Autor Thema: *Tu was (Gutes) und rede darüber...*  (Gelesen 7626 mal)

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marple

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Re:*Tu was (Gutes) und rede darüber...*
« Antwort #30 am: 04. Juli 2011, 12:38:40 »
Wir, die ein Gespräch am Gartenzaun mit dem Nachbarn abhalten, wir die sich im Forum austauschen... und DIE die sich im Facebook, Youtube, Twitter im Fernsehen ins Rampenlicht drängen... aber auch WIR, die das dann kommentieren, indem wir darüber lachen, den Kopf schütteln und uns aufregen...

Wir bedingen uns...

Jeder Mensch hat ein gewisses Bedürfnis danach sich in irgendeiner Form darzustellen und sich in irgendeiner Form zu profilieren...

Geltungssucht, Narzismus oder was auch immer ist die Triebfeder dieser Handlungen, gleichzeitig werden aber auch die Sensationslust, Neugier, der Voyeurismus der anderen gestillt...

Ich finde, hier werden zwei Dinge zusammengeschubst, die nicht zusammen gehören. Kommunikation mit Nachbarn, Freunden, Mitmenschen (egal, ob jetzt übern Zaun, auf der Strasse oder in Foren, wo man "sich kennt") ist normales menschliches Sozialverhalten.

Auftritte in Shows, irgendwelche anonymen Großnetworks oder so, ist etwas ganz anderes. Da geht es tatsächlich, wie Mother Bates schrieb, um die Aufwertung des eigenen bedeutungslosen Töpfchens.

Sich darstellen, ohne den Empfänger zu kennen. Ich glaube, das hat was mit noch wahrgenommen werden wollen zu tun.

Läuft man draussen rum, interagiert man eigentlich kaum noch mit der menschlichen Umwelt. Alle sind entweder am telefonieren, hören Musik oder rauschen gesenkten Blickes an einem vorbei. Man kann sich vielleicht schnell unsichtbar fühlen. Weiss nicht. Ich bin ja eher extrovertiert und hab auch kein Problem damit, andere anzusprechen, wenn ich mich für sie interessiere. Eher Jüngere trauen sich das vielleicht nicht. Dann gehen sie übers Netz. Und je mehr Reaktionen erfolgen, desto sichtbarer fühlen sie sich wieder.

Muss nicht sein, aber ich kann mir das so vorstellen.

Ich persönlich bin bei stayfriends geschaltet, wo ich alle Jubeljahre mal nachschaue, wer bei mir mal nachgeschaut hat. Interaktion mit Mitschülern gleich null.

Facebook mag ich nicht, will ich nicht, gehe aber über Neffchens Account auch mal auf die Seite meiner Auswanderertochter, um mir ihre Fotos anzuschauen. Selber will ich mich auf gar keinen Fall registrieren. Wie in anderen Networks auch schon nicht.


5 Minuten Ruhm können doch gar nicht mehr wichtig sein, wenn die täglichen 24 Stunden aus hunderten von "berühmten" Kurzschaltern bestehen.

Pusteblume

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Re:*Tu was (Gutes) und rede darüber...*
« Antwort #31 am: 04. Juli 2011, 14:33:17 »
Hallo Marple,

deine Ausführung gefällt mir wirklich sehr gut... :)


Aber ob das 2 Paar Schuhe sind, mag ich bis jetzt noch nicht sehen... Ich hadere nämlich gerade sehr mit einem *Gespräch am Gartenzaum* dass eventuell die gleiche Qualität hat und womöglich die nahezu gleiche Auswirkung, als hätte ich sie in der BLÖD reingesetzt...

Zählt es zu dem *normalen* Sozialverhalten, wenn man als *Wasserträger* fungiert?

Ich ärgere mich über diese Person, aber noch mehr über mich selbst, dass ich einfach nicht die Klappe halten konnte, bei jemanden, der mir vertrauenswürdig erschien...


Grüße

Pusteblume

marple

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Re:*Tu was (Gutes) und rede darüber...*
« Antwort #32 am: 04. Juli 2011, 14:46:09 »
Zählt es zu dem *normalen* Sozialverhalten, wenn man als *Wasserträger* fungiert?

