Autor Thema: Thema Religion allgemein und Religion in der Familie...  (Gelesen 46819 mal)

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Offline simplemachine

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Re: Thema Religion allgemein und Religion in der Familie...
« Antwort #525 am: 02. Dezember 2019, 23:05:18 »
Das ist natürlich raffiniert, weil verdammt sein ist ja was anderes als von einem Christen verdroschen zu werden, und der Christ muß sich nicht mal die Finger schmutzig machen, wenn er einen für verdammt hält / erklärt.

Das Pack ist nicht freundlicher geworden, nur weil sie irgendwann aufgehört haben, Hexen zu verbrennen. Die Gewalt ist weniger prominent, und man muß einen Menschen heute nicht mehr notwenigeweise ermorden, um ihn zu vernichten.

Wie funktioniert denn nun genau diese entkörperlichte christliche "Gewalt". Jemand wird von Christen "für verdammt gehalten / erklärt" und kann durch "weniger prominente Gewalt" sogar "vernichtet" werden. Wie machen das die Christen, gucken die einen nur noch streng an und dann zerfällt derjenige zu Staub.


Von seinen Büchern habe ich noch keines gelesen, habe das aber vor. Nicht abschrecken lassen; im ersten Moment liest sich seine Theorie wie eine katalogisierte Zuammenfassung von Banalitäten und Allgemeinplätzen.

Und so fand der Autor einen weiteren würdigen Leser.

Offline Yossarian

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Re: Thema Religion allgemein und Religion in der Familie...
« Antwort #526 am: 03. Dezember 2019, 07:58:40 »
Wie funktioniert denn nun genau diese entkörperlichte christliche "Gewalt".

Ich mach das jetzt mal wie Du: Kuck gefälligst selbst bei Google nach, wenn Du es wirklich wissen willst.

Zitat
Wie machen das die Christen, gucken die einen nur noch streng an und dann zerfällt derjenige zu Staub.

Paß lieber auf, daß Du nicht selbst zu Staub zerfällst, wenn Du mal irgendwann Deinen eigenen Stuß liest.  :.)
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Offline maxim

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Re: Thema Religion allgemein und Religion in der Familie...
« Antwort #527 am: 04. Dezember 2019, 18:48:22 »
Da gibt es genug. Das Pack ist nicht freundlicher geworden, nur weil sie irgendwann aufgehört haben, Hexen zu verbrennen. Die Gewalt ist weniger prominent, und man muß einen Menschen heute nicht mehr notwenigeweise ermorden, um ihn zu vernichten.
Nenn mal ein Beispiel.

Zitat
Achwas.
Noch konkreter ?

Zitat
Der ist nur die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Girard erklärt das ganz putzig, zieht aber die falschen Schlüsse daraus (der Mann war strenggläubiger Katholik).
Lies Nitzsche's Morgenröte und Der Antichrist. Da hast du mehr von.

Die Schweinereien im Mittelalter gehen auch darauf zurück, dass das NT auf Latein gepredigt wurde, was kein Schwein verstand und daher auch keinen Widerspruch hervorrief. Ausserdem muss heute kein Staatschef mehr vom Pabst abgesegnet werden, dessen Staatsgebiet im übrigen auf weniger als 1 qkm zusammengeschrumpft ist.
Selbst die Christenverfolgung auf islamischem Territorium ruft keinen Widerstandswillen mehr hervor. Nein, die Sache ist endgültig entschieden.   

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Offline Yossarian

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Re: Thema Religion allgemein und Religion in der Familie...
« Antwort #528 am: 04. Dezember 2019, 22:27:15 »
Nenn mal ein Beispiel.

Der Klassiker, endet mit dem 18. Jahrhundert, ist aber noch in der von Dir vorgegebenen Zeitspanne.

