Autor Thema: Ist Kinderplanung fuer Maenner weniger wichtig/essentiell als fuer Frauen?  (Gelesen 8155 mal)

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Offline Annna187

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Moin Zusammen!

Kurz zu mir: Frau, 29, verheiratet, keine Kinder (moechten beide keine)

Warum ich mich hier angemeldet habe? Um einfach mal von Fremden ehrliches Feedback zu erhalten.

In meinem Freundeskreis sind inzwischen fast alle in einer Partnerschaft/verheiratet und bauen gerade Haus/planen oder haben ein Kind, etc. Das "Uebliche" halt so um die 30. Ab und zu hoert man aber auch wieder das es immer mehr Paare ohne Kinder gibt, davon kenne ich aber niemanden.
Was ich bei meinen Freunden so beobachte: Frauen ist es um die 30 sehr wichtig mit der Kinderplanung zu beginnen waehrend sich die Maenner eher neutral verhalten/noch nicht bereit sind/ohne Kinder auch zufrieden waeren, sich dann aber doch damit anfreunden.
Ich kenne auch Paare die beide schon immer einen starken Kinderwunsch hatten aber das sind die Wenigsten.

In den meisten Artikeln ueber so ein Thema werden doch immer nur die Frauen gefragt und am Ende fuehrt das auf die ueblichen Klischees zurueck.

Wie seht ihr das, ist eine Frau die keine Kinder moechte in Ordnung oder findet ihr das unnormal oder vielleicht sogar besser? Findet ihr das Frauen ab einem gewissen Alter zuviel Druck ausueben?

Vielen Dank im Voraus!




Offline Nikibo

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Wie seht ihr das, ist eine Frau die keine Kinder moechte in Ordnung oder findet ihr das unnormal oder vielleicht sogar besser?
Das ist doch eine persönliche Lebenseinstellung, die zu akzeptieren ist. Genau so, ob man Organspender werden möchte oder nicht. Da gibt es kein "besser, unnormal oder schlechter".

Findet ihr das Frauen ab einem gewissen Alter zuviel Druck ausueben?
Alle Frauen mit Sicherheit nicht.
Guck mich nicht in diesem Ton an!

Offline Yossarian

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Aus eigener rückblickender Erfahrung (jetzt 62 Jahre alt) kann ich sagen, daß ich die Vaterschaft lange gefürchtet habe wie der Teufel das Weihwasser und mir zu dem Thema eher hätte vorstellen können, wenn überhaupt, dann ein Kind zu adoptieren, als selbst eines zu haben. Meine langjährige Beziehung in der Studentenzeit war darüber nicht glücklich, denn die wollte irgendwann Kinder. Daran ist die Beziehung aber nicht gescheitert, und die Ironie des Schicksals wollte es, daß ich einen Sohn habe und sie kinderlos geblieben ist.

Ich habe mich an das Thema Kind langsam herangetastet. So ab 30 rum waren die meisten meiner Verhältnisse bereits Mutter. Irgendwann war ich dann so weit, daß ich selbst ein Kind wollte, d.h. mein Sohn war ein Wunschkind.

Ohne die direkte Erfahrung mit - im allerweitesten Sinne - "Stiefkindern" hätte ich vielleicht nie die eigene Produktion aufgenommen. Ich denke aber nicht, daß ich da jetzt wirklich was vermissen würde; ich würde es ja nicht anders kennen.

Einige Frauen in meinem Umfeld sind kinderlos geblieben. Das geschah halb bewußt, d.h. sie waren an Partner geraten, die nicht zeugungsfähig waren, oder hatten einfach nicht den Richtigen getroffen, mit dem sie Kinder hätten haben wollen.

Ich kenne auch Männer, die sich in ihr Schicksal gefügt haben und in Gottes Namen vorsätzlich Kinder gezeugt haben, um ihre Partnerin nicht zu verlieren. In einigen dieser Fälle gab es die konkrete Ansage, daß sie sich trennen und einen anderen suchen würde, wenn er sich weiterhin der Vaterschaft verweigere. Die wenigsten von denen sind begeisterte Väter geworden und haben ihre Kinder so akzeptiert, wie man sich z.B. mit einem nervigen Kakadu arrangiert, an dem die Partnerin hängt.

