Autor Thema: Zwickmühle / Schwangerschaft / Job  (Gelesen 494 mal)

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Offline R0B3RT

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Zwickmühle / Schwangerschaft / Job
« am: 26. März 2018, 10:14:29 »
Hallo Leute,

es geht diesmal um meine Frau. Sie ist seit 12 Jahren in einem Familienbetrieb beschäftigt. Zur Arbeit fährt sie knapp 40km hin und 40km zurück.
2016 kam unser Sohn zur Welt und ab Juni 2016 ist sie in Elternzeit. 2 Jahre waren vereinbart. Nach wenigen Monaten haben sie verzweifelt angerufen, ob sie nicht 5 halbe Tage die Woche kommen kann.
5 Tage kam nicht in Frage, die Oma hat maximal 2 Tage die Woche Zeit. Alles soweit gut. Alle waren sich einig und die Familienkasse hat auch nix dagegen.
Damals hat meine Frau auch schon gesagt, dass nach der Elternzeit keine Vollzeit mehr in Frage kommt. Damit sich das vom Fahren lohnt würde sie zwar ganze Tage arbeiten wollen, aber keine 5 Tage die Woche.

Zudem kann ich noch sagen, dass meine Frau dort eigentlich alles erledigt, alles gewissenhaft und mit vollster Zufriedenheit des Arbeitgebers. Wenn sie nicht mehr da ist, dann müsste ein Nachfolger erst gefunden werden und es würde lange dauern, ihn in das System einzuarbeiten.

Recht viele Anfragen kommen nicht, das Angebot des Arbeitgebers ist nicht sehr prickelnd. Z.B. nur die 20 gesetzlichen Tage Urlaub, wobei man 2 Wochen über Weihnachten nehmen muss, weil die Firma dort zu hat.

Nun möchte der Arbeitgeber unbedingt, dass sie 5 Tage die Woche voll arbeitet. Wenn nicht, dann versucht er sie dazu zu überreden, einen beidseitigen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben und sich wo anders umschauen.
Das verstehe ich sowieso nicht, denn dann wäre von jetzt auf gleich gar keine da.

Für den Minijob den sie jetzt dort in der Elternzeit hat, hat sie einen gesonderten Vertrag. Wenn sie thoretisch keine Lust mehr hat, kann sie von jetzt auf gleich daheim bleiben.

Klar, dass meine Frau nun gar keine Lust mehr hat. Am liebsten würde sie den Arbeitgeber wechseln. Sie hat ihnen auch angeboten, vieles von daheim aus zu erledigen. Alle Arbeiten wären genauso erledigt, obwohl wie gesagt jetzt auch nix liegen bleibt. Es kann halt momentan nur vorkommen, dass ein Kollege für sie für eine Bestellung mal ein Formular nur ausdrucken muss, wenn sie an dem Tag nicht da ist.

neuer Job mit Halbtagsstelle wo sogar mehr in der Nähe wäre, wäre sicher nicht das Problem. Problem ist nur, dass wir die Familienplanung noch nicht abgeschlossen haben und meine Frau beim neuen Arbeitgeber vielleicht nur ein 1/2 - 3/4 Jahr bis zum nächsten und letzten Mutterschutz arbeiten würde.

Alternativ hat sie das recht, ein 3. Jahr Elternzeit dran zuhängen. dann kann der alte Arbeitgeber erstmal nix machen. Es ist momentan auch kein Streit und wir möchten auch keinen.

Ich meine, sie könnte das 3. Jahr anhängen und in der Nähe bei einem anderen Arbeitgeber einen "Minijob" annehmen. In der Hoffnung, dass sie nach der Familienplanung dann dort auch übernommen wird.

Durch das 3. Jahr hätte der momentane Arbeitgeber auch keine Nachteile, denn zahlen muss er momentan nur den Nebenjob, der dann aber auch sofort wegfallen würde.

Was habt ihr für eine Meinung zu dem Thema?     
 

Offline Johnbob

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Re: Zwickmühle / Schwangerschaft / Job
« Antwort #1 am: 26. März 2018, 12:04:38 »
Macht wie es euch passt. Ein Arbeitgeber mit schlechten Konditionen sollte man nicht auch noch mit Flexibilität unterstützen.
Die Elternzeit ist eure Zeit, nicht die Zeit wie es dem Unternehmen am besten passt.
Wenn du glaubst es wär nicht schwer, kommt von irgendwo ein Lump daher.

Offline Yossarian

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Re: Zwickmühle / Schwangerschaft / Job
« Antwort #2 am: 26. März 2018, 12:30:22 »
Es ist ein Familienbetrieb; der kommt schon mal selbst ins Schwitzen, wenn die Arbeitnehmer ihre Rechte ausreizen.

Das soll jetzt kein Argument sein, auf Arbeitnehmerrechte zu verzichten; aber gerade kleine Betriebe stellen sich nicht aus Schikane quer, sondern aus eigener Not.

"I came to a point where I needed solitude and just stop the machine of thinking and enjoying what they call living, I just wanted to lie in the grass and look at the clouds."

— Jack Kerouac

Offline simplemachine

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Re: Zwickmühle / Schwangerschaft / Job
« Antwort #3 am: 26. März 2018, 21:27:54 »
Sie hat ihnen auch angeboten, vieles von daheim aus zu erledigen. Alle Arbeiten wären genauso erledigt, obwohl wie gesagt jetzt auch nix liegen bleibt. Es kann halt momentan nur vorkommen, dass ein Kollege für sie für eine Bestellung mal ein Formular nur ausdrucken muss, wenn sie an dem Tag nicht da ist.

