Autor Thema: Was mir wegen Corona auf den Keks geht  (Gelesen 39941 mal)

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Offline Araxes

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #1050 am: 18. November 2020, 20:05:00 »
Ich erlange von niemandem, sich "für mich" einzuschränken. Wie soll diese Einschränkung mir zuliebe denn überhaupt aussehen?

z.B. Fitnessstudios und Restaurants zu schließen. Kontaktverbote, auch im privaten Bereich. Alles, was beschlossen wurde. Das sind für die betroffenen mitunter harte Maßnahmen und existenzgefährdend. Man tut das hauptsächlich für die Risikogruppen und das sind nun mal vor allem die Alten. Die spüren davon aber selber am wenigsten. Die verlieren ihren Job nicht, die gehen nicht pleite, die bekommen 4% mehr Rente.

Offline Kulle

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #1051 am: 18. November 2020, 20:11:41 »
z.B. Fitnessstudios und Restaurants zu schließen. .....
Das aber die Spaß orientiere Jugend sich dort das Virus holt und dann Oma und Opa damit infiziert ist denen Egal. Hauptsache ich hab Spaß.

Offline Araxes

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #1052 am: 18. November 2020, 20:24:58 »
Und  weil es immer wieder aufflammt, wenn ein Teil nicht vernünftig und solidarisch mitarbeitet.

Das wird aber immer so sein.

Zitat
Es wird also mit sehr hoher Wahrscheinlichtkeit nicht der letzte Lock/Shutdown/Wellenbrecher bleiben.

Der "Wellenbrecher" ist ein Euphemismus. Das wird ein Dauerzustand.

Lockdowns können wir uns nicht beliebig lange leisten. Der aktuelle Lockdown ist mit 19 Mrd für die Wirtschaft veranschlagt. Für einen Monat. Es ist völlig klar, daß man das nicht lange durchhalten kann. Das sind irgendwann auch nicht nur die Kosten, sondern dauerhafte Schäden, die dann auch nicht mehr einfach so zu reparieren sind. Wenn die Lufthansa erst mal den Flugbetrieb einstellt, kriegt man sie nicht so schnell wieder. Dann gehen auch die Flughäfen, damit dann auch die Läden, Taxis, Servicebetriebe. Das frisst sich dann durch. Es läßt sich nicht alles so schnell wieder öffnen wie ein Restaurant, wenn sich ein neuer Betreiber findet. Der alte steckt noch in der Insolvenz und bekommt kein Kapital für einen neuen Versuch. Das gleiche gilt für Läden in Innenstadtlagen. Was da an Amazon verloren geht, kommt nicht wieder zurück.

Also braucht man einen besseren Plan.

Zitat
Existenzen können langfristig nur gerettet werden, wenn ausreichend viele Leute so mitarbeiten, dass es irgendwie mehr oder weniger " weiter funktioniert".

Wir müssen es als Lebensrisiko akzeptieren wie andere Krankheiten auch und mit der Meinung habe ich auch Virologen an meiner Seite. Es gibt keinen absoluten Schutz und man kann den Versuch nicht beliebig weit treiben.

Man kann dem Virus natürlich alles opfern, aber wenn Menschenleben das Kriterium sind, sollte man vielleicht erst mal Alkohol, Zigaretten und Zucker verbieten. Tut man nicht. Warum? Warum sind da die Toten egal? Weil wir es akzeptieren und es nichts neues ist, was sich in täglichen Updates verfolge läßt. ich erwarte wenigstens, daß man konsistent ist. Mir würden noch mehr Dinge einfallen, die man dann verbieten sollte. Wir kriegen doch nicht mal ein Tempolimit hin. Wir akzeptieren die Verkehrstoten.

Zitat
Nachtrag: Nur zur Info, dieser Drecksvirus betrifft letztendlich unser aller Existenzen, nicht nur die mit "Eigenkapital".

Man kann das nicht gegeneinander ausspielen. Für jemanden, der mit seinem Fitnesstudio pleitegeht, war das die Existenz. Und nein, es betrifft nicht "unser aller Existenzen". Es betrifft die Leute derzeit sehr ungleich und viele gar nicht. Wenn jemand 30 ist und sein Studium beendet hat, ist eine Rezession mit -10% eine weit größere existenzielle Bedrohung als eine Covid-Infektion.
« Letzte Änderung: 18. November 2020, 20:47:23 von Araxes »

Offline Araxes

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #1053 am: 18. November 2020, 20:38:55 »
Das ist Blödsinn, Araxes, dass es nur um die Alten geht bei schweren Corona-Verläufen, den kann man auch bei Jüngeren oder Menschen ohne Vorerkrankung beobachten. Zugegeben, etwas seltener - aber dennoch auch da.

