Autor Thema: Allgemeine Wandlung  (Gelesen 1594 mal)

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Offline R0B3RT

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Re: Allgemeine Wandlung
« Antwort #30 am: 28. Juni 2017, 09:12:11 »
Wie wäre es mit Studium im technischen Bereich?

Das fällt leider raus. Kann es mir nicht leisten, da ich fast alleine unser Geld verdiene und weiter hätte ich keinen Nutzen davon.
Selbst mit so einem Studium sind die Firmen relativ weit weg.

Müsste mir also unter der Woche eine weitere Wohnung suchen und wäre auch wahrscheinlich sehr oft im Ausland unterwegs. habe bereits 2 Vorstellungsgespräche hinter mir. Beide waren so ehrlich um mir zu sagen, dass ich teilweise 4 Wochen am Stück im Ausland bin.
Das möchte ich mir und meiner Familie nicht antun.

In meiner jetzigen Firma kommt es mal vor, dass ich eine Woche unterwegs bin. Aber das passiert relativ selten. Slowenien, China, Tschechien für eine Woche waren und sind nicht das Problem.   

Aber grundsätzlich ist die Idee sehr gut. Danke.

Offline DieFrau

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Re: Allgemeine Wandlung
« Antwort #31 am: 28. Juni 2017, 11:22:12 »
Es gibt auch Fernstudium.

Ohne zusätzlichen Einsatz, das beinhaltet Zeit- und Energieaufwand wirst du nichts ändern können. Wenn alles(Haus, Arbeit und Frau) so bleiben soll, musst du an deiner Qualifikation arbeiten um an höheren Stellen zu kommen.

Anderes wäre einen sauberen Schnitt zu machen, neue Geschäftsidee in deiner Wohnort und dann Job kündigen.

Du bist noch jung, hast eine Partnerin, die zu dir hält und eigenes Haus. In deinem Alter habe ich auch neu studiert, dabei 2 Kinder, kein Haus, kein Unterhalt, kein Partner und kein festes Einkommen.


« Letzte Änderung: 28. Juni 2017, 11:27:34 von DieFrau »
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Offline Yossarian

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Re: Allgemeine Wandlung
« Antwort #32 am: 28. Juni 2017, 11:48:19 »
Ja wir reden ab und zu darüber und sie macht sich auch Gedanken. Lässt mich aber machen ohne dazwischenzureden.

Halt die bloß fest!  ;)

Zitat
Handwerkliche Tätigkeiten bleiben immer mein Traum. Leider -  weißt du sicher selbst, dass ein Handwerker heute kein Geld mehr verdient.

Das kann ich so nicht unterschreiben. Es kommt erheblich darauf an, welches Handwerk Du wo ausübst.

Gaswasserscheiße boomt wie blöde hier im Rhein-Main Gebiet, und die Betriebe suchen händeringend nach qualifizierten Personal. Fliesenleger, Dachdecker und Zimmerleute genauso. Kfz-Mechatroniker geht hier auch noch gut.

Schreiner ist schon nicht mehr so dolle. Die kommen hier unter, aber bauen dann Küchen und Möbel auf für große Möbelhäuser, also keine besonders anspruchsvolle Tätigkeiten.

Karosseriebauer würde ich wie Kfz-Mechatroniker einschätzen.

Ein Orchideenhandwerk wie Flaschner kannst Du wahrscheinlich nur noch in einem Freilichtmuseum machen.

Zitat
Alle Maschinen da, jedoch nicht mehr die neusten. Und dann sind die Sicherheitsvorrichtungen kaum bis gering. Hat sich nicht mehl gelohnt.

Da liegt eher das Problem. Mit den ganzen gesetzlichen Bestimmungen werden die Kleinunternehmer vorsätzlich aus dem Wettbewerb gedrängt.

Mein Dorfmetzger wollte aus Altersgründen seinen Laden übergeben. Bei einer Ortsbegehung mit potentiellem Übernehmer und einem Menschen vom Ordnungs- / Gewerbeamt / Lebensmittelaufsicht (ich weiß es nicht mehr) kam dann heraus, daß der Übernehmer rund 160.000 € hätte investieren müssen, um den Laden weiterführen zu dürfen. Logisch, daß der abgesprungen ist.
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— Jack Kerouac

Offline DieFrau

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Re: Allgemeine Wandlung
« Antwort #33 am: 28. Juni 2017, 14:37:04 »
Halt die bloß fest!  ;)

Schon, aber ab dem 2. Kind wird es mit Einzelverdiener nicht mehr klappen, schon gar nicht wenn er für eine berufliche Umorientierung eine Weile auf Teilzeit umsteigen will. Spätestens dann wird widersprochen. Denke ich.
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Offline Johnbob

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Re: Allgemeine Wandlung
« Antwort #34 am: 29. Juni 2017, 11:59:03 »
Moin R0B3RT,

dein Eingangspost ist eine klasse Story!
Ist auch mal schön zu lesen wie einer versucht die Kurve zu kriegen und es wohl auch nach und nach schafft.