Familienbetriebe wollen ihre Untertanen üblicher Weise vor Ort in ihrem kleinen Reich haben, die mögen keine Heimarbeit. Home-Office ohne rauszugehen, ist ja so ein moderner Traum von Muttis, der erfüllt sich aber nunmal nicht, wenns der Arbeitgeber nicht unterstützt. Und die derzeitige Minijoblage ist für den Arbeitgeber offenbar unzureichend, wäre ja auch komisch wenn die Frau von Vollzeit auf Minijob geht und es würde betrieblich nichts fehlen.

Durch das 3. Jahr hätte der momentane Arbeitgeber auch keine Nachteile, denn zahlen muss er momentan nur den Nebenjob, der dann aber auch sofort wegfallen würde.

Klar hat er Nachteile, er kann die Vollzeitstelle nicht unbefristet neu ausschreiben. Und die Stellenangebote "zunächst befristet wg. Elternzeit" fasst keiner an, der nicht muss. Noch schlimmer wirds, wenn die Mutti nochmal kurz wiederkommt, um sogleich ihr erneutes Mutterglück zu verkünden.


Offline R0B3RT

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Re: Zwickmühle / Schwangerschaft / Job
« Antwort #4 am: 27. März 2018, 10:14:28 »
Die Arbeit - bzw. die eigentliche Arbeit wird jetzt so trotzdem komplett erledigt. In der Zeit der Vollzeitbeschäftigung musste meine Frau Arbeiten eines Kollegen übernehmen, auf die er keine große Lust hatte. Nicht wegen Überlastung, sondern wegen Sonderstatus. Sonderstatus wegen langer Betriebsangehörigkeit. Da darf nicht mal der Chef da reinreden.

Problem ist, es sind 2 Chefs. Junior und Senior. Senior wollte schon vor 5 Jahren aufhören, Junior hält sich komplett raus solange Senior noch da ist. Sobald Junior was umsetzten will, kommt ihm der Senior in die Quere. Junior wollte den besagten Angestellten mit dem Sonderstatus kündigen, da sein Verhalten inakzeptabel ist. Dem Kunden, Kollegen und dem Chef gegenüber.

Ich nenne es mal Strukturprobleme... Wegen dem Kollegen sind einige Kundenbeziehungen zerbrochen und viele gute Kollegen sind freiwillig gegangen. Da meine Frau mit dem Kollegen umzugehen weiß, soll sie am Besten den ganzen Tag arbeiten.

Von daher keine Frage. Es reicht irgendwann. Problem ist halt in der Situation einen Arbeitgeber zu finden, mit den Plänen wo man noch hat.

Offline Yossarian

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Re: Zwickmühle / Schwangerschaft / Job
« Antwort #5 am: 27. März 2018, 10:20:07 »
Problem ist halt in der Situation einen Arbeitgeber zu finden, mit den Plänen wo man noch hat.

Also ist immerhin klar, daß Deine Frau da eigentlich gar nicht mehr arbeiten will.

Wie viele Beschäftigte hat der Betrieb?
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— Jack Kerouac

Offline R0B3RT

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Re: Zwickmühle / Schwangerschaft / Job
« Antwort #6 am: 27. März 2018, 11:09:45 »
Der Betrieb hat ca. 50 Leute beschäftigt.

Meine Frau hängt nicht an dem Betrieb. Allgemein kann ich sagen, ist sie nicht der Typ für Veränderungen. Wir haben schon oft früher darüber gesprochen, ob es nicht besser wäre wenn sie den Arbeitgeber wechselt. Letztendlich muss sie das selbst wissen. 
Ich denke sie ist durch die Aussage der Geschäftsführung gekränkt. Fast täglich reden wir darüber, sie versteht es nicht warum sich die Firma nicht darauf einlässt. Schließlich hat sie viel für die Firma getan und es funktioniert so auch alles super. Nur dreht es sich um den einen Kollegen, der Grund für alles was mit Unruhe bei Kollegen und Kunden zu tun hat.

Man macht alles richtig und trotzdem ist es falsch oder nicht genug.  Ich nenne es mal einen kleinen Tritt in den Hintern, der vielleicht schon längst überfällig war. Nur ist es gerade ein total blöder Moment. 

Offline Johnbob

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Re: Zwickmühle / Schwangerschaft / Job
« Antwort #7 am: 27. März 2018, 12:02:47 »
Ein Betrieb mit 50 Leuten macht so einen Wirbel um die Elternzeit deiner Partnerin?
Also doch mehr Schikane als Not?
Die Leute brauchen heutzutage immer öfter eine zweite Arbeitsstelle, sollte nicht sooo schwer sein eine Schwangerschaftsvertretung für 1-3 Jahre zu finden.

Wenn deine Frau ohnehin keinen großen Wert auf den Arbeitgeber legt, dann:
Macht wie es euch passt. Ein Arbeitgeber mit schlechten Konditionen sollte man nicht auch noch mit Flexibilität unterstützen.
Die Elternzeit ist eure Zeit, nicht die Zeit wie es dem Unternehmen am besten passt.

Zitat
Problem ist halt in der Situation einen Arbeitgeber zu finden, mit den Plänen wo man noch hat.
Was man nicht weiß, macht einen nicht heiß.
« Letzte Änderung: 27. März 2018, 12:05:25 von Johnbob »
Wenn du glaubst es wär nicht schwer, kommt von irgendwo ein Lump daher.