Autor Thema: Hape for President  (Gelesen 18 mal)

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Offline Yossarian

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Hape for President
« am: Heute um 11:26:51 »
Hape Kerkeling als Bundespräsident – ein Zeichen für eine starke Demokratie!

Was als Witz klingt oder anfängt, kann sich mitunter großartig entwickeln.

Die PARTEI sitzt im Europaparlament, Selenskyj hat als Komiker angefangen, und man sollte mit der ganzen Politikverdrossenheit positiv umgehen, damit nicht alle Welt in ihrer Blödheit zu den Rechten rennt.

Warum also nicht Hape Kerkeling? erinnern wir uns bitte, daß Marcel Reich-Ranicki außerhalb der offiziellen Kanäle auch einmal im Gespräch war, und durchaus nicht nur als Witz gemeint. Ich hätte ihn als Bundespräsident gewollt!

Ich zitiere die Campact Rundmail, die ich heute im Kasten hatte:

Liebe Freundinnen und Freunde der Demokratie, liebe Unterzeichner*innen meiner WeAct-Petition "Hape Kerkeling als Bundespräsident – ein Zeichen für eine starke Demokratie!"

seit dem letzten Newsletter ist die Petition noch einmal deutlich gewachsen. Aus rund 20.000 sind inzwischen bald 40.000 Unterschriften geworden. Auslöser war ein Bericht der dpa, der von zahlreichen Medien aufgegriffen wurde – unter anderem von Zeit Online, FAZ, Süddeutscher Zeitung, Berliner Morgenpost, Welt, Rheinischer Post und Spiegel.

Dazu kamen Reaktionen in sozialen Medien: Allein das n-tv-Posting auf Instagram erreichte über 42.000 Likes und mehr als 3.000 Kommentare.

Und es gibt erste öffentliche Stimmen, die die Idee ernstnehmen. Heidi Reichinnek, Fraktionsvorsitzende der Linken, sagt, sie könne sich durchaus vorstellen, einen überparteilichen Kandidaten zu unterstützen, der breiten Rückhalt in der Gesellschaft genießt – und nennt Kerkeling ausdrücklich. Die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann meint: „Hape Kerkeling hätte die Herzen der Menschen in Deutschland schon gewonnen." Und Cornelia Scheel, Tochter des ehemaligen Bundespräsidenten Walter Scheel, sagt: „Als Bundespräsident wäre der talentierte und begabte Bursche auf allen Ebenen ein Gewinn."

Für viele von euch ist das Thema erst in den letzten Tagen neu aufgetaucht. Deshalb möchte ich an dieser Stelle kurz sagen, warum ich finde, dass Hape Kerkeling mehr ist als ein bekannter Komiker.

Warum Hape?
Weil ich glaube, dass er Menschen erreichen kann, die sich von Politik sonst längst nicht mehr angesprochen fühlen. Weil er Haltung zeigt, ohne ständig Haltung vor sich herzutragen. Und weil er sich in ernsten Fragen nicht wegduckt.

Ein wichtiger Ausgangspunkt für die Petition war seine Rede bei der Gedenkveranstaltung in Buchenwald. Wer sie noch nicht kennt, kann sie hier ansehen: Gedenkveranstaltung in Buchenwald mit Hape Kerkeling (ab Minute: 53:30). Dort sprach er als Enkel eines ehemaligen Buchenwald-Häftlings über Demokratie, Erinnerung und Verantwortung und warnte vor einer „Kultur des Wegsehens".

Dazu kommt seine klare Haltung gegen Antisemitismus und gegen Hass und Ausgrenzung. Nach einer Rede in einer Düsseldorfer Synagoge, in der er sich gegen Antisemitismus stellte, waren die Reaktionen so heftig, dass sich sogar der Staatsschutz einschaltete. Auch das gehört für mich zu diesem Bild: jemand, der nicht nur freundlich wirkt, sondern auch dann Haltung zeigt, wenn es unangenehm wird.

Und ja, auch sein offener Umgang damit, dass er schwul ist, gehört für mich dazu. Nicht als Etikett, sondern weil es etwas über seinen Weg sagt: über Sichtbarkeit, über Druck, über die Erfahrung, nicht immer in die Norm zu passen. Gerade so etwas kann einem Menschen ein Gespür dafür geben, wie Gesellschaft funktioniert – und wo sie verletzend wird.
Viele kennen ihn auch durch seine Bücher. „Ich bin dann mal weg" hat viele Menschen dazu bewegt, selbst den Jakobsweg zu gehen. Das Buch ist eine ehrliche Auseinandersetzung mit Erschöpfung, Sinnsuche und Neuanfang. Sein jüngeres Buch „Gebt mir etwas Zeit" geht noch weiter: Kerkeling betreibt darin Ahnenforschung und taucht tief in die deutsche Geschichte ein – den Suizid seiner Mutter, die AIDS-Krise, die Frage, woher man kommt und was das mit einem macht. Wer das gelesen hat, weiß: Kerkeling mehr als ein Komiker. Er ist ein Mensch, der sich an ernste Themen herantraut.

Dazu gehört auch sein Engagment für den Tierschutz. Er bezeichnet sich selbst als überzeugten Tierschützer und unterstützt den Deutschen Tierschutzbund. Das ist kein Hauptargument für das Amt – aber es sagt etwas über den Menschen.


Also: Warum nicht Hape? Was gibt es zu verlieren? Ich habe die Petition gezeichnet.

"I came to a point where I needed solitude and just stop the machine of thinking and enjoying what they call living, I just wanted to lie in the grass and look at the clouds."

— Jack Kerouac

Alte Männer sind gefährlich. Sie haben keine Angst vor der Zukunft.

Enkel sind das Dessert des Lebens.