Männer gehen wohl deshalb entspannter mit dem Thema um, weil sie ja theoretisch bis zu ihrem Lebensende Vater werden können, während bei Frauen die biologische Uhr immer lauter tickt, und der Zug irgendwann endgültig abgefahren ist.

Wenn ein Paar keine Kinder bekommen will, ist das völlig in Ordnung. Das sind Lebensentscheidungen, die jeder für sich selbst treffen muß, und die keinen was angehen.
"I came to a point where I needed solitude and just stop the machine of thinking and enjoying what they call living, I just wanted to lie in the grass and look at the clouds."

— Jack Kerouac

Hameel

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Bei mir war's damals ungekehrt - ich wollte ein Kind, sie nicht, wurde aber aus Neid schwanger, als eine Konkurrentin in der Nahbereichshackordnung schwanger wurde.
Diese Ehe hatte sowieso keine Chance, aber die Tochter ist das beste in meinem Leben.

Offline Yossarian

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wurde aber aus Neid schwanger, als eine Konkurrentin in der Nahbereichshackordnung schwanger wurde.

Wird auch immer wieder gerne genommen.

Als meine Stieftochter sich mit knapp 18 Jahren schwängern ließ, gab das dramatische Szenen in ihrem weiblichen Bekanntenkreis. Die einen versuchten, auf Teufel komm raus auch schwanger zu werden, die anderen brachen jeden Kontakt ab, weil sie nicht schwanger werden konnten / durften etc.
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Offline Annna187

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Danke schonmal fuer eure Antworten! Ich lese raus das es da bei Maennern in erster Linie schonmal etwas entspannter zugeht weil halt die Uhr nicht tickt. Bei Frauen wird ja von vornherein eher auch von aussen Druck aufgebaut das man doch bald mal ein Kind bekommen moege bevor es zu spaet ist/ Trotz das jeder heutzutage tun und lassen kann was er will offenbar immer noch verpoent wenn man dann als Frau keine moechte UND aber einen Partner hat mit dem das moeglich waere. Die Freundinnen, Nachbarinnen, etc. haben ja auch ALLE SCHON.

Offline Yossarian

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Naja, auch die meisten Eltern von Söhnen wollen irgendwann Enkel. Da ist der Druck von außen vielleicht nicht so groß, aber nerven kann das schon.  ;)
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— Jack Kerouac

Offline maxim

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Kurz zu mir: Frau, 29, verheiratet, keine Kinder (moechten beide keine)
Zitat
Wie seht ihr das, ist eine Frau die keine Kinder moechte in Ordnung oder findet ihr das unnormal oder vielleicht sogar besser? Findet ihr das Frauen ab einem gewissen Alter zuviel Druck ausueben?
Gruppendruck ist der effektivste Druck, den man sich machen kann. Ich lese hier Zweifel an deiner Einstellung, keine Kinder haben zu wollen, raus.
Die Freundinnen mit oder kurz davor werden jetzt kein anderes Gesprächsthema mehr kennen. Wenn du in deiner Einstellung fest bist, wirst du dir andere Bekannte suchen müssen.
wer für alles offen ist, ist nicht mehr ganz dicht

Offline Yossarian

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Gruppendruck ist der effektivste Druck, den man sich machen kann.

Sehr schön formuliert.  8)
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— Jack Kerouac

Offline maxim

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Der Nebensatz ist etwas unglücklich, aber, ja, es ist schwierig als soziales Wesen, die Balance zu halten zwischen den individuellen Bedürfnissen und den Konformitätsansprüchen der Gruppe. Da die Threaderöffnerin sich zweifellos stark mit dem Thema befasst, steckt sie schon mit einem Bein in der Familienplanung.
« Letzte Änderung: 22. Januar 2018, 18:16:48 von maxim »
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Offline Yossarian

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Der Nebensatz ist etwas unglücklich

Ganz und gar nicht.  :D
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Offline grashopper

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Naja, auch die meisten Eltern von Söhnen wollen irgendwann Enkel. Da ist der Druck von außen vielleicht nicht so groß, aber nerven kann das schon.  ;)

Meine Eltern waren ggf. von uns zwei Töchtern, kinderlos geblieben, zwar ggf. früher mal enttäuscht (eher von der Schwester, die dann mal vor über 20 Jahren geheiratet hat), sind aber dann geschmeidig (vielleicht sogar dankbar?) geblieben.