Ich glaube, Klatsch und Tratsch sind so alt wie sprechende Menschen.

Ich denke, ich kenne die Situation, die du meinst. Mal im Kirchpark ein knutschendes Nachbarpaar gesehen, die beide anderweitig verheiratet sind/waren. Hab das im Vertrauen meiner Schwester erzählt und hatte drei Tage später eine wütende Fremdgängerin vor der Tür, deren Mann mächtig für Trubel sorgte...

Damals hab ich mir geschworen, nicht mehr über andere etwas preiszugeben. Ich habe den Fehler gemacht und die Auswirkungen waren katastrophal. Am liebsten hätte ich mir noch im Nachhinein die Zunge abgeschnitten.

Dennoch hat das mit Selbstdarstellung nichts zu tun. Das war blödester Tratsch und ich schäm mich dafür.

Im Netz über jeden Pups ein Tagebuch zu führen, ist einfach so was wie Spuren hinterlassen wollen. Nicht umsonst dagewesen sein. Sichtbar sein, sich aufwerten.

Irgendwie anders.

Offline Mother Bates

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Pusteblume

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Re:*Tu was (Gutes) und rede darüber...*
« Antwort #34 am: 05. Juli 2011, 15:35:55 »
Hab ich gestern auch gesehen... :)

Selbstverständlich hat das Internet diesbezüglich auch wirklich gute Dinge bewirkt... gerade in den arabischen Staaten...

Ich finde auch, dass wenn jemand wirklich etwas *besser* weiß, kann oder macht und damit etwas bewegen kann, dass er das auch unbedingt tun sollte... ;)

@Marple...

bei mir ging es um Familieninterna und es trifft mich deshalb ganz persönlich!  :.)

Ich hätte meine Freundin am Sonntag, wenn ich nicht solche Kopfschmerzen gehabt hätte, ungespitzt in Boden rammen können, als sie mir völlig unbedarft erzählt hat, dass sie diesen Menschen mit dem wir gerade ein wirklich dickes Problem haben, beim Sonntagsspaziergang kennen gelernt hat und sie so in *Plaudern* kamen und sie dann auch über uns geredet haben...  und sie ihm Dinge erzählt hat, die gerade diesen Menschen nicht nur einen feuchten Scheißdreck angehen, sondern uns auch immens schaden... :.)

Ich könnte mir echt so eine auf die Klappe hauen...  >:(

Nun denn... jetzt muss ich dafür gerade stehen...  :.)

Liebe Grüße

Pusteblume


Offline ganter

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Re:*Tu was (Gutes) und rede darüber...*
« Antwort #35 am: 06. Juli 2011, 00:36:12 »
ein Grund, weshalb männer in einem gewissen Alter keine echten Freunde mehr haben. Mann kann halt keinem trauen. Schade, aber ist so.
"Männer definieren sich sowieso nicht über die Drogeneinwurfmenge."
"Im Vergleich zur bricom dürfte jede Wand einer öffentlichen Bedürfnissanstalt ein Quell unendlicher Weisheit sein...."
Bodo

Offline Teppichporsche

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Re:*Tu was (Gutes) und rede darüber...*
« Antwort #36 am: 06. Juli 2011, 08:41:07 »
Guten Morgen,

seit einiger Zeit frage ich mich vermehrt, warum Menschen nicht müde werden und ständig ihr Privatleben in die Öffentlichkeit zerren und alle Welt daran teilhaben lässt...

Naja. genau das tun wir hier doch auch.
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Pusteblume

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Re:*Tu was (Gutes) und rede darüber...*
« Antwort #37 am: 06. Juli 2011, 09:57:51 »
Zitat
Autor: ganter
ein Grund, weshalb männer in einem gewissen Alter keine echten Freunde mehr haben. Mann kann halt keinem trauen. Schade, aber ist so.

Guten Morgen, Ganter,

ja, das ist wahr... ich habe darüber auch schon mal mit meinem Exmann gesprochen, dass es auch bei Männerfreundschaften sehr schwierig ist und auch er keinen *besten Freund* hat, dem er mal sein Herz ausschütten kann!