Die Handwerksbetriebe suchen momentan doch händeringend nach Fachpersonal. Bei den ganzen Akademikern will kaum jemand einen handwerklichen Beruf ausüben, somit sind offene Stellen doch massenhaft vorhanden. Sicher auch mit besseren Konditionen was Urlaub und Ausfälle betrifft.
Ist bei uns jemand krank, wird der Ausfall von allen aufgefangen. Wenn es dann nicht reicht, dann reicht es halt nicht und die Auftraggeber müssen warten. So muss keiner bei uns im Büro ein schlechtes Gewissen haben, mal krank sein zu müssen. Scheint ja heutzutage selten zu sein.
Wenn du glaubst es wär nicht schwer, kommt von irgendwo ein Lump daher.

Offline R0B3RT

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Re: Allgemeine Wandlung
« Antwort #35 am: 29. Juni 2017, 14:02:48 »
Servus, hatte gestern wenig Zeit...

Ja also Fernstudium wäre schon ne tolle Sache. wie gesagt, die nächsten Firmen, wo es sich lohnen würde zu studieren sind dann ein Stück weit weg. Wäre täglich min. 3 Stunden Autofahrt hin und zurück zusammen.

Man sehen, habe gestern noch einen Tipp bekommen. ca. eine dreiviertel Stunde von mir ist eine Stelle mit internationalen Reisebereitschaft ausgeschrieben.
Zur Not lasse ich es im Vorstellungsgespräch darauf ankommen und frage dort genau nach, falls ich eingeladen werde :-) Habe ja nichts zu verlieren...

2. Kind ist tatsächlich irgendwann geplant, aber noch nicht jetzt. Jahrelang haben wir bestens aufgepasst, bin guter Dinge ;-) 100% ist trotzdem nichts sicher...

Geplant ist es dann halt so, dass meine Frau fürs Kind wieder 2 Jahre daheim bleib und dann halbtags arbeiten geht. Haben mit unserem kleinen noch ein Jahr vor uns. Momentan geht viel Gespartes drauf.

Zu den Handwerksbetrieben. Bei uns gibts natürlich viele offene Stellen. Nur leider nagen die Betriebe an jedem Halm.
Nur als Beispiel: 1999 habe ich eine Lehre als Fernsehtechniker begonnen und diese dann 2003 mit Abschluss gemeistert. Bis 2012 war ich bei der Firma.
Täglich von 8 Uhr bis 19-20 Uhr gearbeitet. Überstunden wurden weder angerechnet noch erfasst. Einziger Bonus war Trinkgeld. Ich war mehr oder weniger dort der Springer in der Firma, da ich mich überall ausgekannt habe. Montage, Aussendienst (Neuwaren, hauptsächlich Spezialaufträge bin "sauberen Montagen und Ausbauten". Dann hauptsächlich Radios und ältere mechanischen Audio-Geräte repariert. Z.B. Plattenspieler, die kann man wirklich noch reparieren. PC-Reparaturen und Heimvernetzung. Alles möglich also gemacht. Am Ende des Monats wurden trotzdem 1100€ netto überwiesen. Bei alles anderen Firmen in dem Bereich verdient man überall genau viel bei uns.
Dann hat es mir irgendwo 2012 gereicht und habe mich als Schaltschrankbauer bei der jetzigen Firma beworben. Nichts davon gelernt, aber der Probetag hat sehr guten Eindruck hinterlassen. Irgendwann im selben Jahr kam der Chef auf mich zu und fragte, ob ich bereit wäre, in Zukunft die Anlagen zu programmieren.  Keine Ahnung davon gehabt, aber ich habe es gewagt. Schulungen besucht und mir dann das Wissen angeeignet.
Bin mein eigener Herr, leider ohne Vertretung. Arbeit bleibt liegen und ich muss bei Ausfall viel nachholen. Monatlich sind es im Schnitt 30 Überstunden.
Die werden erfasst. Ausbezahlt mit Abzüge oder abfeiern. Auszahlen ist wegen den Abgaben echt schlecht. Abfeiern? Wann? Habe noch 53 Urlaubstage der letzten Jahre.

