Autor Thema: Kind und Freizeit - wie macht ihr das?  (Gelesen 927 mal)

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Offline Nikibo

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Re: Kind und Freizeit - wie macht ihr das?
« Antwort #15 am: 13. April 2017, 19:03:32 »
@Kjeld
Kindergarten, Frau arbeitet voll.... bring das mal 'nem Wessi bei  8)
Was soll denn der Hinweis auf Wessis? So ein Quatsch. Ich kenne genug Frauen, die auch mit Kind arbeiten gegangen sind, ich selbst eingeschlossen. Vollzeit ab dem 18. Lebensmonat des Kindes, trotz arbeitendem Ehemann.
Vernünftig ist wie tot.
Nur vorher.

Offline ganter

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Re: Kind und Freizeit - wie macht ihr das?
« Antwort #16 am: 13. April 2017, 21:32:31 »
... Um es mal auf's Extrem zu treiben: Frau arbeitet, Mann bleibt zu Hause gibt's quasi gar nicht. ...
Ab und an ist deine Sichtweise etwas eingeschränkt.
Ich hab das schon mal geschrieben: Grad auf meiner Ecke gibt es etliche Familien, in denen die Frau die Hauptverdienerin ist. Da wird aber auch keiner schräg angeguckt.
"Männer definieren sich sowieso nicht über die Drogeneinwurfmenge."
"Im Vergleich zur bricom dürfte jede Wand einer öffentlichen Bedürfnissanstalt ein Quell unendlicher Weisheit sein...."
Bodo

Offline Araxes

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Re: Kind und Freizeit - wie macht ihr das?
« Antwort #17 am: 13. April 2017, 23:56:56 »
Was soll denn der Hinweis auf Wessis? So ein Quatsch. Ich kenne genug Frauen, die auch mit Kind arbeiten gegangen sind, ich selbst eingeschlossen. Vollzeit ab dem 18. Lebensmonat des Kindes, trotz arbeitendem Ehemann.

Du kennst sicher auch genug, die das nicht machen. Ich habe nicht behauptet, daß das im Westen grundsätzlich immer so ist, aber es ist eben oft so und definitv öfter als im Osten. Also Quatsch ist es nicht. Sonst gäbe es auch nicht ständig Diskussionen um Frauen mit prekärer Rente, die einfach nie richtig in die RV gezahlt haben oder die Mütterrente, die vor allem für West-Frauen gemacht wurde. Meine Mutter hat davon z.B. nichts.

Frauenerwerbsquote in der DDR 1989 78,1% (mit Lehrlingen und Studenten 91,2%). BRD 1990 64%. Ja, sie steigt auch im Westen seitdem und ist im Osten wegen der hohen Arbeitslosigkeit gesunken. Das Alleinverdienermodell ist aber noch in den Köpfen drin. Im Osten gab es das quasi nicht mehr und die Politik möchte das auch beibehalten (Ehegattensplitting, Herdprämie).

In der DDR war auch der Anteil von Frauen in technischen Studiengängen ein ganz anderer.
« Letzte Änderung: 14. April 2017, 00:08:48 von Araxes »

Offline Gilles1983

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Re: Kind und Freizeit - wie macht ihr das?
« Antwort #18 am: 19. April 2017, 12:55:53 »
Sehr interessant, was ihr da schreibt.

Möchte hier nochmal was klar stellen. Ich arbeite in Vollzeit, bringe es im Monat locker auf mindestens 35 Überstunden. 4 Tage-Woche fällt also völlig flach, selbst wenn es rechtlich OK ist.

Ich war nach der Geburt 5 Wochen daheim (Urlaub abbauen), hatte trotzdem noch 32 Tage übrig und mein Chef hat sich etwas "hintergangen" gefühlt.
Wir hatten mal über 4 Wochen gesprochen, worauf er selbst paar Tage später den Urlaubsantrag mit 5 wochen unterschrieben hat. Hätte ich Elternzeit genommen, dann wären es sogar 2 Monate gewesen. Das hat hat nie kapiert. Als Mensch ist er ausserdem nicht so einfach - was aber eine andere Geschichte ist... Jedenfalls hat er keine Menschenkenntnis.