Meine Freundschaft habe ich gestern per Telefon gekündigt.

Sie hat mich gestern zig mal angerufen, worauf ich erst mal nicht reagiert habe... Dann in einer ruhigen Minute, hab ich zum Telefon gegriffen, der Hoffnung, dass sie mir zu mindest mal sagen möchte, dass sie darüber nachgedacht hat...

Leider musste ich diese Hoffnung nach ihrer Begrüßung gleich mal begraben. SIE fand das nicht weiters schlimm und konnte ÜBERHAUPT NICHT verstehen, dass ich deshalb derart angefressen bin! :.)

Ich hab ihr zu verstehen gegeben, dass ich mich darüber ärgere, das Vertrauen meines Exmannes derart mit Füßen getreten zu haben, nur weil ICH nicht die Klappe halten konnte und ihr vertraut habe... und sie bei der erstbesten Gelegenheit nutzt, mir bzw. meinem Exmann so ins Messer laufen zu lassen.

Sie meinte, dass sie dabei nichts Schlimmes finden würde, dass sie darüber gesprochen hat...!  :o

Ich holte ganz tief Luft und meinte, dass gerade das das Problem sei... Dass sie sich keinerlei Gedanken darüber macht, welche Auswirkungen solche *Plaudereien* haben können! Dass ich es durchaus verstehen kann... ist mir ja auch passiert, dass man in einer launigen Plauderei anfängt über sehr intime Dinge zu plaudern... aber dass man gerade dann, wenn es um Dritte geht, höllisch aufpassen muss, was man jetzt gerade in diesem Augenblick von sich gibt.  

Ich meinte, dass ich keine Freundin brauche, die meine intimen Dinge per sofort weiterträgt... und ich auf eine Freundin verzichten kann, mit der ich ausschließlich über das Liebesleben der Pflastersteine reden kann und dass ich mich außer Stande sehe, nach diesem Vorfall mit ihr weiterhin einen gemütlichen Kaffee zu trinken...

Ich war so sauer, aber es hat mich gewundert, dass ich ihr in einem so ruhigen Ton den Marsch geblasen habe!

Ich hoffe für mich, dass ich daraus wirklich meine Lehre ziehe und wirklich beherzige, das zu schützen, was mir so wichtig ist...

Bin schon am Überlegen, ob ich nicht ganz tapfer bin und es meinem Exmann beichte, was ich da angerichtet habe... Dessen Reaktion auf *Dummes Geschwätz* kenn ich... und trotz der aufkommenden Sommerhitze kann ich mich mal ganz warm anziehen!

Wenn ich es bisher nicht geschafft habe, sein Vertrauen in mich zu erschüttern... jetzt habe ich es ganz bestimmt geschafft!


Ich könnte mich echt so gegen die Wand schmeissen... :(

Zitat
Naja. genau das tun wir hier doch auch.

Guten Morgen, Teppichporsche...

Ja, das tun wir auch hier... aber wo ist diese Grenze? Wo sagt diese *innere Stimme* in uns ... halt den Mund?

Wo fangen wir an unsere Selbstachtung mit Füßen zu treten?

Was zeigt in uns unsere Grenzen auf?

Ist es unser Verstand, der uns sagt... NACHDEM wir (ich mich) mal wieder wieder in ungute Situationen manövriert haben... DAS WAR ABER SCHEIßE!

Oder gibt es Menschen, die so mit sich im Reinen sind und so in ihrer inneren Mitte zentriert sind, die von vornherein wissen, was richtig oder was falsch ist... !?

Ich z.b. hätte ja auch ein unendliches Glück mit dieser Freundin haben können und sie hätte geschwiegen wie ein Grab... Also egal was wir tun... es steht immer 50-50...

Wo vertraut man und wo fängt Blauäugigikeit an?

Ich habe in den vergangenen Jahren soviel gelernt... aber an dieser Lernaufgabe scheiter ich permanent... :(

Versteht ihr was ich meine?

Ich will weder aus meinem Herzen ein Mördergrube machen und zum Einsiedler werden, noch will ich hier die Plaudertasche vor dem Herren werden...