Aus der Hüfte geschossen: Runterscrollen bis zur Überschrift "Ureinwohner", dann weiter runter bis "Natürlich verhielten sich die ersten Siedler auf dem Gebiet der heutigen U.S.A. kein bißchen anders." Ab da dürfte es für Dich interessant werden.Die sich anschließenden kirchlichen Gräuel im 20. Jahrhundert sind ebenfalls interessant. Daß die Rattenlinie vom Vatikan organisiert war, muß ich Dir nicht erklären. Der Vatikan wird nucht so blöd gewesen sein, zu glauben, daß die ganzen Nazikriegsverbrecher, denen sie zur Flucht verjolfen haben, in Südamerika als geläuterte Sünder angekommen sind.

Zitat
Die Schweinereien im Mittelalter gehen auch darauf zurück, dass das NT auf Latein gepredigt wurde, was kein Schwein verstand

Mit der Betonung auf "auch". Der Judenhasser Luther war auf seine Art keinen Deut besser.

Zitat
Selbst die Christenverfolgung auf islamischem Territorium ruft keinen Widerstandswillen mehr hervor.

Und das hat jetzt was genau mit dem aktuellen Dreck zu tun, den die Christen am Stecken haben?
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Offline simplemachine

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Re: Thema Religion allgemein und Religion in der Familie...
« Antwort #529 am: 05. Dezember 2019, 23:44:24 »
Religionsbashing besteht doch heute im Kern nur aus mühsam zusammengesuchten Minderheitsereignissen auf der Welt und Vorgängen aus finsteren Zeitaltern der Geschichte.

Die Weltbevölkerung umfasst im November 2019 lt. Wikipedia rund 7,7 Milliarden Menschen.

Laut Wikipedia haben die Weltreligionen (nach Encyclopædia Britannica 2010) folgende Anhänger:

    Christentum (etwa 2,3 Mrd. Anhänger)
    Islam (etwa 1,6 Mrd. Anhänger)
    Hinduismus (etwa 940 Mio. Anhänger)
    Buddhismus (etwa 460 Mio. Anhänger)
    Judentum (etwa 15 Mio. Anhänger)

Das sind ca. 5,3 Milliarden Menschen von 7,7 gesamt auf der Welt nur allein in den großen Religionen. Hier überwiegt offensichtlich ganz klar das Friedensstifungspotential von Religion das - im Verhältnis marginale - Gewaltpotential.




Offline Yossarian

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Re: Thema Religion allgemein und Religion in der Familie...
« Antwort #530 am: 06. Dezember 2019, 08:20:38 »
Manchmal erinnerst Du mich an die putzige Anekdote von dem treuherzigen, etwas unterbelichteten SA-Mann, der nach dem 8. Mai 1945 immer und in allem Ernst behauptet hat, der Führer hätte von den Konzentrationslagern nichts gewußt…  :evil
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Re: Thema Religion allgemein und Religion in der Familie...
« Antwort #531 am: 06. Dezember 2019, 23:16:09 »
Naja, man weiß ja, welches Niveau eine Diskussion erreicht hat, wenn erstmal von irgendwem der Nazivergleich kommt.

Offline Yossarian

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Re: Thema Religion allgemein und Religion in der Familie...
« Antwort #532 am: 07. Dezember 2019, 07:49:20 »
Genau. Du hast es wie immer begriffen.  8)
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Offline maxim

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Re: Thema Religion allgemein und Religion in der Familie...
« Antwort #533 am: 08. Dezember 2019, 16:33:12 »
Es ist doch immer ein Zeichen der Schwäche der eigenen Argumentation, wenn jemand mit einem Nazivergleich um die Ecke kommt.
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Re: Thema Religion allgemein und Religion in der Familie...
« Antwort #534 am: 08. Dezember 2019, 19:59:10 »
Es war auch kein Nazivergleich. Nicht überall, wo Nazis drin vorkommen (und man könnte und sollte sogar überlegen, ob der naiv-trottlige SA-Mann überhaupt ein Nazi war; aber das ist eine andere Geschichte. Vielleicht fällt mir sogar das Buch wieder ein, in dem ich die Anekdote gelesen habe) geht es auch um Nazis. Bitte richtig lesen und nicht bei Buzzwörtern abschalten. Solltest eigentlich gerade Du wissen.

