Autor Thema: wird jetzt alles gut in Euroland  (Gelesen 723 mal)

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Offline maxim

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wird jetzt alles gut in Euroland
« am: 10. Mai 2017, 17:54:18 »
Heinsohn findet das Haar in der französischen soup nachdem es schon als kommende No 1 ausgerufen wurde.
Geburtenrate 2.1 - allerdings in die Sozialsysteme ! Wer bezahlt ?
Schulz will Macrons Pudel werden - wie Tony Blair zu besten Zeiten.
Nicht das UK zu neuer Blüte aufläuft - die Wirklichkeit hält sich nicht an political correctness.
wer für alles offen ist, ist nicht mehr ganz dicht

Offline Araxes

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Re: wird jetzt alles gut in Euroland
« Antwort #1 am: 10. Mai 2017, 22:44:51 »
Heinsohn findet das Haar in der französischen soup nachdem es schon als kommende No 1 ausgerufen wurde.
Geburtenrate 2.1 - allerdings in die Sozialsysteme ! Wer bezahlt ?
Schulz will Macrons Pudel werden - wie Tony Blair zu besten Zeiten.
Nicht das UK zu neuer Blüte aufläuft - die Wirklichkeit hält sich nicht an political correctness.

Die Franzosen werden sich Eurobonds und Euro-Finanzminister abschminken müssen. Letzterer wäre gar nicht schlecht, aber dafür gibt's keine Mehrheit. Vor Eurobonds stellen sich hoffentlich Merkel und Schäuble quer. Die AfD hat leider vergessen, daß sie mal als Partei der Ordnungspolitik gestartet war. Da redet keiner mehr von Maastriicht-Kriterien und no-Bailout.

Macron ist trotzdem die beste Wahl, aber Frankreich hat so viele Baustellen. Man wird sehen, was er ausrichten kann. Wie sagte jemand: die Franzosen sind gut in Revolutionen und schlecht in Reformen.

Schulz wird nie und nimmer Kanzler. Der hat den Bürokraten zu sehr verinnerlicht. Seine Ideen sind phantasieloses Kleinklein. Man hat nicht den Eindruck, daß er selber eine Agenda hat, die irgendwo hinführt. Ein paar zusammegestückelte Vorschläge ohne Gegenfinanzierung reichen nicht. Wahrscheinlich stellt er sich vor, daß man als Kanzler staatsmännisch wirken und Hände schütteln muß. Da werde ich doch lieber für eine große Steuerreform, Föderalismusreform oder Bürgerversicherung verrissen - wenigstens hat er Bürger dann was, worüber er abstimmen kann - als daß ich mit 2% Kostenverschiebung bei der paritätischen Finanzierung der Krankenversicherung mit einer Nebensächlichkeit verliere.

UK wird nicht sonderlich blühen, auch wenn sich das die vereinigten Nationalisten aller Länder wünschen. Den Zugang zum Binnenmarkt bekommen sie nur gegen Freizügigkeit und wahrscheinlich einen Mitgliedsbeitrag, so wie Norwegen und die Schweiz. Dazu sind sie aber noch zu stolz. Die halten sich noch für was besonderes und müssen erst auf dem Boden der Realität aufknallen.

Offline Johnbob

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Re: wird jetzt alles gut in Euroland
« Antwort #2 am: 11. Mai 2017, 08:25:28 »
Da werde ich doch lieber für eine große Steuerreform, Föderalismusreform oder Bürgerversicherung verrisse
Große Steuerreform? Ich bin mir ziemlich sicher, das eine große Steuerreform nicht zugunsten des Volkes gestartet wird.
Hauptsache die Staatskasse wird voll und der Überschuss wird in den BER gesteckt... (hust) ich meinte für diverse Mehrkosten in anderen Bereichen gespart. Klick mich

Der Mittelstand und die Geringverdiener müssten mal entlastet werden. Reiche werden immer reicher, die Armen immer ärmer.
Die Kluft reißt jährlich immer weiter auseinander. Wenige Leute bekommen immer mehr Kohle auf Kosten der Leute die ohnehin irgendwie versuchen jeden Monat über die Runden zu kommen.
Wenn du glaubst es wär nicht schwer, kommt von irgendwo ein Lump daher.

Offline Araxes

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Re: wird jetzt alles gut in Euroland
« Antwort #3 am: 11. Mai 2017, 10:49:14 »
Große Steuerreform? Ich bin mir ziemlich sicher, das eine große Steuerreform nicht zugunsten des Volkes gestartet wird.