Wie schafft man das?


Liebe Grüße

Pusteblume  

  

 

Offline Teppichporsche

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Re:*Tu was (Gutes) und rede darüber...*
« Antwort #38 am: 06. Juli 2011, 10:30:40 »
Außerdem ist mir in der vergangenen Zeit sehr stark aufgefallen, dass nahezu alle Menschen mit einem *Stöpsel* im Ohr rumlaufen, was mir den Eindruck beschert, dass es nichts anderes bedeutet, dass man um Himmelswillen nicht angesprochen werden möchte...!

Man kann auch mit Stöpseln rumlaufen, weil man Ohrenschmerzen vom Wind bekommt.

Jeder lebt mit diesem *Stöpsel* in *seiner ganz persönlichen Welt* ... Ab und an frage ich mich, ob diese Menschen von irgendwo her *Order* erhalten was sie tun oder lassen sollen!?

Ich habe früher bei der Arbeit Ohrenstöpsel benutzt, weil mich die Gespräche auf dem Gang gestört haben. Was haben die Order mit den Ohrenstöpseln zu tun?

Lang, lang ist`s her, dass man an einer Bushaltestelle *Kontakt* mit seinen Mitmenschen bekommen hat. Selbst die Frage nach der Uhrzeit oder nach den Fahrlinien scheint schon ein *Eindringen* in dessen *Privatsphäre zu sein...

Ich glaube wir Deutschen sind nicht besonders gesprächig. Spanier z.B. sind da ganz anders. Aber was jetzt besser ist, weiss ich nicht. Ich unterhalte mich nicht gerne übers Wetter. Das langweilt mich. Deshalb halte ich bei Fremden oft den Mund.

Aber manchmal werde ich auch angesprochen (ich habe immer lustige Tshirts an oder lese manchmal Bücher verkehrt herum oder sonstwas). Da hatte ich mal ein Tshirt mit einer mathematisch "falschen" Aussage drauf an. Ein Typ sprach mich darauf an und wir kamen ins Gespräch über Kurt Gödel ( http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_G%C3%B6del ). Aber ehrlich gesagt, hat der Bub nichts verstanden und ich kam mir vor wie ein Depp der einem anderen Deppen vom Pferd erzählt und habs dann schnell gelassen. Es war einfach langweilig.

Wenn ich draußen mit den Hunden laufe, möchte ich dem Zwitschern der Vögel, dem Rauschen des Baches und dem Gesang des Windes lauschen. Denn dann finde ich wieder in meine innere Mitte und somit meine innere Balance... Bin im Hier und Jetzt... Da passt meiner Meinung nach einfach keine Musik...    

Ich weiss nicht wie ich nicht im Hier und Jetzt sein könnte. Aber den Vögeln beim Zwitschern zuhören ist schon schön.

Gerade gestern hat mich mein eigenes Gelaber furchtbar genervt und ich habe einfach aufgehört. Ich konnts nicht mehr hören. Das ist entspannend.
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Offline Teppichporsche

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Re:*Tu was (Gutes) und rede darüber...*
« Antwort #39 am: 06. Juli 2011, 10:41:10 »

Ja, das tun wir auch hier... aber wo ist diese Grenze? Wo sagt diese *innere Stimme* in uns ... halt den Mund?

Wo fangen wir an unsere Selbstachtung mit Füßen zu treten?

Was zeigt in uns unsere Grenzen auf?

Was für Grenzen sollen das sein? Du hörst auf zu reden, sobald du keine Lust mehr zum reden hast. Selbstachtung? Ich habe damit ein Problem: was ist daran so schlimm, wenn man sich selber nicht so besonders toll findet? Warum sollte ich gerade mich toll finden und wen störts? Ganz offen gesagt, nerv ich mich manchmal selbst. Das ist doch ganz normal.

Ist es unser Verstand, der uns sagt... NACHDEM wir (ich mich) mal wieder wieder in ungute Situationen manövriert haben... DAS WAR ABER SCHEIßE!

Das passiert immer und kann nicht verhindert werden.

