Autor Thema: Weird Scenes Inside a Law Firm  (Gelesen 104703 mal)

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Nikibo

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Re:Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #30 am: 04. Februar 2012, 13:22:19 »
Ich trinke keinen Kaffee ..
Ha, ich auch nicht. Nie. Ich habe meine Cola und ganz ladyunlike trink ich aus der Flasche. Aber bei uns macht auch jeder Kaffee, der gerade sieht, dass keiner da ist. Und alle räumen auch ihren Kram weg. Sicher bleibt auch mal was liegen, ja, das räum ich dann abends halt auf, weil ich meist die Letzte bin, die geht (weil ich auch die bin, die erst spät anfängt  ;D). Hier bricht sich keiner einen Zacken aus der Krone, vom hoch dotierten Spitzenmann bis zum Bauhelfer - alle kochen Kaffee, alle sorgen für ein angenehmes Klima.

Aber es gibt solche Kaffeekränzchen, wie Yossarian sie beschreibt, durchaus. So einen Job habe ich, obwohl gut bezahlt, nach nur einem Monat hingeschmissen.
« Letzte Änderung: 04. Februar 2012, 13:27:27 von Murks »

Offline Mother Bates

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Re:Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #31 am: 04. Februar 2012, 13:28:27 »
Zitat
So einen Job habe ich, obwohl gut bezahlt, nach nur einem Monat hingeschmissen

Gut bezahlt? Dafür würde ich mit Freuden auch Bürokaffee trinken!

Aber im Ernst: Ich denke es spricht einiges für die Unternehmenskultur, wenn es so läuft wie bei Euch!

Edit:
Das Merkwürdige ist ja, dass genau diese Kaffeekränzchen Tanten und Onkel  durchaus von sich den Eindruck haben, die Seele des Unternehmens zu sein. Ich habe solch einen (männlichen) Kollegen. Er leitet vom Büro aus außerdem noch die Geschicke seines Schützenvereins, empfängt Freunde und Verwandte zu ausgedehnten Gesprächen und verbringt viel Zeit mit Selbstdarstellung. Hört man ihn aber, ist er der meist belastete Kollege von allen ohne dessen Unterstützung die anderen nur vor sich hin stümpern würden.
« Letzte Änderung: 04. Februar 2012, 13:35:19 von Mother Bates »

Nikibo

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Re:Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #32 am: 04. Februar 2012, 13:34:31 »
Glaub mir, das hättest auch Du nicht verkraftet. Eine in der 8. Woche schwangere Kollegin, die war so schwanger und von Wehwehchen geplagt, das ging auf keine Kuhhaut. Dazu wurde jedes Briefchen vorgegeben, ein selbstständiges Arbeiten war überhaupt nicht möglich. Hier fett, dort nur 1 Zeilenschaltung, hier bitte Abstand 1-zeilig, dort Schriftgröße 9, nächste Zeile 10 und auf keinen Fall das erledigen, das mache ich selbst. Zum Kotzen und unglaublich zeitaufwändig, dabei war alles völlig überlastet und wichtige Dinge blieben liegen, weil man sich mit solchem Kleinkram aufhielt. Ätzend.

Offline Mother Bates

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Re:Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #33 am: 04. Februar 2012, 13:36:12 »
Na gut, wenn der Kaffee mit einer Doppeldosis Valium versetzt gewesen wäre...?

Offline Korinthenkackerin

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Re:Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #34 am: 04. Februar 2012, 13:37:51 »
Wir haben eine Kaffeepadmaschine, d. h. jeder kocht seinen Kaffee selber bzw. macht mal eine Tasse für Chef oder Kollegin mit. Meistens spült eine von uns Angestellten am Ende des Vor- oder Nachmittags die Tassen und Teller weg, kann aber auch sein, dass es einer der Chefs selber macht, wenn der sieht, dass alle Mädels rödeln und er eben gerade Zeit hat. Wie bei allem ist es ein Geben und ein Nehmen. Manchmal macht man halt auch Dinge, für die man nicht zuständig ist - auch die Chefs  ;D.

@Stachelhaut
Deine Vorstellung vom Arbeitsablauf einer Arztpraxis sind mehr als merkwürdig und selbst wenn es ironisch gemeint war, erschließt sich mir der Inhalt nicht. Bestimmt, weil ich eine Frau bin...  :.) ;D

Offline Stachelhaut

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Re:Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #35 am: 04. Februar 2012, 13:38:57 »
Yossis Problem ist, glaube ich, eher, daß es gar kein Unternehmen ist, in dem er arbeitet. Er teilt sich eben nur Büro und Sekretärinnen mit anderen Selbständigen. Und die Sekretärinnen tanzen ihm und anderen auf der Nase herum, arbeiten nur nach Neigung und Sympathie und spielen ihre Arbeitgeber gegeneinander aus.

