Wieso gibt man sich mit einer Versicherung zufrieden, die so mit einem Umgeht?
Ich bin jetzt seit über 10 Jahren bei der Helvetia Versicherung und hatte in diesen Jahren zwei "Schadensfälle". Einmal wollte man einbrechen und versuchte das Schloss aufzubrechen inklusive kleiner Lackschaden an der Türe und beim zweiten hat ein Irrer bei zig Autos die Scheiben eingeschlagen.
Wenn ich da irgendetwas machen müsste oder herumdiskutieren müsste, dann wäre das sofort beim Anwalt. Dafür zahlt sich dann auch gleich meine Rechtsschutzversicherung aus.
Man muss sich nicht alles gefallen lassen.
Ich kann deine Gedankengänge gut nachvollziehen und ja, im ersten Moment würde man dir wohl recht geben, nur der Teufel sitzt im Detail.
Viele Versicherungen kündigen ihre Versicherungsnehmer auch nach dem ersten Schadensfall, insbesondere bei Kasko-Schäden. Denn gerade hier gibt es den Aspekt der Vorschaden-Problematik. Besonders bei Bagatellschäden; denn häufen sich diese, steigt das Risiko für den Versicherer. Da kommt es auf den Betrag nicht an. Es zählen Schadensquoten, Wirtschaftlichkeit und Risikoeinschätzung.
Auch wenn Versicherungen vor 20 Jahren noch kulanter waren, war das damals auch nicht anders. Versicherungen verdienen Geld. Draufzahlen werden sie zu verhindern wissen. Dann trennen sie sich lieber aufgrund der Risikoeinschätzung. Wenn deine Versicherung also schon zwei Bagatellschäden übernommen hat, insbesondere bei einem Kasko-Schaden, wirst du bei dem dritten wohl höchstwahrscheinlich mit einer Kündigung rechnen müssen. Da hilft auch kein langjähriger Vertrag oder gute Kumpelschaft mit dem Versicherungsvertreter.
Für kleinere Schäden hat sich meiner Meinung nach, schon immer besser eine Eigenübernahme der Kosten rentiert, inklusiver eines privaten Schraubers. Die großen Kosten überlässt man dann der Versicherung, für die man im Grunde genommen diese auch hat.
Was eine Klage betrifft, weil man ja eine Rechtschutz hat..da würd ich ebenso vorsichtig handeln. Du klagst aufgrund einer im Grunde genommenen unwichtigen Sache, die man schnell und unkompliziert selber aus der Welt schaffen kann und die Versicherung übernimmt dies. Im Anschluss kommt dann eventuell was wirklich wichtiges auf dich zu, wo deine Rechtschutzversicherung tatsächlich dann eine wichtige Rolle spielt. Noch bevor dieser zweite Fall abgeschlossen ist, wird dir deine Versicherung die Kündigung aussprechen.
Was ich also sagen will ist: Bagatellschäden sind ärgerlich, aber selbst zu stemmen. Für große Schäden ist eine Versicherung da. Man wähle also weise, denn auch wenn es unter der Hand geschieht, die Versicherungsgesellschaften geben ihre Erfahrungen mit Versicherungsnehmern untereinander weiter und dann könnte es geschehen, dass die nächste Versicherung einen abweist, weil sie das Risiko für zu hoch einschätzt. Was sie im übrigen darf! Und wenn das geschieht, darfst du auf die Suche gehen, um eine neue für dich zu finden. Und wenn es eine ist, die du brauchst, wie eine KFZ Versicherung, dann könntest du dich in die Lage versetzt sehen, richtig hohe, also echt hohe Beiträge leisten zu müssen, um überhaupt aufgenommen zu werden.