Nicht etwas seltener, sondern viel seltener und bei Kindern quasi gar nicht.

Zitat
Einen nötigen Lockdown verhindert man nicht, in dem man die Alten wegsperrt. Schwere Verläufe trifft man nicht nur bei den Jungen und Gesunden, sondern etwas häufiger bei Vorerkrankten (alle Altersgruppen).

Die schweren Fälle bei Jüngeren rechtfertigen das alles nicht. Das sind so wenige. Wenn das ein Kriterium wäre, warum dann nicht auch bei der Grippe? Da gibt's auch seltene schwere Verläufe bei Jüngeren.

Der Grund liegt darin, daß man zu Beginn der Pandemie dachte, die Bevölkerung würde sich schnell bis zu 70% anstecken. Ich erinnere mich noch an Aussagen von Virologen, daß irgendwann jeder Covid-19 gehabt haben wird. Und man dachte, daß dann auch 5% sterben. Das ist gilt aber alles so nicht mehr.

Was mich am meisten stört, daß Maßnahmen beschlossen werden, einfach nur, um etwas zu beschließen. Es wurden Friseure geschlossen, ohne daß eine einzige Übertragung beim Friseur bekannt war. Das gleiche bei Krankenhäusern, Fitnesstudios, Theatern. Es gibt wenig Erkenntnisse darüber, ob und wieviele Infektionen es dort gibt. Wir wissen mittlerweile einigermaßen, daß geschlossene Räume mit Singen oder Brüllen ein Risiko sind, also Kirchen, Chöre, Schlachthöfe, Bars und Parties. Ich hätte gerne, daß man mehr darüber herausfindet und weiß, warum man etwas anordnet.

Wir wissen mittlerweile auch, daß bestimmte Bevölkerungsteile stärkere Pandemietreiber sind. Ich muß nicht ein Restaurant in einer bürgerlichen Gegend schließen, wenn die Infektionen in einer von Jugendlichen frequentierten Bar passieren.

Mir ist die soziale Komponente des Virus noch viel zu unerforscht.

Zitat
... Übergewichtigen (alle Altersgruppen) und Rauchern an. Selbst wenn man die alle komplett wegsperrt, bleibt die Gefahr immer noch da.

Vielleicht sollten wir dann mal Regeln gegen Übergewicht und Rauchen machen? Oder akzeptieren, daß jemand, der mit seinem Körper Raubbau betreibt, dann eben die Konsequenzen tragen muß? Raucher sind doch die ersten, die einem erklären, daß ihnen die Risiken egal sind.

Offline Araxes

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #1054 am: 18. November 2020, 20:42:19 »
Es sind weder Ältere/Alte noch Risikopatienten dafür verantwortlich, dass sich der Virus verbreitet. Dieser Personenkreis gibt selbst auf sich und Andere acht und schränkt/sperrt sich selbst ein oder wird es durch Einrichtungen wie Krankenhäuser/Kliniken/Pflegeheime  etc.

Das kann ich so nicht bestätigen. Gerade viele Ältere nehmen das nicht ernst und wollen zur Rush Hour mit dem Bus fahren oder Einkaufen gehen. Meine Mutter geht auch immer noch ins Theater und in die Oper. Das sitzen zwar nicht die Party-Jugendlichen, aber ich würde das nicht mehr machen. Sie tut das.

Offline Araxes

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #1055 am: 18. November 2020, 20:43:56 »
ich fahr 2x die woche zur tanke, tabak holen und gegenüber zu netto für LM. ansonsten bin ich im haus/garten. allein. draussen mit maske.
gibt so silikonkappen für unter der maske. die sind super. selbst mit copd bekomme ich damit luft wie ohne maske.

Wer COPD hat und trotzdem noch raucht, sollte nicht von anderen verlangen, sich einzuschränken. Der muß erst mal verantwortungsvoll mit sich selber umgehen.

Offline Araxes

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #1056 am: 18. November 2020, 20:46:39 »
Das aber die Spaß orientiere Jugend sich dort das Virus holt und dann Oma und Opa damit infiziert ist denen Egal. Hauptsache ich hab Spaß.