Oder gibt es Menschen, die so mit sich im Reinen sind und so in ihrer inneren Mitte zentriert sind, die von vornherein wissen, was richtig oder was falsch ist... !?

Nö. gibts nicht. Die tun nur so!

Ich z.b. hätte ja auch ein unendliches Glück mit dieser Freundin haben können und sie hätte geschwiegen wie ein Grab... Also egal was wir tun... es steht immer 50-50...

Ich hoffe, dass du das irgendwann gelassener sehen kannst. Es passiert mir z.B. dass ich auch was ausplauder. Das passiert einfach. Und allen meinen Freunden passiert das. Ich kenne niemandem dem das nicht passiert.

Ich habe in den vergangenen Jahren soviel gelernt... aber an dieser Lernaufgabe scheiter ich permanent... :(

Falls das eine Lernaufgabe ist, scheiter ich auch permanent. Und?

Ich will weder aus meinem Herzen ein Mördergrube machen und zum Einsiedler werden, noch will ich hier die Plaudertasche vor dem Herren werden...

Du wirst das, was du wirst. Einsiedler oder Quasselstrippe. Beides hat seine Vorteile.
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Offline Teppichporsche

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Re:*Tu was (Gutes) und rede darüber...*
« Antwort #40 am: 06. Juli 2011, 11:33:23 »
Ich hatte mal ein T-Shirt gekauft, darauf waren Tasmanien und Neuseeland vertauscht.

Auf jeden Fall ein schickes T-Shirt. Ich habe von meiner Mutter in der Pubertät immer T-Shirts mit Bärchen und ähnlichem drauf bekommen. Ich war der Hit in der Schule.
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Yossarian

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Re:*Tu was (Gutes) und rede darüber...*
« Antwort #41 am: 06. Juli 2011, 11:43:12 »
Ich habe von meiner Mutter in der Pubertät immer T-Shirts mit Bärchen und ähnlichem drauf bekommen.

Du heißt nicht zufällig Norman und arbeitest in einem Motel?

Pusteblume

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Re:*Tu was (Gutes) und rede darüber...*
« Antwort #42 am: 06. Juli 2011, 13:10:45 »
Hallo Teppichporsche,

Zitat
Man kann auch mit Stöpseln rumlaufen, weil man Ohrenschmerzen vom Wind bekommt.

Ach... diese Möglichkeit habe ich jetzt noch gar nicht in Betracht gezogen... :D

Zitat
Ich habe früher bei der Arbeit Ohrenstöpsel benutzt, weil mich die Gespräche auf dem Gang gestört haben. Was haben die Order mit den Ohrenstöpseln zu tun?


Also auch aus *Selbstschutz* :D

Das mit der Ordner meine ich so, dass ich das Gefühl habe, dass der eine oder andere sich von einer Stimme aus dem *Off* Instruktionen geben lässt, weil er/sie z.b. sich bei einem Flirtversuch coachen lässt... oder irgendwelche *höheren und dunkle Mächte* eine Gruppe von Menschen einen Chip ins Gehirn implantiert hat und somit *ferngesteuert* ihr Dasein fristen... sieht man ja auch oft in irgendwelchen Filmen... Gerade lese ich auch das Buch der Akasha Code, wo es darum geht... nur eben auf einer höheren Ebene...

Zitat
Ich glaube wir Deutschen sind nicht besonders gesprächig. Spanier z.B. sind da ganz anders. Aber was jetzt besser ist, weiss ich nicht. Ich unterhalte mich nicht gerne übers Wetter. Das langweilt mich. Deshalb halte ich bei Fremden oft den Mund.

Diesbezüglich hab ich auch schon sowohl gute als auch weniger gute Erfahrungen gemacht... Ob das jetzt an UNS Deutsche liegt, mag ich jetzt gar nicht mal sagen...

Aber ich weiß, dass ich, wenn ich mal gut drauf war, Menschen kennen gelernt habe, die für mich in diesem Moment einfach etwas ganz besonderes waren... und die Gespräche gerade NICHT ums Wetter gingen... Es war einfach eine beidseitige Bereicherung... Andererseits, wenn ich dann schräg drauf war, von irgendwelchen Schwachmaten angesprochen wurde, die mir wie ein Kaugummi am Absatz hängen zu bleiben drohten... Ich hatte/habe das Gefühl, als ob ich irgendwas auf meiner Stirn kleben hätte... was sie jedoch ich nicht sehen kann, was sie ermutigt mich anzusprechen und sich an mir fest zu saugen...