Bei mir kam es nie zu einer Beziehung, die länger oder überhaupt für eine längere Beziehung getaugt hätte (ob aus meiner oder der anderen Sicht). Zugzwang für ein Kind zu bekommen habe ich auch nie empfunden und bereue es im Nachhinein, wo es nicht mehr möglich wäre, auch nicht.

Ich denke, es kommt auf den Lebens- und Berufsweg an. Was möglich ist und was nicht. Ein schlechtes Gewissen, kein oder mehr Kinder bekommen zu haben, besteht deswegen nicht. Im Gegenteil, wenn ich mir das heute so in der Gesellschaft angucke....


"draußen nur Kännchen" - Bodo

Offline Yossarian

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Ein schlechtes Gewissen, kein oder mehr Kinder bekommen zu haben, besteht deswegen nicht.

Das wär ja auch noch schöner. Warum sollte man ein schlechtes Gewissen haben, weil man keine Kinder hat?
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Offline Annna187

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Da die Threaderöffnerin sich zweifellos stark mit dem Thema befasst, steckt sie schon mit einem Bein in der Familienplanung.

Keine Sorge, das sicher nicht! ;) Ich wusste schon mit 16 das ich keine moechte und das bleibt so.
Als Frau wird einem permanent erzaehlt was man nicht alles verpassen wuerde wenn man keine Kinder hat, andere Ansichten werden nicht ernst genommen. Was ich fuer eine schoene Beziehung habe und das man auch zu Zweit gluecklich sein kann wird direkt abgewiegelt. Das ist konkret das was mich stoert.
Neue Freunde werde ich mir sowieso suchen muessen.


Offline simplemachine

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Man kann vieles gesellschaftlich erklären, aber wenn die Anschaffung von Kindern eine rein logische Vernunftentscheidung wäre, hätten sicher nicht 8 von 10 Frauen in Deutschland heutzutage noch Kinder. Denn Schwangerschaften/Geburten sind strapaziös und geeignet, die Figur zu ruinieren, die Betreuung bzw. das Haben von Kindern ist anstregend, teuer, kostet viel eigene Freizeit und dauert Jahrzehnte. Da die Reproduktion und Arterhaltung aber das Höchste Gut in der der Natur ist, hat diese die Menschen mit starken Antrieben dahingehend ausgestattet, allerdings Männer und Frauen auf verschiedene Art. Männer haben einen starken Sexualdrang, der ohne besonderen direkten Kinderwunsch sicherstellt, dass sie fortwährend kopulieren. Frauen hingegen haben eine schwache Libido aber dafür, quasi als Ausgleich, zusätzlich einen starken natürlichen Kinderwunsch eingepflanzt bekommen, der in einem gewissen Alter im Einklang mit der den Zenit überschreitenden und fortan fallenden  Fruchtbarkeitskuve stetig zunimmt. Mit etwa 28 kriegen quasi alle den Babydruck, der sich Anfang 30 nochmal stark steigert. Ab Mitte 30 sind die noch kinderlosen Frauen dann geradezu hysterisch und gehen ohne nennenswerte Kennenlernphase in Beziehungen mit nahezu jedem, der für das sofortige Babyprojekt als Versorger in Frage kommt. Wer mal kinderlose Frauen Anfang/Mitte 30 gedatet hat, wird das kennen, in deren Köpfen gibts fast nur Babys. Eine Frau hingegen, die keinen natürlichen Kinderwunsch verspürt oder ihm nicht nachgibt, erscheint vor diesem Hintergrund immer etwas "unnatürlich", daher gesellschaftlich stark rechtfertigungsbedürftig. Denn eine Population, die keinen Bock hat, sich fortzupflanzen, kann es von Natur aus eigentlich nicht geben.