifelten Monarchie, die sich gegen den unvermeidlichen und schnellen Untergang stemmte. Wir sehen hier, dass der König die Wände des Thronsaals in den sechziger Jahren mit einem aus sichtlich billigem Material hergestellten Glasmosaik hat bedecken lassen, die mit ihren Darstellungen laotischer Geschichte offensichtlich an sehr viel kunstfertigeren Wandmalereien der königlichen Tempel und Paläste anknüpfen sollen, dabei Grausamkeiten ganz bewusst nicht auslassen und zugleich ein rührend vergeblicher Versuch sind, mit Hilfe eines japanischen Künstlers an die dem Traditionellen abgewandte Weltkunst des 20. Jahrhunderts Anschluss zu finden.
Wie sehen große Möbel, Sänften und Elephantensättel, in überlieferter Form und Ausgestaltung und in königlichen Anspruch hergestellt, aber aus Holz grob geschnitzt und Goldbronze angestrichen wie Kulissen und Requisiten in europäischen Provinztheatern. Welch ein Gegensatz zu den Insignien, die Königin Sirikit als vorgebliche Arbeiten des traditionellen thailändischen Kunsthandwerkes aus kostbaren Metallen, Hölzern und Seidengeweben hat herstellen und in ihrem persönlichen Museum in der Nähe von Bang Pa In austellen lassen! Dort zeigt sich die thailändische Monarchie in unermesslichem Selbstbewusstsein als der Inbegriff einer Nation, hier hebt der Könogshof von Laos tapfer einen gichtigen Finger, damit man sehen möge, dass er auch noch da ist.
Es folgen Räume mit Geschenken, die das Königshaus von ausländischen Potentaten erhalten hat - bessere Reiseandenken. Aus Bangkok ein Bild eines goldenen Tempels, aus Frankreich als trotzige Erinnerung an die verlorene Kolonialherrschaft ein Säbel im napoleonischen Stil. Das bermerkenswerteste Stück ist sicher ein Bröckchen Mondgestein, das Richard Nixon 1973 hier gelassen hat, wohl eine Nebenerscheinung seiner Annäherung an die Volksrepublik China, bei der auch die kleinen Nachbarn nicht leer ausgehen sollten.
Den Abschluss bilden zwei Photographien. Die erste zeigt zwei junge laotische Tänzerinnen, die in züchtiger Hofkleidung mit zwei älteren Herren tanzen, deren einer der letzte König von Laos ist. Der andere ist Ho Chi Minh.
Das zweite Photo zeigt die letzte Königin. Sie sitzt in ganz unköniglicher Pose in ihrem Schlafzimmer auf der Bettkannte, nach der großbürgelichen Art Südostasiens gekleidet, und schaut mit weitgeöffneten Augen an der Kamera vorbei, als wurde sie einem unvorstellbaren Grauen entgegenschauen, an das sie noch nicht glauben und das sie dennoch schon sehen kann.
Die letzten Gerüchte über den Verbleib der königlichen Familie von Laos kamen einige Jahre später aus einem kommunistischen Umerziehungslager.

Offline Firster

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Re: Laos
« Antwort #9 am: Heute um 17:13:04 »
@Conte, was für eine Beschreibung des Museums. Es ist sehr Schade, dass du keine Fotos machen konntest. Die hätten mich schon interessiert.
Zitat
Die letzten Gerüchte über den Verbleib der königlichen Familie von Laos kamen einige Jahre später aus einem kommunistischen Umerziehungslager.
Klingt übel. Gibt es noch Überlebende aus der königlichen Familie? Vielleicht im Exil? In dem Land herrscht ja immer noch der kommunistische Kurs fort. Also schön artig bleiben, hörst du....  ;)

Aus deiner Antwort zur Begleitung gehe ich davon aus, dass deine Frau eine Thailänderin ist und du somit natürlich auch noch eine Dolmetscherin und Kennerin des Landes an deiner Seite hast. Das nenne ich mal ein Rundumpaket an Führungsqualitäten. Besser kann es nicht sein!
Wie lange habt ihr geplant in Laos zu verbringen und macht ihr noch einen Abstecher nach Thailand? Würde sich ja anbieten. So schnell kommt man da ja nun auch wieder nicht hin.
Frage mich sowieso, wie lang so eine Aufenthaltsdauer sein muss/sollte, damit man auch was sieht. 3 Wochen scheint mir kaum auszureichen. 6 Wochen wären wohl ideal.
Wenn du in DE zurück bist, schreib doch mal, was man so beachten muss, gerade als Nicht-Globetrotter. Wie lange man benötigt um dort anzukommen. Zwischenlandung mit Übernachtung nötig? Nach Australien ist das unumgänglich, sonst kommst du völlig KO dort an.
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