Und trotzdem kriege ich nicht über 2k€ monatlich überwiesen.

Es nervt irgendwann tierisch. So irgendwie habe ich gar keine Lust mehr auf die Firma und überhaupt auf den Beruf. Bereitschaft, da die Anlagen laufen müssen und wichtig sind, rufen die Kunden ausserhalb der Geschäftszeiten an.

Deshalb hätte ich immer mehr Lust auf einen richtigen handwerklichen Beruf, denn Bastler und Schrauber war ich schon immer. Nur leider nichts davon beruflich gelernt...

Ja und wie es so ist, fett wird man trotz Jobangebot bei uns wirklich nicht. Handwerker sind bei uns so schlecht angesehen wie Arbeitslose. "was du hast nicht studiert? - hey ich glaube der ist nicht so schlau..."  leider ist es bei uns wirklich so.

Wenn ich meinen Wagen in die Werkstatt bringe, mault der Chef dort immer rum, dass seine Leute alles Pfeifen sind, was auch leider stimmt. Gute Leute bekommt er nicht, denn die gehen lieber studieren. Studierte nimmt er nicht mehr, weil die handwerklich ungeschickt sind.

Das hörst du bei uns in der Ecke überall.

Hänge also beruflich auch in der Luft... Das Traurige daran ist, dass ich bzw. wir keinen Luxus wollen. Wir wollen einfach nur leben. Luxus mag natürlich jeder für sich selbst interpretieren wie er will. Für mich fängt Luxus da an, wo die Dinge wirklich unnütz sind, nur um andere zu beeindrucken.

Offline DieFrau

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Re: Allgemeine Wandlung
« Antwort #36 am: 29. Juni 2017, 14:30:06 »
Ja und wie es so ist, fett wird man trotz Jobangebot bei uns wirklich nicht. Handwerker sind bei uns so schlecht angesehen wie Arbeitslose. "was du hast nicht studiert? - hey ich glaube der ist nicht so schlau..."  leider ist es bei uns wirklich so.

Wenn es dich tröstet, ist es überall so. Ohne Studium bleibst du immer das fünfter Rad am Wagen. Daher habe ich das mit dem Fernstudium vorgeschlagen, dann hast du beide und kannst du mehr verlangen.
Außer du riskierst eine Menge und machst du dich mit einem gekernten Beruf selbständig, Heizungsbauer?

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Offline R0B3RT

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Re: Allgemeine Wandlung
« Antwort #37 am: 29. Juni 2017, 14:34:35 »
Wenn es dich tröstet, ist es überall so. Ohne Studium bleibst du immer das fünfter Rad am Wagen. Daher habe ich das mit dem Fernstudium vorgeschlagen, dann hast du beide und kannst du mehr verlangen.
Außer du riskierst eine Menge und machst du dich mit einem gekernten Beruf selbständig, Heizungsbauer?

Nee, das hört sich wirklich nach einem vernüftigen Plan an.

Selbständig kommt für mich schon gar nicht in Frage. Ich bin ehrlich sage dir, dass ich keine Ordnung im Finanzsystem habe. Bin froh, dass das meine Frau übernommen hat, die das auch gelernt hat.

Papierkram, Finanzamt und der andere Kram liegt mir echt nicht. Und dann hast auch kaum Freizeit. Was ist wenn man da selbst ausfällt? Beinbruch oder einer von uns wird krank? Dann gehts dir erst richtig schlecht. Da bin ich ein viel zu großer Schisser dafür.

Offline DieFrau

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Re: Allgemeine Wandlung
« Antwort #38 am: 29. Juni 2017, 14:52:43 »
Ich kam 1997 nach Deutschland mit einem leider hier nicht anerkannten Lehramtabschluss und gute 12 jährige Erfahrung in einer handwerkliche Tätigkeit, von der man hier leider nicht leben kann. Hab gewartet bis die kleinste der beiden 3 geworden ist und startete wie erwähnt mit 33 neu. Ziel definieren, die Frau mit einbinden und dahin arbeiten.

Handwerklich bin ich in meinem aktuellen Beruf nicht beansprucht aber privat bin ich voll ausgelastet. Das selbe kannst du auch, wenn du willst!
« Letzte Änderung: 29. Juni 2017, 16:40:43 von DieFrau »
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