Ist aber auch egal, denn damit erspart Ihr Euch die weitere inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema, und das ist ja das, woraus es Euch wirklich ankommt. Moralische Selbstüberhöhung und in Wirklichkeit froh sein, daß man aus der Nummer raus ist.   :evil
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Re: Thema Religion allgemein und Religion in der Familie...
« Antwort #535 am: 08. Dezember 2019, 20:53:10 »
Ist aber auch egal, denn damit erspart Ihr Euch die weitere inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema, und das ist ja das, woraus es Euch wirklich ankommt. Moralische Selbstüberhöhung und in Wirklichkeit froh sein, daß man aus der Nummer raus ist.   :evil
Das mit der moralischen Selbstüberhöhung ist genau das, was der Nazivergleich bezweckt. Ich scheue keine inhaltliche Auseinandersetzung, hab ich nie gemacht. Deine Kritik am Christentum ist überzogen. Aus dem Monotheismus folgt nicht zwingend die Gewaltaffinität wohl aber im Islam, denn im Koran gibt es ein ganzes Bündel von Gewaltaufforderungen. Der Islam hat die Auseinandersetzung mit dem Thema dringend nötig, aber jeder, der damit beginnt, benötigt umgehend Polizeischutz und wird gerade von Linken noch als Brandstifter und Rechtsradikaler gebrandmarkt.
Die Kritik, die ich am Christentum hätte, fällt dagegen eher weniger ins Gewicht.
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Re: Thema Religion allgemein und Religion in der Familie...
« Antwort #536 am: 08. Dezember 2019, 21:23:49 »
Das mit der moralischen Selbstüberhöhung ist genau das, was der Nazivergleich bezweckt.

Wie wäre es denn, wenn die Anekdote von einem Laienbruder handelte, der ernsthaft glaubt, der Papst hätte nie was von der Inquisition gehört?
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Re: Thema Religion allgemein und Religion in der Familie...
« Antwort #537 am: 09. Dezember 2019, 09:26:30 »
Das mit der moralischen Selbstüberhöhung ist genau das, was der Nazivergleich bezweckt.

Und anders haben die Nazis selbst es auch nicht gemacht, Du Untermensch.  ;)

Zitat
Deine Kritik am Christentum ist überzogen.

Das ist Deine Meinung.

Zitat
Aus dem Monotheismus folgt nicht zwingend die Gewaltaffinität

Es geht nicht um Gewalt*Affinität*, sondern um rohe Gewalt, die in jeder monotheistischen Religion angelegt ist. Lies den Artikel von Reinhard noch mal.

Zitat
wohl aber im Islam, denn im Koran gibt es ein ganzes Bündel von Gewaltaufforderungen.

Es ist völlig wurscht, was eine monotheistische Religion postuliert. Die Gewalt entsteht aus dem Monotheismus als solchem. Eine monotheistische Religion ist um keinen Deut besser als jede andere sich selbst als absolut und einzig richtig darstellende Ideologie, ob das nun Faschismus oder Kommunismus ist.

Zitat
Der Islam hat die Auseinandersetzung mit dem Thema dringend nötig

Natürlich.
« Letzte Änderung: 09. Dezember 2019, 10:50:25 von Yossarian »
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Re: Thema Religion allgemein und Religion in der Familie...
« Antwort #538 am: 09. Dezember 2019, 20:24:17 »
Und anders haben die Nazis selbst es auch nicht gemacht, Du Untermensch.  ;)
Dich hat wohl der Zarathustra bekehrt ?  8)

Zitat
Die Gewalt entsteht aus dem Monotheismus als solchem.
Dafür sehe ich keine apriorischen Gründe. Und sonst kann es nur empirische Gründe geben. Was taugt eine empirische Induktion bei nur wenigen Fallbeispielen von monotheistischen Weltreligionen  ?