Mir hingegen ist aber auch schon passiert, dass ich eine junge Frau, ansprach die mir in der Bahn gegenüber saß und ich von ihrer Ausstrahlung so begeistert war und ich ihr ein Kompliment machen wollte, dass sie eine so hübsche Frau sei... Sie schaute mich dabei an, als ob ich nicht ganz dicht wäre...  :o :.) 

Nein... ich stehe nicht auf Frauen!!! Aber ich fand sie einfach so hübsch... 

Zitat
(ich habe immer lustige Tshirts an oder lese manchmal Bücher verkehrt herum oder sonstwas). Da hatte ich mal ein Tshirt mit einer mathematisch "falschen" Aussage drauf an. Ein Typ sprach mich darauf an und wir kamen ins Gespräch über Kurt Gödel ( http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_G%C3%B6del ). Aber ehrlich gesagt, hat der Bub nichts verstanden und ich kam mir vor wie ein Depp der einem anderen Deppen vom Pferd erzählt und habs dann schnell gelassen. Es war einfach langweilig.

:D

Sowas fällt mir bei anderen auch immer auf und es animiert einen einfach dazu *solche* Menschen einfach anzusprechen... wenn es jedoch dann wie in deinem Fall so ein Griff in die Tulpen ist, ist das natürlich ganz blöd... Ich war vorhin kurz auf der Seite... les ich mir später mal in Ruhe durch ... find ich nämlich sehr interessant! :)

Zitat
Ich weiss nicht wie ich nicht im Hier und Jetzt sein könnte. Aber den Vögeln beim Zwitschern zuhören ist schon schön.


Da bin ich auch ständig dran, das für mich zu praktizieren... Das Hier und Jetzt bedeutet für mich, mir nicht ständig das vor Augen zu zerren was mal war und mir auch nicht ständig Gedanken darüber zu machen, was irgendwann, unter Umständen, vielleicht eintreffen könnte... Sondern den Augenblick zu genießen, was gerade ist... Mit den Gedanken und Gefühlen genau da zu sein, was ich gerade tue... D.h. wenn ich koche oder backe oder arbeite, mich genau auf das zu konzentieren, was ich mache... Aber auch den stillen Moment zu genießen, in dem ich Dankbarkeit empfinde...
Dankbar zu sein, dass ich Kinder habe, die mich so wie ich bin, annehmen und lieben. Aber auch dankbar zu sein, dass ich meine schwere Krankheit überwunden habe...  Dankbar darüber zu sein, dass ich einen Partner an meiner Seite habe, der mich zwar nicht ständig erträgt und wir regelmäßige Beziehungspausen machen, aber tief in mir dieses unzerreissbare Band zwischen uns spüre, das uns verbindet. Dankbar dafür, dass er für mich, neben meinen Kindern, einfach die wichtigste Person ist und egal wie sehr ich ihn schon, aus Angst vor meinen eigenen Gefühlen, verletzt habe... er immer wieder bereit ist, ein neues Kapitel in *unserer* Geschichte zu schreiben.

Das sind für mich sehr wertvolle Momente, die mir immer wieder Kraft geben mich selbst zu (er-)tragen...

Zitat
Gerade gestern hat mich mein eigenes Gelaber furchtbar genervt und ich habe einfach aufgehört. Ich konnts nicht mehr hören. Das ist entspannend.

Diesen Zustand kenn ich auch sehr gut, wenn ich mich um Kopf und Kragen denke und mein geistiges Geschwätz keinen Bahnhof mehr kennt... Ich höre mich dann ganz laut STOP schreien... Aber ich hab mir auch angewöhnt wieder Tagebuch zu schreiben... Ich schreibe seit 3 Jahren Tagebuch und ich bin erstaunt wieviel Papier ich mit meinen Gedanken schon vergewaltigt habe...  :o ;D

Aber genau das ist für mich dieses ganz wichtige Ventil, um wieder Boden unter die Füße zu bekommen... Weil, das was ich in Worte fassen kann, kann ich auch irgendwann loslassen... oder aber ich geh mit den Hunden laufen oder aber ich fange an meine Wohnung zu putzen und sotiere meine Schubladen, um im übertragenen Sinne meine Gedankenschubladen zu sortieren... Hat für mich etwas sehr meditatives und heilsames...