@Yossi

Du hast doch vielleicht auch vernünftige KollegInnen in dem Laden. Kannst Du mit denen nicht mal die Mißstände diskutieren? Wenn Ihr Euch einig seid, dann werdet Ihr Euch auch durchsetzen.
« Letzte Änderung: 04. Februar 2012, 13:44:54 von Stachelhaut »
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Nikibo

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Re:Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #36 am: 04. Februar 2012, 13:40:05 »
Aber im Ernst: Ich denke es spricht einiges für die Unternehmenskultur, wenn es so läuft wie bei Euch!

Ja, ich habe es schon toll getroffen. Aber leider ist das Objekt fertig, am 17.02. ist für mich schon Schluss. Ich freue mich zwar auf meine Freizeit, nach 15 Monaten ohne Urlaub wirklich nötig, aber ich gehe mit weinenden Augen.

Offline Stachelhaut

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Re:Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #37 am: 04. Februar 2012, 13:42:15 »
@Stachelhaut
Deine Vorstellung vom Arbeitsablauf einer Arztpraxis sind mehr als merkwürdig und selbst wenn es ironisch gemeint war, erschließt sich mir der Inhalt nicht. Bestimmt, weil ich eine Frau bin...  :.) ;D

Ich habe nur meinen Arbeitsalltag beschrieben. Früher kam mir der auch merkwürdig vor. Man gewöhnt sich aber dran. Übrigens arbeiten in unserer Klinik insgesamt gut 100 Leute (von uns abgesehen). Davon sind etwa 30 leitende Angestellte, 60 sind Marketingspezialisten und Außendienstler; die restlichen 10 pflegen die Kundenkartei und verteilen im Haus die Post.

EDIT: Einziger Lichtblick ist die Bezahlung. Ich bekomme das gleiche Gehalt wie die Heilpraktikerinnen, aber das ist immerhin ziemlich gut. Vor 10 Jahren war das noch anders. Damals erhielten die Ärzte das gleiche Gehalt wie die Sekretärinnen. Ach ja, und streiken dürfen wir auch nicht, und wer in der Gewerkschaft ist, wird gemobbt.
« Letzte Änderung: 04. Februar 2012, 13:51:22 von Stachelhaut »
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Nikibo

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Re:Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #38 am: 04. Februar 2012, 13:49:14 »
Yossis Problem ist, glaube ich, eher, daß es gar kein Unternehmen ist, in dem er arbeitet. Er teilt sich eben nur Büro und Sekretärinnen mit anderen Selbständigen. Und die Sekretärinnen tanzen ihm und anderen auf der Nase herum, arbeiten nur nach Neigung und Sympathie und spielen ihre Arbeitgeber gegeneinander aus.

Das war auch mein Gedanke. Alle raus und eine oder zwei einsetzen, die von der Gemeinschaft eingestellt für alle tätig sind. Kostenverteilung nach Inanspruchnahme.

Offline Stachelhaut

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Re:Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #39 am: 04. Februar 2012, 13:55:39 »
Das war auch mein Gedanke. Alle raus und eine oder zwei einsetzen, die von der Gemeinschaft eingestellt für alle tätig sind. Kostenverteilung nach Inanspruchnahme.

So ist es ja jetzt. Das klappt aber nicht, weil sich die Sekretärinnen aussuchen können, für wen sie was wie machen; die Gemeinschaft ist ohnmächtig. Was die brauchen, sind

- Zeiterfassungssystem und genaue Abrechnung der Tätigkeiten der Angestellten für einzelne Mitglieder der Gemeinschaft
- strukturierte Mitarbeitergespräche zwischen Gemeinschaft und Angestellten
- klare Absprachen zwischen den Selbständigen über Inanspruchnahme der Angestellten
- eindeutig definierte, kommunizierte und verbindliche Standards für alle

@Yossi

Versuch darüber mal mit den anderen zu reden. Führt so etwas ein. Wenn die Absprachen nicht eingehalten werden, dann kannst du nur noch gehen.

EDIT: Wenn Ihr eine Bürogemeinschaft seid, und die Sekretärin geht mit "Anwaltspraxis Anne Meyer" ans Telefon, statt sich mit "Bürogemeinschaft Deichgraf, Meyer und Yossarian" zu melden, dann gehört die abgemahnt.
« Letzte Änderung: 04. Februar 2012, 14:01:37 von Stachelhaut »
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Nikibo

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Re:Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #40 am: 04. Februar 2012, 14:00:35 »
Hm, ich hatte das so verstanden, dass der Deichgraf z. B. eine eigene hat, die lediglich das Telefon mitbedient. Dann muss ich wohl noch mal lesen gehen.

Yossarian

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Re:Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #41 am: 04. Februar 2012, 14:59:33 »
Jeder von uns hat eigenes "Personal", oft nur stundenweise. Die sitzen dann im Sekretariat und bedienen logischerweise die Telefonanlage komplett und stellen Anrufe an alle durch, arbeiten aber ansonsten nur für ihren "Chef".

Natürlich hatte ich die "Normalen" jetzt ausgeblendet. Wir haben Frauen im Sekretariat sitzen, die topfit sind. Es fallen halt nur die auf, die Mist für drei machen oder / und dabei noch hinterfotzig Kundschaft umzulenken versuchen, wie eben die Sekretärin des Deichgrafen, die sich hinter seinem Rücken mit dem Namen der Kollegin meldet.