Meine Frau bleibt zwei Jahre daheim, wobei sie im 2. Jahr nebenbei arbeiten gehen wird, denn fürs 2. Jahre gibt es kein Elterngeld mehr.

Wir haben das beide beschlossen, denn ich möchte mein Kind nicht irgendwo hinstecken, damit beide Eltern arbeiten können. Lieber stecke ich finanziell etwas zurück, als dass unser Kinder bei fremden Leuten aufwächst. In der Zeit, wo meine Frau bald halbtags arbeiten wird, passen die Großeltern auf den kleinen Mann auf. Das sind nur 2 zwei Tage pro Woche. Das müssen wir so probieren, wie es mit dem Arbeitgeber passt.

Ich selbst würde jeder Zeit gerne den Job wechseln. Gestern kam ich erst gegen 21:30 von der Arbeit Heim, einerseits kam ich beim Kunden zu spät an, weil der Verkehr wegen dem Schneefall dicht war. Zum anderen gibts dann ab zu Kunden, die nach Feierabend oder auf dem Heimweg auf dem Handy anrufen, wenn sie ein Problem haben. Das nervt mich total und man kommt da nicht weg davon.
Am liebsten würde ich was im Karosseriebau machen. Problem ist nur, ich bin zwar ein privater Schrauber, aber gelernt habe ich das nie. Zudem verdient man in dem Bereich gar nichts. Wobei selbst jeder Fließbandarbeiter im Industriebereich mehr Geld verdient als ich...

Das ich irgendwie ein Teufelskreis.

Mit meinem Sohn möchte ich mich jeden Tag beschäftigen.


Offline Kjeld

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Re: Kind und Freizeit - wie macht ihr das?
« Antwort #19 am: 19. April 2017, 13:52:47 »
Die Antwort ist ebenso einfach wie unerfreulich: Wenn Du Deine ganze Kraft und Zeit in den Job investierst, ist für das Kind nichts mehr übrig. Du mußt entweder beim Job oder beim Sohn zeitliche Abstriche machen.

Wenn das beim Job nicht geht, dann such halt eine Lösung im privaten Bereich. Wenn Deine Frau mitmacht, kannst Du das Familienleben evtl. ganz auf das Wochenende verlagern und kannst Dich wochentags nach Feierabend ganz erholen und auf Dich konzentrieren?
« Letzte Änderung: 19. April 2017, 13:55:33 von Kjeld »

Offline Araxes

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Re: Kind und Freizeit - wie macht ihr das?
« Antwort #20 am: 19. April 2017, 17:07:32 »
Wir haben das beide beschlossen, denn ich möchte mein Kind nicht irgendwo hinstecken, damit beide Eltern arbeiten können. Lieber stecke ich finanziell etwas zurück, als dass unser Kinder bei fremden Leuten aufwächst.

Meinst du mit "bei fremden Leuten aufwachsen" den Kindergarten? Falls ja, fühle ich mich in meinem Vorurteil bestätigt. Mit dem "finanziell zurückstecken" scheint es wohl nicht zu klappen, wenn du dich 9h am Tag ein den Job hängst. Irgendeinen Tod mußt du sterben. Bislang ist das eben der unabhängige Teil deines Privatlebens.

Offline Yossarian

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Re: Kind und Freizeit - wie macht ihr das?
« Antwort #21 am: 19. April 2017, 17:35:29 »
Die Antwort ist ebenso einfach wie unerfreulich: Wenn Du Deine ganze Kraft und Zeit in den Job investierst, ist für das Kind nichts mehr übrig. Du mußt entweder beim Job oder beim Sohn zeitliche Abstriche machen.

Ich fürchte, daran führt kein Weg vorbei. Als ich (selbständig) zum alleinerziehenden Vater wurde und meine Arbeits- und Bürozeit reduzierte, hatte ich erhebliche Umsatzeinbrüche.
"I came to a point where I needed solitude and just stop the machine of thinking and enjoying what they call living, I just wanted to lie in the grass and look at the clouds."

— Jack Kerouac