Autor Thema: die eigene Scholle  (Gelesen 2071 mal)

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Offline Araxes

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die eigene Scholle
« am: 02. August 2018, 13:01:45 »
Ich könnte vielleicht in Brandenburg ein Grundstück von einem halben Hektar (ein Drittel Bauland) kaufen. Preis 16.000 Euro plus Makler. Strom, Gas und Wasser liegen an. Man kann darauf bauen, was man will. Es gibt keine Vorschriften für die Gestaltung. Es ist ca. eine Autostunde von Berlin entfernt und liegt in einer Außensiedlung mit ein paar wenigen Nachbarn. Rundherum ist Landwirtschaft.

Das wäre ja schon verlockend, aber was bindet man sich damit ans Bein? Mit welchen Kosten muß man fix rechnen (Grundsteuer, Straßenreinigung,...). Irgendwann würde ich ein Tiny House oder ein Modulhaus raufsetzen. Dann kommen noch Strom, Gas, Wasser dazu.

Dazu die ganzen Genehmigungen. Außerdem ist das Bauland ziemlich zugewuchert und es gibt noch eingefallene Reste des ehemaligen Hause. Davon sieht man aber nur noch verstreute Steine und irgendwo darunter ist noch ein Rest vom Keller.

Lohnt sich das, oder raubt einem das irgendwann den letzten Nerv und endlose Kosten. So ein Modulhaus gibt es ab 50.000 EUR aufwärts für ca. 40qm.

Offline marple

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Re: die eigene Scholle
« Antwort #1 am: 02. August 2018, 13:12:17 »
Für 16 T würde ich zuschlagen. Und wenn du erst mal gar nichts damit machst. Du weißt nie, wie es im Leben noch kommt. Ich bin froh, dass ich eine (halbe) eigene Scholle habe.

Und wenn du erst mal nur Obstbäume setzt, die du abernten kannst. Mach es.

Offline marple

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Re: die eigene Scholle
« Antwort #2 am: 02. August 2018, 13:20:35 »
Ich fliege im September nach Bulgarien zu meinem Lieblingscousin aufs Dorf. Er ist jünger als ich, ist aber letztes Jahr ausgestiegen. Von der Hauptstadt ins mütterliche Dorf. Wir hatten da auch Landbesitz, den wir an die dortige Verwandtschaft verschenkt haben. Mittlerweile leben viele davon nicht mehr und die Jugend haut ab. Für 2-3 T könnte ich da mittlerweile ein  relativ neues, großes Haus mit ausrechend Land bekommen. Das  zeckt mich auch an. Obwohl ich nicht komplett übersiedeln würde.

Offline marple

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Re: die eigene Scholle
« Antwort #3 am: 02. August 2018, 13:24:00 »
Das Dorf ist 40 Minuten mit dem Auto von Sofia entfernt.

Offline Yossarian

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Re: die eigene Scholle
« Antwort #4 am: 02. August 2018, 13:28:41 »
Kommt ein bißchen auf die Umstände an. Der Preis könnte günstig sein, vielleicht ist das Grundstück aber auch geschenkt zu teuer. Ohne weitere Informationen kann man dazu nichts sagen.

Drohen weitere Erschließungskosten? Kann man das Ackerland u.U. verpachten, oder wird es vielleicht irgendwann auch Bauland (die ganzen Nebenerwerbsbauern haben bei mir in der Ecke so ihre Kohle gemacht: Äcker jahrelang liegen gelassen und mit einer Tüte Chips gewartet, bis die endlich Bauland wurden. Faustregel: Von drei Bauplätzen zwei verticken und mit dem Erlös auf dem Dritten ein hübsches Häuschen für lau bauen).

Grundsteuersätze und andere öffentliche Abgaben wie Wasser, Kanal bei der Kommune erfragen, den Rest bei den örtlichen Versorgern. Kostenvoranschläge fürs Planieren des Baulands und die Abfuhr des Mülls inkl. Reste der Ruine.

Gibt es Bebauungszwang, d.h. muß innerhalb einer bestimmten Frist was draufstehen, oder kann man das theoretisch 100 Jahre brach liegen lassen?

Ist eigentlich überschaubar.

Dann natürlich die Infrastruktur. Wie weit ist die Zivilisation? Will man da wirklich tot überm Zaun hängen etc.?

5.000 qm Land, davon knapp 1.700 qm Bauland für 16 Große klingt jedenfalls verlockend.
"I came to a point where I needed solitude and just stop the machine of thinking and enjoying what they call living, I just wanted to lie in the grass and look at the clouds."

— Jack Kerouac

Offline DieFrau

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Re: die eigene Scholle
« Antwort #5 am: 02. August 2018, 13:34:56 »
Ihr Berliner habt es richtig gut.