Das ist nicht spaß-orientiert, sondern im Gegenteil sinnvoll für Körper und Immunsystem. Ich habe einen Vorschlag: man macht das alles dicht, trägt übernimmt die Fixkosten der Betreiber aus Steuergeldern und zieht die Kosten vom Steuerzuschuß für die Rente ab.
« Letzte Änderung: 18. November 2020, 20:50:05 von Araxes »

Offline Araxes

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #1057 am: 18. November 2020, 20:52:02 »
Die Alten werden die Einschränkungen und die zerstörte Existenzen bald mitbekommen.

Ich biete eine Wette an. 2020 wurden die Renten um 4% erhöht, weil das der Entwicklung der Nettolöhne 2019 folgt. Wird werden 2021 keinen Rentenabzug sehen, der den schrumpfenden Nettolöhnen folgt.

Offline phoenix

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #1058 am: 18. November 2020, 21:12:04 »
Das wird aber immer so sein.

Dann bitte das Jammern über die ach so harten Maßnahmen einstellen bitte.

Lockdowns können wir uns nicht beliebig lange leisten. Der aktuelle Lockdown ist mit 19 Mrd für die Wirtschaft veranschlagt. Für einen Monat. Es ist völlig klar, daß man das nicht lange durchhalten kann. Das sind irgendwann auch nicht nur die Kosten, sondern dauerhafte Schäden, die dann auch nicht mehr einfach so zu reparieren sind. Wenn die Lufthansa erst mal den Flugbetrieb einstellt, kriegt man sie nicht so schnell wieder. Dann gehen auch die Flughäfen, damit dann auch die Läden, Taxis, Servicebetriebe. Das frisst sich dann durch. Es läßt sich nicht alles so schnell wieder öffnen wie ein Restaurant, wenn sich ein neuer Betreiber findet. Der alte steckt noch in der Insolvenz und bekommt kein Kapital für einen neuen Versuch. Das gleiche gilt für Läden in Innenstadtlagen. Was da an Amazon verloren geht, kommt nicht wieder zurück.

Also braucht man einen besseren Plan.

Wir müssen es als Lebensrisiko akzeptieren wie andere Krankheiten auch und mit der Meinung habe ich auch Virologen an meiner Seite. Es gibt keinen absoluten Schutz und man kann den Versuch nicht beliebig weit treiben.

Anscheinend können wir uns das doch anscheinend leisten, ich habe selbst so Lebensrisikien Philosophen in meinem Sport Umfeld, weswegen ich bei beginnender exponentieller Steigerung der Infektionen die Reißleine gezogen habe.

Wegsperren von vulnerablen Bevölerungsgruppen ist also einer der "anderen" Pläne. So so.

Man kann dem Virus natürlich alles opfern, aber wenn Menschenleben das Kriterium sind, sollte man vielleicht erst mal Alkohol, Zigaretten und Zucker verbieten. Tut man nicht. Warum? Warum sind da die Toten egal? Weil wir es akzeptieren und es nichts neues ist, was sich in täglichen Updates verfolge läßt. ich erwarte wenigstens, daß man konsistent ist. Mir würden noch mehr Dinge einfallen, die man dann verbieten sollte. Wir kriegen doch nicht mal ein Tempolimit hin. Wir akzeptieren die Verkehrstoten.


Vielleicht liegt der Unterschied daran, dass sich weder Rauchem ,Alkohol Stoffwechsel und andere Mainstream Zivilisations und Autoimmungkrankheiten sowie  Verkehrstote sich nicht per Infektion übertragen bzw per Infektion vermehren? :.)

Dieses Argument ist ein Ablenkungsversuch.

Man kann das nicht gegeneinander ausspielen. Für jemanden, der mit seinem Fitnesstudio pleitegeht, war das die Existenz. Und nein, es betrifft nicht "unser aller Existenzen". Es betrifft die Leute derzeit sehr ungleich und viele gar nicht. Wenn jemand 30 ist und sein Studium beendet hat, ist eine Rezession mit -10% eine weit größere existenzielle Bedrohung als eine Covid-Infektion.

Dann bitte spiele nicht selbst die vulnerablen Gruppen gegen die weniger vulnerablen Gruppen gegeneinanander aus.

Deswegen kann der einzig gangbare Weg sein, mit Solidarität und gesunden Menschenverstand alle an einem Strang am golden Mittelwegzu gehen.
Eine Anzahl von Existenzen können ggf gerettet werden, wenn wir das tun, dann muss auch nicht alles hart geschlossen werden.

