Autor Thema: Krankenversicherung  (Gelesen 2396 mal)

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Offline Araxes

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Re: Krankenversicherung
« Antwort #45 am: 07. Dezember 2016, 20:24:59 »
Nein, Mauseschatz. In einem steuerfinanzierten Gesundheitssystem über eine Vermögungssteuer.

Und die KV-Beiträge dann nicht mehr einkommensabhängig? Oder doch doppelte Belastung?

Zitat
Schon diese Zeile ist schon wieder ausfällig.

Was war daran bitte ausfällig? Daß ich dich auf dein schlechtes Benehmen aufmerksam mache? Du verlinkst hier Artikel, die den Verfall der Politischen Korrektheit beklagen, aber hast dein eigenes Benehmen nicht im Griff. Im Grunde eine schöne Demonstration, was der Unterschied zwischen PC und Benehmen ist. Und selbst wenn ich Asperger hätte, wäre ich dann krank und sich über Kranke lustig zu machen, ist ja wohl weder PC noch gutes Benehmen.

Also krieg dich endlich mal in den Griff oder halte dich aus Diskussionen raus, die dein Temperament so herausfordern, daß du sie nicht ohne Beleidigungen durchstehen kannst.

Offline Araxes

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Re: Krankenversicherung
« Antwort #46 am: 07. Dezember 2016, 20:26:55 »
Das sah Otto von Bismarck 1884 offensichtlich anders.

Das sieht sogar die Bundesregierung anders. Es ist für Regierungen immer einfacher, Kosten in den Transfersystemen zu verstecken als sie transparent zu machen. Momentan weiß keiner, was der interne Sozialtransfer der GKV kostet. Sicher ist aber, daß kostendeckende Beiträge mit Sozialausgleich über die Steuer etwas wäre, womit der Finanzminister sich rumschlagen müßte.

Offline Araxes

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Re: Krankenversicherung
« Antwort #47 am: 07. Dezember 2016, 20:32:45 »
Ja. Und dafür gibt es auch einen Grund. Die Sozialversicherungen in Deutschland funktionieren nämlich nach dem Prinzip der   S o l i d a r i t ä t , und nicht nach dem Versicherungsprinzip.

Tolle Solidarität, die einen großen Teil der Bürger als Zahler wie auch Empfänger außen vor läßt. Und eine Solidarität mit der Gießkanne verliert irgendwann ihre Akzeptanz.

Es sind solche Aussagen, wegen denen ich sicher bin, daß es nie vernünftige Reformen geben wird. Da muß nur einer "Solidarität" rufen und es gehen irgendwelche Reflexe an. Jeder hat dann Angst, schlechter gestellt zu werden und zieht den Status Quo vor. Und so degeneriert es dann vor sich hin.

Zitat
Leider ist dieses eine schöne Sache beschreibende Fremdwort heute nur noch wenigen bekannt.

Dir selber nicht.

Laut Wikipedia: "Sie drückt ferner den Zusammenhalt zwischen gleichgesinnten oder gleichgestellten Individuen und Gruppen und den Einsatz für gemeinsame Werte aus"

Interessanter Gedanke. Demnach kann Conte seine Finanzierung über Vermögensteuer vergessen bzw. nicht mit Solidarität begründen.
« Letzte Änderung: 07. Dezember 2016, 20:43:09 von Araxes »

Offline Yossarian

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Re: Krankenversicherung
« Antwort #48 am: 07. Dezember 2016, 20:35:19 »
Ja. Und dafür gibt es auch einen Grund. Die Sozialversicherungen in Deutschland funktionieren nämlich nach dem Prinzip der   S o l i d a r i t ä t , und nicht nach dem Versicherungsprinzip.

Wobei die Solidarität dem ollen Bismarck erst mal scheißegal war. Man darf den historischen Kontext nicht vergessen.

Bismarck, der durchaus die Brisanz der Sozialen Frage erkannte und aus seiner Niederlage im Kulturkampf lernen wollte, wusste um die relative Begrenztheit repressiver Maßnahmen. Daher setzte er mit den Reformkräften im Reich die für ihre Zeit fortschrittliche Sozialgesetzgebung durch.

Die Sozialgesetzgebung bzw. Sozialgesetze waren ein Versuch des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck, auf die - im Zuge der Industrialisierung entstandene - soziale Not der Arbeiterschaft im ausgehenden 19. Jahrhundert zu reagieren. Bismarck hatte die politische Sprengkraft der extremen sozialen Gegensätze erkannt und wollte dem entgegenwirken, nicht zuletzt, um der sozialistischen Bewegung den Nährboden zu entziehen. Es galt, der noch jungen Nation zu beweisen, dass der Staat mehr zu bieten habe als die politischen Vertretungen der Arbeiterschaft, und sie auf diese Weise fest an die Regierung zu binden.

Die politische Vertretung forderten die SDAP und der ADAV ab 1875 gemeinsam als SAPD, welche sich 1890 SPD nannte. Außerdem machte auch das repressive Sozialistengesetz einen Ausgleich notwendig (Politik mit „Zuckerbrot und Peitsche“). Langfristige Absicht Bismarcks war es, die Autorität der Regierung gegen das erstarkende Proletariat abzusichern.

"I came to a point where I needed solitude and just stop the machine of thinking and enjoying what they call living, I just wanted to lie in the grass and look at the clouds."

— Jack Kerouac