Wenn der Körper nicht funktioniert, wie man sich das wünscht, kann das echt belastend sein. Wünscht man keinem. Andererseits gibt es kaum jemanden, der älter wird und keine Zipperlein hat. Dementsprechend sehe ich es so, dass man sich halt damit arrangieren muss. Damit meine ich nicht, dass man es einfach hinnimmt, wenn man das Gefühl hat, dass es körperlich bergab geht. Sondern das man das pragmatisch sieht und das individuell Beste draus macht.
Eine Verwandte von mir hatte vor inzwischen über zwanzig Jahren einen Unfall infolgedessen sie erst eine Hüft-OP hatte, aber nachdem das zweimal nicht funktioniert hat, hat sie eine künstliche Hüfte bekommen. War in Summe viel Reha. Und ihr Gangbild war hinterher, nunja, nicht gut. Sie war zwar auch den Beinen, ist aber furchtbar gehatscht. Konnte auch keine längeren Strecken schmerzfrei gehen.
Es gab ne Phase, in der sie sich hat hängen lassen. Und ich denke, es ist legitim, wenn man nicht nur stark ist. Ich hatte damals vermutet, dass man ihr für immer ansehen würde, dass sie in der Hinsicht etwas beeinträchtigt ist. Sie hat sich aber irgendwann mit Physiotherapie und einem spezialisierten Fitnessstudio ihre Mobilität zurück erkämpft. Inzwischen ist sie über 60 Jahre alt und wenn sie zum Beispiel mit ihren Enkeln unterwegs ist, merkt man ihr nichts an. Sie ist lebenslustig und froh. Und erstaunlich gut auf den Beinen. Wenn man nicht weiß, dass da mal was war, sieht man es nicht mehr.
Ich würde deshalb sagen: Die Übungen unbedingt machen. Sich nicht demotivieren lassen, wenn man mal einen oder mehrere schlechte Tage hat. Jeder neue Tag bringt eine neue Chance es besser zu machen. Und ich denke, dass es sehr sinnvoll ist regelmäßig überprüfen zu lassen, ob man die Übungen auch korrekt ausführt. Schau, dass du ne Regelmäßigkeit reinbringst. Wenn etwas zur Routine geworden ist, ist es nicht mehr so zäh, sondern eher ne Selbstverständlichkeit. Wie Zähneputzen.