Die Schäden haben wir nicht irgendwann, die haben wir jetzt schon. Seit März 2020, um genau zu sein.  :P
« Letzte Änderung: 18. November 2020, 21:22:06 von phoenix »
"Typical. Just when you're getting ahead, someone changes the odds." - MacGyver (Pegasus)

Online Yossarian

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #1059 am: 18. November 2020, 21:34:24 »
z.B. Fitnessstudios und Restaurants zu schließen. Kontaktverbote, auch im privaten Bereich.

Um mich zu schützen? Sei nicht albern. Welchen Schutz soll es mir oder anderen Senioren Bringen, wenn Fitnesstudios, Restaurants und Theater geschlossen bleiben? Die haben mit Sicherheit bessere Hygienekonzepte als z.B. der ÖPNV.

Ich täte mich im Restaurant oder Theater jedenfalls besser aufgehoben fühlen als in der Straßenbahn.

Zitat
Man tut das hauptsächlich für die Risikogruppen und das sind nun mal vor allem die Alten.

Das ist doch Unfug. Ich laß mich doch nicht von so einem Coronataliban wegsperren, nur weil ich "alt" bin.

Zitat
Die spüren davon aber selber am wenigsten.

Wenn meine Kanzlei nicht mehr läuft, bin ich der erste, der das merkt.

Die (wirklich) Alten, wie z.B. meine 86jährige Mutter, verlassen das Haus ohnehin kaum noch. Aber ehe irgendwer den Bewegungsspielraum meiner Mutter einschränken will, muß er über meine kalte Leiche steigen.

Ich biete eine Wette an. 2020 wurden die Renten um 4% erhöht, weil das der Entwicklung der Nettolöhne 2019 folgt. Wird werden 2021 keinen Rentenabzug sehen, der den schrumpfenden Nettolöhnen folgt.

Das gleichen wir durch die in der Zwischenzeit an Corona verstorbenen und deshalb keine Renten mehr beziehenden Risikosenioren locker aus.  :iro

Meine Mutter geht auch immer noch ins Theater und in die Oper.

Wo die doch genauso geschlossen sind wie die Fittnesstudios...  :.)
"I came to a point where I needed solitude and just stop the machine of thinking and enjoying what they call living, I just wanted to lie in the grass and look at the clouds."

— Jack Kerouac

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Offline Araxes

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #1060 am: 18. November 2020, 21:41:43 »
Dann bitte das Jammern über die ach so harten Maßnahmen einstellen bitte.

Da fehlt mir die Logik in mehreren Punkten:
1. gerade weil es immer wieder aufflammen wird, braucht man einen anderen Weg als den Lockdown
2. Die Maßnahmen sind nicht nur "ach so hart". Das ist eine unpassende Verniedlichung von jemandem, der vermutlich eben nicht mit seiner Existenz dranhängt.
3. Ich jammere nicht. Ich bin selber wenig betroffen, ich habe aber mal eine Pleite bei einem guten Freund miterlebt und ich weiß, wie der gelitten hat. Die schlimmste Phase war die als es nicht mehr weiterhin aber er noch nicht die Privatinsolvenz beantragen wollte. Da war er einem Zustand , der ihm nachts den Schlaf geraubt hat. Er ist dann lieber nachts draußen rumgelaufen, statt sich im Bett rumzuwälzen. Das kann keiner verstehen, der sich als Angestellter den Hintern breitsitzt.

Zitat
Anscheinend können wir uns das doch anscheinend leisten, ich habe selbst so Lebensrisikien Philosophen in meinem Sport Umfeld, weswegen ich bei beginnender exponentieller Steigerung der Infektionen die Reißleine gezogen habe.

Dir müsste eigentlich auffallen, daß du dich mit dem Statement selber widerlegt hast. Wenn dir jedes Mittel zur Risikominimierung recht ist, dann solltest du all das sofort einstellen. Du verlangst von anderen eine Konsequenz, die du selber nicht hast. Liegt es daran, daß bei Corona andere für dich entscheiden?

Zitat
Wegsperren von vulnerablen Bevölerungsgruppen ist also einer der "anderen" Pläne. So so.

Offenbar geht du mit der Kanzlerin nicht konform, die gesagt hat: "Jeder Kontakt, der nicht stattfindet, ist gut."

Also was denn nun? Kontaktbeschränkungen nur, wenn sie für alle gelten? Auch dann, wenn sie nicht zum Nutzen aller sind?