Zitat
Eine monotheistische Religion ist um keinen Deut besser als jede andere sich selbst als absolut und einzig richtig darstellende Ideologie, ob das nun Faschismus oder Kommunismus ist.
Das mag richtig sein, ist aber hier nicht das Thema. Nur ist aber auch klar, dass die Religion anthropologisch gar nicht wegzudenken ist und auf das engste verknüpft ist mit der Entwicklung von Gesellschaften seit den Jägern und Sammlern. Übrigens gilt dasselbe auch für Gewalt und Krieg. Und überall wo versucht wurde, die Religion wegzuerziehen, steht sie heute in voller Blüte. Wenn die Religion zu einem Wir- und Ihr-Gefühl führt und dadurch mittelbar bisweilen zu Gewaltausbrüchen neigt, ist dies ein sekundäres Phänomen. Im Falle des Islam ist der Zusammenhang ganz direkter Natur, denn hier fordert der "heilige" Text zu Gewalt auf.


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Re: Thema Religion allgemein und Religion in der Familie...
« Antwort #539 am: 09. Dezember 2019, 20:59:05 »
Dich hat wohl der Zarathustra bekehrt ?  8)

Ach, den Zarathustra habe ich das erste mal als Teenager gelesen...

Zitat
Dafür sehe ich keine apriorischen Gründe.

Ich schon. Lies den Artikel, ich habe keine Lust, den wiederzukäuen. Ich kann ihn Dir zumailen, wenn Du anders nicht rankommst.

Zitat
Und sonst kann es nur empirische Gründe geben. Was taugt eine empirische Induktion bei nur wenigen Fallbeispielen von monotheistischen Weltreligionen  ?

Weil das selbe Schema nicht nur auf monotheistische Religionen anzuwenden ist, das schrieb ich doch.

Zitat
Das mag richtig sein, ist aber hier nicht das Thema.

Warum meinst Du das?

Zitat
Nur ist aber auch klar, dass die Religion anthropologisch gar nicht wegzudenken ist und auf das engste verknüpft ist mit der Entwicklung von Gesellschaften seit den Jägern und Sammlern. Übrigens gilt dasselbe auch für Gewalt und Krieg.

Und weil das so ist, wird die Religion dort, wo sie offensichtlich überholt ist, durch eine andere Ideologie ersetzt, die man dann nicht mehr Religion nennt, und die ohne einen Gott auskommt. Die Menschen nehmen eine nette und gut gemeinte Idee, z.B. den Kommunismus und pervertieren sie zu einer bösartigen monotheistischen Religion, die keine Widerworte duldet und alles andere verfolgt.

Zitat
Und überall wo versucht wurde, die Religion wegzuerziehen, steht sie heute in voller Blüte.

Ach ja?

Zitat
Wenn die Religion zu einem Wir- und Ihr-Gefühl führt und dadurch mittelbar bisweilen zu Gewaltausbrüchen neigt, ist dies ein sekundäres Phänomen.

Hunderttausende lethale Kollateralschäden des Christentums in den letzten 2.000 Jahren würden sich selbst nicht unbedingt als "sekundäres Problem" abtun.

Zitat
Im Falle des Islam ist der Zusammenhang ganz direkter Natur, denn hier fordert der "heilige" Text zu Gewalt auf.

Das macht den Islam in dieser Beziehung jedenfalls ehrlicher, das Christentum aber noch lange nicht um nur einen Deut besser.

Damit wir uns richtig verstehen: Ich bin Gegner jeder monotheistischen Religion. Und im Augenblick ist der Kampf gegen den Islam sicher wichtiger als der gegen die Kirche. Das ändert aber nichts an meiner grundsätzlichen Einstellung.
« Letzte Änderung: 09. Dezember 2019, 21:06:50 von Yossarian »
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