@ Raxi, zuschlagen werde ich sagen. Die Nebenkosten am Land sind viel weniger als in der Stadt. Informiere dich bei der Kommune, vor allem wegen der Erschließung und der einmaligen Kosten dazu.
Bis du die Nase vom Stadtleben voll hast, kannst du das Häuschen als Ferienhaus vermieten und den Rest entsprechend bewirtschaften lassen.
Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Geist ein treuer Diener.
Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat!...Einstein

Offline DieFrau

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Re: die eigene Scholle
« Antwort #6 am: 02. August 2018, 13:39:57 »
Ach noch was wichtiges, sehr wichtig sinch einen Auszug aus dem Altlastenkataster gebenzu lassen. Die Haftung geht an dir über, so bald das Eigentum beurkundet wird.
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Offline Araxes

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Re: die eigene Scholle
« Antwort #7 am: 02. August 2018, 13:48:37 »
Der Acker wird vom Bauern bewirtschaftet (kein Pachtvertrag). Kosten entstehen durch die Räumung des Buschwerks und vielleicht für die Gebäudereste und dann eben Grundsteuer, Straßenreinigung, Beleuchtung oder was auch immer der Gemeinde einfällt. Der Makler will 2000 EUR haben, was deutlich über den üblichen 7,14% ist.

An den Gebäuderesten haben sich die Nachbarn aber schon über die Jahrzehnte bedient und alle ganzen Ziegelsteine raussortiert. Es ist noch ein Rest an Schutt übrig, aber nicht wirklich viel.

An den Bäumen im unterern Teil erkennt man das Bauland (1700qm). Die Straße an der Längsseite führt ins Nichts. Da fahren am Tag 3 Autos lang.
Das ganze hat noch einen großen Vorteil: meine Cousine wohnt direkt gegenüber. Es gäbe also einen Ort, wo man mal schlafen kann, solange noch keine Hütte draufsteht.

Es sind 2000m bis zum Dorfkern und bis zum nächsten Bus. Nächster Bahnhof mit Zug nach Berlin in 12km.



« Letzte Änderung: 02. August 2018, 13:53:47 von Araxes »

Offline marple

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Re: die eigene Scholle
« Antwort #8 am: 02. August 2018, 13:54:27 »
Bekannte von mir haben im Potsdamer Umland Brachland geerbt. Das ganze Jahr über dürfen Freunde ihren Holzabfall in der Mitte des Fleckens abladen. Immer Anfang September gibt es dann eine drei Tage andauernde Riesenparty mit allen, einem großen Lagerfeuer und jeder bringt Essen und Getränke mit. Geschlafen wird in den Autos, die kreuz und quer auf dem Feld stehen dürfen. Das Einzige, was da steht, ist ein dann gemietetes Dixi-Klo und eine große Stangenkonstruktion, wo Planen rankommen gegen eventuellen Regen.

Ich ernte dann immer paar verwilderte Obstbäume ab. Das interessiert die anderen nicht.

Offline Araxes

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Re: die eigene Scholle
« Antwort #9 am: 02. August 2018, 13:55:39 »
Bis du die Nase vom Stadtleben voll hast, kannst du das Häuschen als Ferienhaus vermieten und den Rest entsprechend bewirtschaften lassen.

Für ein Ferienhaus fehlt da irgendein See und die Radwanderwege sind auch zu weit weg. Da würde sich vielleicht mal ein Schriftsteller in Klausur einmieten, aber sonst niemand.

Offline marple

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Re: die eigene Scholle
« Antwort #10 am: 02. August 2018, 13:59:16 »
Araxes, das klingt doch gut. Eigene Scholle hat den Vorteil, dass sie erhalten bleibt. Egal, was passiert.

Und Cousine vor Ort ist ideal. Damit bist du nicht die blöde "Boulette", die keiner kennt.

Offline marple

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Re: die eigene Scholle
« Antwort #11 am: 02. August 2018, 14:01:50 »
Für die Auswärtigen: Boulette = blöder Berliner. Für alle drumherum.

Offline Araxes

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Re: die eigene Scholle
« Antwort #12 am: 02. August 2018, 14:05:21 »
Preislich liegt das ganze schon am unteren Rand. Der Verkäufer ist der Ort selber. Im Dorfkern wird eine Fläche in Parzellen von 1750qm geteilt, und für 13.500 EUR angeboten, also etwa die gleiche Baulandfläche für ein bißchen weniger, aber ohne den Acker, was dann insgesamt nur ein Drittel der Größe ist. Alles, was in Pendelentfernung zu Berlin liegt, wird deutlich teurer. Viele Grundstücke kosten sogar in den umliegenden Orten das Doppelte.

20 Jahre lange wollte es keiner haben. Jetzt kümmert sich der Makler drum und es gibt einen Interessenten mit laut Makler "akzeptablem Angebot", was nicht danach klingt, als würde der mehr als den verlangten Preis zahlen wollen, eher sogar weniger. Es wird dann meistbietend verkauft.

Offline DieFrau

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Re: die eigene Scholle
« Antwort #13 am: 02. August 2018, 14:06:38 »
Für ein Ferienhaus fehlt da irgendein See und die Radwanderwege sind auch zu weit weg. Da würde sich vielleicht mal ein Schriftsteller in Klausur einmieten, aber sonst niemand.

Ich erlebe es gerade in Regensburg, da werden die Äcker nach und nach zum Bauland geklärt, dazu kommen dann die  Nahversorger und Freizeitstäten.
Wenn Grundwasser vorhanden ist kannst du bei der Wasserversorgung einiges sparen. Ein Brunnen hat schon was.

Erkundige dich über die Erschließung, Abwasser ect..
Ist die Straße ausgebaut oder ist das ein Schötterweg?
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Offline Araxes

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Re: die eigene Scholle
« Antwort #14 am: 02. August 2018, 14:11:02 »
Das dreieckige Grundstück auf dem Foto in der linken unteren Ecke steht auch zum Verkauf für etwa 15.000 EUR.