Zitat
Vielleicht liegt der Unterschied daran, dass sich weder Rauchem ,Alkohol Stoffwechsel und andere Mainstream Zivilisations und Autoimmungkrankheiten sowie  Verkehrstote sich nicht per Infektion übertragen bzw per Infektion vermehren? :.)

Es sind viel mehr als Corona je fordern wird. Insofern ist die Übertragbarkeit ein schwaches Kriterium. Sollte nicht eher die Anzahl der Opfer eins sein? Offenbar nicht. Warum?

Zitat
Dieses Argument ist ein Ablenkungsversuch.

Nein, es soll zeigen, daß zweierlei Maß gilt. Übrigens nicht nur da. Viel hängt davon ab, wie eine Bedrohung wahrgenommen wird und welche gefühlten Wahrscheinlichkeiten die Psyche beeinflussen. Lies diesen Artkel hier: Was darf ein Leben kosten?

Zitat
Dann spiele nicht selbst die vulnerablen Gruppen gegen die weniger vulnerablen Gruppen gegeneinanander aus.

Genau das passiert gerade. Man nimmt die nicht vulnerablen Gruppen in Haft für die vulnerablen Gruppen. Man versucht, das mit viel Geld abzufedern, aber das geht nur über ein paar Monate, nicht länger. Und was macht man dann? Auf die Frage fehlt mir die Antwort. Die muß man aber geben. Man kann einen Weg nur gehen, wenn man weiß, wie weit man ihn gehen kann und was man tun wird, wenn er endet. Macht sich irgendwer Gedanken darüber? Kaum. Und das verlangen übrigens auch Virologen.

Zitat
Deswegen kann der einzig gangbare Weg sein, mit Solidarität und gesunden Menschenverstand alle an einem Strang am golden Mittelwegzu gehen.

Ich sehe nicht viel Solidarität. 4% mehr Rente, während andere ihre wirtschaftliche Existenz verliernen, ist keine Solidarität. Übrigens auch nicht das zukleistern mit Geld aus gigantischen neuen Schulden. Das müssen genau die bezahlen, denen man das Geld gibt. Nicht die, für die man das alles tut.

Zitat
Eine Anzahl von Existenzen können ggf gerettet werden, wenn wir das tun, dann muss auch nicht alles hart geschlossen werden.

Die Insolvenzwelle kommt, sobald die vorübergehende Aufhebung der Insolvenzpflicht nicht mehr gilt.

Zitat
Die Schäden haben wir nicht irgendwann, die haben wir jetzt schon. Seit März 2020, um genau zu sein.  :P

Wie groß dürfen die werden?

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #1061 am: 18. November 2020, 21:43:19 »
Was mich am meisten stört, daß Maßnahmen beschlossen werden, einfach nur, um etwas zu beschließen.

Genau so sehe ich das auch.

Zitat
Wir wissen mittlerweile einigermaßen, daß geschlossene Räume mit Singen oder Brüllen ein Risiko sind, also Kirchen, Chöre, Schlachthöfe, Bars und Parties. Ich hätte gerne, daß man mehr darüber herausfindet und weiß, warum man etwas anordnet.

Das wäre angezeigt.

Zitat
Wir wissen mittlerweile auch, daß bestimmte Bevölkerungsteile stärkere Pandemietreiber sind. Ich muß nicht ein Restaurant in einer bürgerlichen Gegend schließen, wenn die Infektionen in einer von Jugendlichen frequentierten Bar passieren.

Völlig richtig.

Jetzt verstehe ich aber noch weniger, warum Du Alte wegsperren willst? Um irgendwas beschlossen zu haben?
"I came to a point where I needed solitude and just stop the machine of thinking and enjoying what they call living, I just wanted to lie in the grass and look at the clouds."

— Jack Kerouac

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Offline Araxes

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #1062 am: 18. November 2020, 21:47:07 »
Um mich zu schützen? Sei nicht albern. Welchen Schutz soll es mir oder anderen Senioren Bringen, wenn Fitnesstudios, Restaurants und Theater geschlossen bleiben? Die haben mit Sicherheit bessere Hygienekonzepte als z.B. der ÖPNV.

ja eben, aber sie wurden geschlossen. Nicht ich bin albern, sondern die, die das beschlossen haben.