Wir haben es aber auch nicht anders verdient. Man kann hierzulande jede Reform verhindern, indem man laut "ist ja ungerecht!" sagt. Das ist damals bei Kirchhoff passiert und jetzt traut sich keiner mehr ran, auch deshalb, weil niemand seine speziellen Vorteile aufgeben will (Steuerfreiheit von Trinkgeldern, Nacharbeitzuschläge, Pendlerpauschale, wasweissich...). Jede Einzelgruppe will ihre Ausnahmen behalten und dann geht eben keine Vereinfachung.

Zitat
Der Mittelstand und die Geringverdiener müssten mal entlastet werden.

Über die Einkommensteuer geht das kaum noch. Die ist da eh niedrig, die Lohnnebenkosten auch. Wenn, dann ginge das über Mehrwertsteuer oder Stromsteuer. Andere Kosten wie Kindergarten sind da auch schon deutlich niedriger.

Ich würde es eher anders formulieren: die Leute müssen in bessere Jobs rein. Die gibt es auch. Der Autozulieferer Grohmann wurde von Tesla übernommen und beliefert jetzt nur noch Tesla, weil man nicht genug Leute bekommt, um zu wachsen. Es sollen 1000 Leute eingestellt werden. Die kriegt er nicht.

Zitat
Reiche werden immer reicher, die Armen immer ärmer.
Die Kluft reißt jährlich immer weiter auseinander. Wenige Leute bekommen immer mehr Kohle auf Kosten der Leute die ohnehin irgendwie versuchen jeden Monat über die Runden zu kommen.

Das sind so Platitüden, die auch nicht stimmen. Der Gini-Koeffizient der Nettoeinkommen ist seit 2005 nahezu unverändert. Politiker passen sich solchen gefühlten Wahrheiten natürlich an und liefern dann auch nur noch Plattheiten. Dann darf man sich aber auch nicht über die beschweren.

Deutschland ist gleicher als gedacht
« Letzte Änderung: 11. Mai 2017, 10:52:59 von Araxes »

Offline maxim

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Re: wird jetzt alles gut in Euroland
« Antwort #4 am: 11. Mai 2017, 11:47:43 »
Die Franzosen werden sich Eurobonds und Euro-Finanzminister abschminken müssen. Letzterer wäre gar nicht schlecht, aber dafür gibt's keine Mehrheit.
Macron braucht den Erfolg um jeden Preis und er hat praktisch alle Länder hinter sich - mit Ausnahme der Franzosen.

Zitat
Vor Eurobonds stellen sich hoffentlich Merkel und Schäuble quer.

Merkel ist mir bisher nicht als kompromisslose Leaderin aufgefallen. Schäuble wird die Pille nicht schlucken und seinen Ruhestand antreten. Schulz wird sich ganz auf die Expertise von Außen- oder Wirtschaftsministerin Wagenknecht verlassen und sich auf Sonntagreden verlegen.

Zitat
UK wird nicht sonderlich blühen, auch wenn sich das die vereinigten Nationalisten aller Länder wünschen. Den Zugang zum Binnenmarkt bekommen sie nur gegen Freizügigkeit und wahrscheinlich einen Mitgliedsbeitrag, so wie Norwegen und die Schweiz. Dazu sind sie aber noch zu stolz. Die halten sich noch für was besonderes und müssen erst auf dem Boden der Realität aufknallen.
Norwegen und die Schweiz sind offensichtlich auch an der Armutsschwelle.
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Offline Yossarian

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Re: wird jetzt alles gut in Euroland
« Antwort #5 am: 11. Mai 2017, 11:51:34 »
Norwegen und die Schweiz sind offensichtlich auch an der Armutsschwelle.

Hab ich einen Ironiesmiley übersehen?
"I came to a point where I needed solitude and just stop the machine of thinking and enjoying what they call living, I just wanted to lie in the grass and look at the clouds."

— Jack Kerouac

Offline Mattieu

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Re: wird jetzt alles gut in Euroland
« Antwort #6 am: 11. Mai 2017, 12:09:21 »
Hab ich einen Ironiesmiley übersehen?

Er wurde wohl bewusst weggelassen, um damit die augenfällige Absurdität mit einer vermeintlichen in Araxes Aussage zu konnotieren.

Araxes Aussage war aber nicht, dass Norwegen und Schweiz arme Staaten seien, sondern dass sie Mitgliedsbeiträgen und/oder Freizügigkeit unterlägen.

Bewusst missverstanden?
Scheiße ist, wenn der Furz was wiegt.

