Autor Thema: Brexit  (Gelesen 5656 mal)

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Offline maxim

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Re: Brexit
« Antwort #105 am: 24. November 2019, 21:30:06 »
Das politisch Explosive ist beim Brexit doch gar nicht die wie auch immer gestaltete offizielle Begründung. Bisher war klar, dass EU-Mitglied zu sein, ein enormer Vorteil ist.
War das klar ?
Vielleicht ein enormer Vorteil für potentielle Empfänger-Länder. Aber auch das ist eher zu bezweifeln.
Für Länder wie die Schweiz oder Norwegen mit höherem Pro-Kopf-Einkommen als D haben deren Bürger eine ganz andere Sicht.

Zitat
Bittsteller, wie die Türkei, warteten darauf ewig und wenden sich jetzt mangels Akzeptanz verprellt in andere Richtungen ab.
Auch die Türkei hat, ohne EU-Mitglied zu sein, einen beispiellosen Boom erlebt. Dies wäre als EU-Mitglied vielleicht nicht möglich gewesen.


wer für alles offen ist, ist nicht mehr ganz dicht

Offline simplemachine

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Re: Brexit
« Antwort #106 am: 24. November 2019, 23:34:01 »
War das klar ? Vielleicht ein enormer Vorteil für potentielle Empfänger-Länder. Aber auch das ist eher zu bezweifeln.


Das war klar. Darum gibt es überhaupt "Empfänger-Länder", weil ein geeintes Europa einen Wirtschaftsraum bietet, der ein globales Schwergewicht darstellt, auch wenn man niedrigschwellige Länder erstmal an die Hand nehmen (und unterstützen) muss.

Für Länder wie die Schweiz oder Norwegen mit höherem Pro-Kopf-Einkommen als D haben deren Bürger eine ganz andere Sicht.

Zu kleine und kurzsichtige Denkwelt. Auf Dauer sind diese Länder nichts, ohne einen sie umgebenden funktionierenden europäischen Wirtschaftsraum.

Auch die Türkei hat, ohne EU-Mitglied zu sein, einen beispiellosen Boom erlebt. Dies wäre als EU-Mitglied vielleicht nicht möglich gewesen.

Keine Ahnung, wie ein "Boom" sich mit derjenigen Inflationsrate anfühlt.

Offline maxim

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Re: Brexit
« Antwort #107 am: 25. November 2019, 11:08:36 »
Das war klar. Darum gibt es überhaupt "Empfänger-Länder", weil ein geeintes Europa einen Wirtschaftsraum bietet, der ein globales Schwergewicht darstellt, auch wenn man niedrigschwellige Länder erstmal an die Hand nehmen (und unterstützen) muss.
Transferzahlungen an wirtschaftlich schwache EU-Staaten, damit sie unsere Waren kaufen, sind wettbewerbsverzerrend und führen zu Dauerabhängigkeiten.

Zitat
Zu kleine und kurzsichtige Denkwelt. Auf Dauer sind diese Länder nichts, ohne einen sie umgebenden funktionierenden europäischen Wirtschaftsraum.
Diese Länder sind nichts. Wohnt da in dir auch ein Preuße, der raus will ?

Lass dich mal von einem Schweizer belehren.
https://www.fluter.de/warum-ist-die-schweiz-nicht-in-der-eu


Zitat
Keine Ahnung, wie ein "Boom" sich mit derjenigen Inflationsrate anfühlt.
Deshalb gibt es auch das reale BIP um sich ein Bild zu machen.
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Offline simplemachine

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Re: Brexit
« Antwort #108 am: 25. November 2019, 22:20:02 »
Transferzahlungen an wirtschaftlich schwache EU-Staaten, damit sie unsere Waren kaufen, sind wettbewerbsverzerrend und führen zu Dauerabhängigkeiten.

Warenabsatz ist nur ein Einzelaspekt. D braucht auch Arbeitskräfte aus dem Ausland, gerade in den Bereichen, die Deutsche mittlerweile eher meiden, aus Überalterungsgründen aber auch sonst.


Lass dich mal von einem Schweizer belehren.
https://www.fluter.de/warum-ist-die-schweiz-nicht-in-der-eu

So what? Im Interview erfährt man, dass die Schweiz aktuell auf über 120 bilaterale Verträge mit der EU angewiesen ist und aktuell ein umfassender Rahmenvertrag ansteht, wonach EU-Regeln zwingend zu übernehmen sind. Auf die Frage, was passiert, wenn kein Rahmenvertrag zustande kommt, erklärt der Schweizer:

Zitat von: dem verlinkten Interwiew
"Die bilateralen Verträge werden nicht mehr erneuert. Die ersten sichtbaren Schwierigkeiten werden sich dann im Bereich der Krankenhäuser einstellen. Die sind international ausgerichtet. Die zweite heikle Stelle sind die Schweizer Universitäten, die sind angewiesen auf den Binnenmarkt und verstehen sich als Teil einer europäischen Gesellschaft. Wenn wir da Einschränkungen bekommen, ist die Forschung in der Schweiz gefährdet. Und dann stellt sich die Frage: Ist die Schweiz ein Land, das vom Kleingewerbe lebt, oder eines, das von der Forschung lebt?"


Deshalb gibt es auch das reale BIP um sich ein Bild zu machen.

Soll man da jetzt, beispielhaft nach dieser Quelle, in Begeisterung ausbrechen: ceicdata reales BIP Türkei
« Letzte Änderung: 25. November 2019, 22:21:52 von simplemachine »

Offline maxim

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Re: Brexit
« Antwort #109 am: 26. November 2019, 09:28:47 »
Warenabsatz ist nur ein Einzelaspekt. D braucht auch Arbeitskräfte aus dem Ausland, gerade in den Bereichen, die Deutsche mittlerweile eher meiden, aus Überalterungsgründen aber auch sonst.
Da Hartz4-Sanktionen inzwischen rechtswidrig sind, kann man davon ausgehen, dass solche Arbeiten bald von niemandem erledigt werden. Die Einwanderung muss gesteuert werden und dazu trägt die EU gar nichts bei.

Zitat
So what? Im Interview erfährt man, dass die Schweiz aktuell auf über 120 bilaterale Verträge mit der EU angewiesen ist und aktuell ein umfassender Rahmenvertrag ansteht, wonach EU-Regeln zwingend zu übernehmen sind. Auf die Frage, was passiert, wenn kein Rahmenvertrag zustande kommt, erklärt der Schweizer:
Die EU kann in der Schweiz keine Gesetze erzwingen. Es gibt eine Vertragsfreiheit. Der europäische Gerichtshof kann auch keine Landesgesetze kippen.
Wir sollten mal anfangen, den Willen der Schweizer und anderer zu respektieren.

Zitat
Soll man da jetzt, beispielhaft nach dieser Quelle, in Begeisterung ausbrechen: ceicdata reales BIP Türkei
Immerhin hat die Türkei ein höheres Prokopf-Einkommen als die EU-Mitglieder Rumänien und Bulgarien.
Die Kontrolle über die Währungspolitik und damit die Inflation zu haben, ist eigentlich das, was auch die Euro-Südländer bräuchten.
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