Deine letzte Antwort liest sich fast wie ein Crashkurs quer durch die Selfpublisher-Werkzeugkiste – von Affinity-Publisher über Bibisco bis zu Obsidian.
Oh, das ist ungefähr so unmöglich, wie ein Crashkurs im Backen. Willst Du Kuchen? Brot? Pizza?
Was meinst Du, wie viele Autoren es gibt, die mit Word Schreiben, ihr Werk auf Amazon hochladen, noch eben deren CoverCreator ankurbeln, und gut ist. Auch so etwas wird verkauft und auch so etwas hat Erfolg.
Ich habe lediglich einen Crashkurs in MEINEM Workflow gegeben. Ob er dann mit Word schreibt oder doch einen Bleistift nimmt, kann und will ich nicht beeinflussen. Es ist ganz allein seine Sache. Ich zähle nur hier und da ein paar Fallstricke auf.
Spannend, dass du beim Schriftarten-Testen so ins Detail gehst, das zeigt, wie viel Kleinkram am Ende über die Qualität entscheidet.
So etwas muss man aber auch erstmal sehen. Das war ja auch der Grund, weshalb ich zunächst eine "Generalprobe" erstellt habe.
Eigentlich würde ich sagen, dass die Jobs rund um das Buch intensive Lehrberufe sind, die schon ihre Berechtigung haben. Mal eben so einen Bildband erstellen, ist ganz gewiss nicht "mal eben" gemacht und erfordert garantiert viel Wissen. Andererseits sehe ich fast täglich, was mir die "Profis" von Suhrkamp & Co zumuten, und das kann ich besser.
Ich hatte neulich ein Büchlein von Reclam in der Hand, welches man nur noch als unleserlich bezeichnen konnte, solche woken Genderkreationen wurden da eingebaut. Aber auch Übersetzungsfehler sind mittlerweile nicht selten, bis hin zu total unlogischen Sätzen.
Paretoprinzip passt da gut, aber ich frag mich: wie vermeidest du, dich im 20%-Rest zu verlieren, der am meisten Zeit frisst?
Bei der Recherche geht das sehr gut, man muss einfach ehrlich zu sich selbst sein, wenn man zB. bei Wikipedia eigentlich nur "Dienstgrad der Polizei" nachschlagen will und irgendwann bei "Waffen der spanischen Polizei" angekommen ist. Das geht dann schnell in den Bereich der Prokrastination.
Und lerne ich ein Programm wie Word, sieht man schon im Inhaltsverzeichnis des Manuals was ich brauche (Menüs der Oberfläche) und was ich getrost vernachlässigen kann (Serienbriefe). Auch reichen Tastaturbefehle für Copy und Paste, aber die, um die 120 betriebswirtschaftlichen Formeln anzuziegen, brauch ich garantiert nicht.
Und gänzlich vermeiden kann man das sowieso nicht, weil es auch viele Themen gibt, bei denen man keine Übersicht hat oder es andere Faktoren gibt, die das beeinflussen. Um beim Thema zu bleiben, nehme ich nochmals das Beispiel mit "Patchwork". Da ist das ganze Forum so Ahhh und Ohhh, alle hellauf begeistert. Dann hab ich mir das Ding gekauft und war alles andere als Ahhh und Ohhh, sondern eher Uuuaaahhh.
Da hab ich drei Monate dran gesessen und absolut NICHTS brauchbares geschaffen. Das musste aber an MIR liegen, denn die Fanboys im Forum sind ja hellauf begeistert.
Irgendwann hab ich halt kapiert, dass das nicht an mir lag, sondern diese Software wirklich völlig überholt, geradezu vorsintflutlich ist. Mitte der 90er wäre das der heiße Shyce gewesen, aber nicht 2020. Und ja, das Programm hat viele Funktionen, aber alle sind sie unlogisch und kompliziert und das Ergebnis ist teilweise geradezu grauenerregend. Ich habe auch nie einen Profi erlebt, der damit gearbeitet hat; alles nur so Hobbyschreiber.
Und in so einem Fall kannst Du Pareto leider nicht anwenden.
Und bei der „Selfpublisherbibel“ – würdest du sagen, die Inhalte lohnen sich trotzdem, auch wenn man die Person dahinter kritisch sieht?
Ich sehe das wie bei Wikipedia: Verwenden, aber nicht drauf verlassen, schon gar nicht rechtlich.
@PacPac: Was für ein Buch willst Du eigentlich schreiben? Gibt es da schon etwas zu lesen?