Zitat
Was für Grenzen sollen das sein? Du hörst auf zu reden, sobald du keine Lust mehr zum reden hast. Selbstachtung? Ich habe damit ein Problem: was ist daran so schlimm, wenn man sich selber nicht so besonders toll findet? Warum sollte ich gerade mich toll finden und wen störts? Ganz offen gesagt, nerv ich mich manchmal selbst. Das ist doch ganz normal.


Ich habe das Gefühl, dass ich 2 Seelen in meiner Brust innewohnen habe, die ständig über einander stolpern... Die eine, die sehr Strukturierte und dann diese völlig Chaotische, die immer mal wieder zum tasmanischen Teufel mutiert, sollte es ihr irgendwann mal wieder langweilig werden... Natürlich steckt in jeder Ordnung wieder das Chaos und umgekehrt... es scheint so als tobe zwischen diesen beiden Seelen ein jäher Machtkampf um die Vorherrschaft meines Lebens... Selbstachtung vs. Selbsthass... Selbstliebe vs. Selbstzerfleischung...

Was daran so schlimm sei soll sich selbst nicht besonders toll zu finden, ist eine sehr gute und sehr berechtigte Frage... Findet man sich dann toll, weil man sich Scheiße findet... oder findet man sich Scheiße, weil man sich toll findet... oder findet man sich schon so Scheiße, dass man einfach grenzgenial ist... *yeah* :evil 

...Was für ein Haar, dass man spalten kann... :D :D :D

Zitat
Das passiert immer und kann nicht verhindert werden.Nö. gibts nicht. Die tun nur so!Ich hoffe, dass du das irgendwann gelassener sehen kannst. Es passiert mir z.B. dass ich auch was ausplauder. Das passiert einfach. Und allen meinen Freunden passiert das. Ich kenne niemandem dem das nicht passiert.

Dafür einfach nur ein herzliches Danke...  :)

Zitat
Falls das eine Lernaufgabe ist, scheiter ich auch permanent. Und?

Erfolgreich zu scheitern, ist ja auch nicht einfach... das kann auch nicht jeder...Ich bin in meinem bisherigen Leben schon so oft erfolgreich gescheitert... aber das gibt mir zumindest das Gefühl in *Bewegung* zu sein...und bis jetzt bin ich auch immer wieder auf die Füße gekommen...:D


Vielleicht sollte ich das was mir jetzt passiert ist wirklich als Teil meines Weges ansehen...es gibt mir aber auch wieder das Gefühl, Mensch zu sein... 

Zitat
Du wirst das, was du wirst. Einsiedler oder Quasselstrippe. Beides hat seine Vorteile.


Aber auch Nachteile... die gilt es einfach auszuloten...


Danke, Teppichporsche...

Du hast mir wirklich sehr geholfen! :)

Liebe Grüße

Pusteblume



 

Offline Sinfonie

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Re:*Tu was (Gutes) und rede darüber...*
« Antwort #43 am: 06. Juli 2011, 14:17:54 »

Wo vertraut man und wo fängt Blauäugigikeit an?


Genau das, ist das Problem!
Da macht jeder seine eigenen Erfahrungen mit.... und zieht dann seine Konsequenzen daraus...
Die schönsten Begebenheiten im Leben sieht man nicht mit den Augen,
man fühlt sie mit dem HERZEN und speichert diese in der Seele...

Offline Teppichporsche

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Re:*Tu was (Gutes) und rede darüber...*
« Antwort #44 am: 06. Juli 2011, 16:57:50 »
Du heißt nicht zufällig Norman und arbeitest in einem Motel?

Ich würde mir bei der Duschszene doch selber in die Hosen machen.
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