Einen jour fixe haben wir natürlich versucht, und das ist glatt in die Hose gegangen. Da haben nicht nur die Damen eine starke Vermeidungshaltung, sondern z.B auch der Deichgraf, der sich am liebsten um überhaupt nichts mehr kümmern möchte oder unser Kanzleischildgespenst, das hier montags abends nach Büroschluß reinstolpert, um seine letzten drei verbliebenen Mandate abzuarbeiten.

Als ich zu dem Laden gestoßen bin, haben mein bereits anwesend gewesener Kollege (mit dem ich früher schon mal zusammen war) als erstes solche Sachen wie Telefonverträge gefilzt und z.B. festgestellt, daß es noch gar keine Flatrate gab, sondern wir jeden Monat eine horrende Telefonrechnung hatten, weil wir einen steinalten Vertrag mit der Telekom hatten. Bei anderen Sachen sind wir auf Granit gestoßen. Wir kaufen z.B. unser Büromaterial gemeinsam ein. Die Alteingesessenen, d.h. die verplapperte Kollegin und die Notarin bestehen weiterhin darauf, den Kram bei Soldan zu kaufen. Soldan ist ein Vesandhandel für jeglichen Anwaltsbedarf, von der Robe über den Fotokopierer und natürlich Fachbücher bis hin zur Büroklammer. Früher hatten die fast eine Monopolstellung, inzwischen gibt es aber deutlich billigere Alternativen. Dennoch werden z.B. Fotokopierpapier, Aktenordner und Briefumschläge weiter in dieser Apotheke gekauft, obwohl wir über andere Lieferanten wie z.B. Viking mal eben locker 20 % billiger einkaufen könnten. Die Damen behaupten aber, das billigere Papier würde ständig zu Papierstau in Kopierer und Drucker führen, dem Deichgraf isses egal, das Kanzleischildgespenst hat aus ungeklärten Gründen immer die selbe Meinung wie die Plapperkollegin, also bleibt alles beim Alten und kostet unnötig Geld.

 

  
« Letzte Änderung: 04. Februar 2012, 15:27:40 von Yossarian »

Yossarian

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Re:Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #42 am: 04. Februar 2012, 15:07:42 »
Alle raus und eine oder zwei einsetzen, die von der Gemeinschaft eingestellt für alle tätig sind. Kostenverteilung nach Inanspruchnahme.

Das wäre vernünftig.
« Letzte Änderung: 04. Februar 2012, 15:29:35 von Yossarian »

Yossarian

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Re:Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #43 am: 04. Februar 2012, 15:21:15 »
Wir haben eine Kaffeepadmaschine, d. h. jeder kocht seinen Kaffee selber

So was hatten / haben wir auch. Irgendwann stand da als Thema mal an (ich glaub, unsere alte Kaffeemaschine ging erkennbar ihrem Ende entgegen) und ich schlug eine Senseo vor. Die hat die "billigsten" Pads und produziert auch nicht so viel Alumüll wie die Kapselsysteme. Der Deichgraf, dem offensichtlich beim Kaffeekauf mal ein Konzertflügel auf den Kopf gefallen ist, schwärmte in den schillerndsten Farben von Nespresso mit der Folge, daß die Plapperkollegin, die gerne auf etepetete macht unabgesprochen losrannte und so ein Gerät anschleppte, über das wir uns dann gefälligst freuen mußten. Was ich bis dahin nicht wußte war, daß man einem Club o.ä. beitreten muß, um diese Nespresso Kapseln überhaupt kaufen zu *dürfen*. Was die Kollegin offensichtlich nicht wußte ist, wie teuer Kaffee sein kann, wenn die Kapsel füe ein kleines Täßchen 35 Cent kostet. Die zunächst sozialisiert in der Küche lagernden Kapseln waren da schnell wieder verschwunden und werden nun in der Schublade vom Deichgraf gebunkert, der dieses Gerät als einziger benutzt. Selbst der etepetete-Plapperkollegin war das System nach kurzer Zeit zu teuer. Sie benutzt die aktuelle normale Kaffeemaschine mit, die ich angeschleppt habe (genauso wie den Wasserkocher für Tee).

Das Kaffeekochen und die Tassen sind es ja nicht. Olle Kaffeetassen stören mich nicht. Was mich ankotzt ist, wenn bergeweise Teller mit pappigen Sahne- und Cremetortenresten dran tagelang in der Küche vor sich hingammeln.

Offline Mother Bates

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Re:Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #44 am: 04. Februar 2012, 15:23:11 »
Zitat
Was mich ankotzt ist, wenn bergeweise Teller mit pappigen Sahne- und Cremetortenresten dran tagelang in der Küche vor sich hingammeln

Das ist eklig. Stell sie den Verursachern auf den Schreibtisch. Es ist kein Problem, Wasser über einen benutzten Teller laufen zu lassen.