Zitat
Das ist doch Unfug. Ich laß mich doch nicht von so einem Coronataliban wegsperren, nur weil ich "alt" bin.

genau da fängt's im Grunde an, daß ich feststelle, daß ich selber verantwortungsvoller damit umgehe als die Alten bzw. eher noch älteren.

Zitat
Wenn meine Kanzlei nicht mehr läuft, bin ich der erste, der das merkt.

Ich meinte die Rentner.

Zitat
Die (wirklich) Alten, wie z.B. meine 86jährige Mutter, verlassen das Haus ohnehin kaum noch. Aber ehe irgendwer den Bewegungsspielraum meiner Mutter einschränken will, muß er über meine kalte Leiche steigen.

Also schränken wir lieber den Bewegungsspielraum der Jungen ein?

Zitat
Das gleichen wir durch die in der Zwischenzeit an Corona verstorbenen und deshalb keine Renten mehr beziehenden Risikosenioren locker aus.  :iro

Im Gegenteil. Wir haben eine deutliche Untersterblichkeit wegen der Maßnahmen. Vielleicht bleibt sogar die Grippewelle aus. Vielleicht machen wir das dann einfach jedes Jahr so?

Zitat
Wo die doch genauso geschlossen sind wie die Fittnesstudios...  :.)

Bis zur Schließung natürlich nur. Aber da ging sie zu Vorstellungen, während ich selber z.B. nicht mehr ins Kino gegangen bin.

Offline Araxes

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #1063 am: 18. November 2020, 21:58:08 »
Jetzt verstehe ich aber noch weniger, warum Du Alte wegsperren willst? Um irgendwas beschlossen zu haben?

Ich habe ja nicht gesagt "wegsperren". Aber z.B. den Zugang oder die Vermischung beschränken. Spezielle Einkaufzeiten für Senioren. Theatervorstellungen nur für 60+. Solche Dinge. Und da, wo man sich begegnet, möglichst mit Schnelltests für die Jüngeren. Vielleicht reicht es auch, die Gruppe bis zu 30 Jahren fernzuhalten.

Wir haben auch noch nicht über die Corona-App geredet. Ein Senior braucht die vielleicht nicht, weil höchstwahrscheinlich Symptome zeigen wird. Wir haben die so verstümmelt, daß die kaum was bringt.

Insgesamt muß mehr darüber geredet werden, wie man die Situation irgendwie etwas "generationengerechter" bekommt. Die Jüngeren sind in diesem Land eh schon die gearschten, weil auf sie Lasten zukommen, die kaum zu bewältigen sind. Da sattelt man momentan noch ordentlich was drauf. Vielleicht revanchieren die sich irgendwann, indem sie sich weigern, eine Generation für wenig Geld zu pflegen, die selber einen goldenen Lebensabend hatte, den die Jungen nicht mehr erwarten können.

Offline Korinthenkackerin

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Re: Was mir wegen Corona auf den Keks geht
« Antwort #1064 am: 18. November 2020, 22:12:25 »
Zum Thema: Was mir wegen Corona auf den Keks geht

Meine Kollegin hat heute während der Nachmittagssprechstunde Bescheid von ihren Eltern bekommen (79 und 81), das deren Corona-Abstriche positiv ausgefallen sind - beide hatten seit dem Wochenende Fieber plus Husten und wurden am Montag abgestrichen :-\. Da ich meine Eltern seit knapp drei Wochen nur über den Gartenzaun spreche, dachte ich eigentlich, sie hält das auch so. Sie erwähnte dann aber, dass ihre Eltern letzte Woche bei ihr zu Hause gewesen seien, allerdings mit Maske. Ich musste echt erst mal schlucken :( und wusste gar nicht so recht, was ich da jetzt sagen soll. Sie konnte auch bei allem Überlegen dann nicht mal sagen, an welchem Tag die Eltern da waren, das fand ich ziemlich merkwürdig. Wir haben die Kollegin dann umgehend heimgeschickt, sie hat zu Hause dann gleich einen Schnelltest gemacht (Chef hat für uns alle einen für daheim besorgt), der war negativ. Den Rest der Woche wird sie aber nicht arbeiten kommen. Die Eltern behaupten ihr gegenüber, lediglich beim Einkaufen gewesen zu sein (mal sehen, ob da noch was kommt  :evil ). Genau wie meine Eltern sträuben sie sich natürlich, die Einkäufe von uns Töchtern erledigen zu lassen  :.).
« Letzte Änderung: 18. November 2020, 22:16:13 von Korinthenkackerin »
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Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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