Offline Yossarian

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Re: wird jetzt alles gut in Euroland
« Antwort #7 am: 11. Mai 2017, 12:21:48 »
Bewusst missverstanden?

Ich? Nein, durchaus nicht.
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Offline maxim

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Re: wird jetzt alles gut in Euroland
« Antwort #8 am: 11. Mai 2017, 12:29:53 »
Die Kunst der Auslassung. Ich bin der Meinung, Ironiesmilies zerstören jede Ironie.

Araxes Aussage war aber nicht, dass Norwegen und Schweiz arme Staaten seien, sondern dass sie Mitgliedsbeiträgen und/oder Freizügigkeit unterlägen.

Bewusst missverstanden?

Er wollte seine These unterfüttern, dass UK "nicht sonderlich blühen" wird.
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Offline Araxes

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Re: wird jetzt alles gut in Euroland
« Antwort #9 am: 11. Mai 2017, 12:38:03 »
Norwegen und die Schweiz sind offensichtlich auch an der Armutsschwelle.

Die sind aber auch de facto zahlende EU-Mitglieder ohne Stimmrecht. Genau das wollen die Briten nicht sein. Die sind so im Brexit-Taumel, daß sie keine Kompromisse eingehen wollen. Ein harter Brexit wird ungemütlich und ist schon wegen des Zeitrahmens kaum zu vermeiden.
« Letzte Änderung: 11. Mai 2017, 12:40:34 von Araxes »

Offline Yossarian

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Re: wird jetzt alles gut in Euroland
« Antwort #10 am: 11. Mai 2017, 12:43:49 »
Ich bin der Meinung, Ironiesmilies zerstören jede Ironie.

Natürlich; es ist, wie einen Witz zu erklären. Aber manchmal stehe ich auf dem Schlauch, sorry.
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— Jack Kerouac

Offline maxim

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Re: wird jetzt alles gut in Euroland
« Antwort #11 am: 11. Mai 2017, 12:54:36 »
Die leben aber ganz gut damit.
Bei den Verhandlungen werden Kompromisse geschlossen - nebenbei UK hat auch noch Trümpfe. Aber ob dies zum Schaden oder Nutzen des Landes gereichen wird, kann gegenwärtig niemand sagen.
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Offline Araxes

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Re: wird jetzt alles gut in Euroland
« Antwort #12 am: 11. Mai 2017, 14:07:49 »
Die leben aber ganz gut damit.

na klar, die sind ja auch quasi EU-Mitglieder.

Zitat
Bei den Verhandlungen werden Kompromisse geschlossen - nebenbei UK hat auch noch Trümpfe. Aber ob dies zum Schaden oder Nutzen des Landes gereichen wird, kann gegenwärtig niemand sagen.

Momentan bestimmen bei den Briten die Hardliner. Lies dich mal in englische Foren ein. Die glauben, sie bräuchten die EU nicht und könnten Handelsverträge mit Neuseeland machen und und ihre eigene Version von TTIP. Nichts davon werden sie binnen einer Dekade bekommen. Sie können überhaupt erst in zwei Jahren mit den Verhandlungen anfangen.

Ich sehe auch nicht, wie die groß Druck machen können. Das einzige wäre bei der Freizügigkeit und genau da wollen sie selber die harte Linie fahren. Womit wollen sie sonst Druck machen? Einfuhrzölle? Damit dann dort alles teurer wird?

Offline Araxes

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Re: wird jetzt alles gut in Euroland
« Antwort #13 am: 11. Mai 2017, 14:25:15 »
Britische Industrie schrumpft überraschend

Sogar das Handelsdefizit wurde ausgeweitet. Dabei würde man denken, daß das schwächere Pfund einen gegenteiligen Effekt hat. Aber wenn man außer Marmite nicht so viel zu exportieren hat, hilft auch keine schwache Währung. Wobei die eigentlich immer noch nicht schwach genug ist. UK ist immer noch ein teures Land.

Offline maxim

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Re: wird jetzt alles gut in Euroland
« Antwort #14 am: 11. Mai 2017, 15:29:05 »
Mit kurzfristigen Verwerfungen muss man immer rechnen. Mal schauen, wie es in ein paar Jahren aussieht.
Jedenfalls kriegen die neue Gestaltungsmöglichkeiten. Für UK gibt's auch noch das Commonwealth und das special relatinship. Die werden schon ihre Chance nutzen. Ich glaube jedenfalls auch nicht, dass Euroland jetzt in eine goldene Zukunft reist.
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