Autor Thema: Hilfe Hilfe. ein Freund der Quartalsäufer  (Gelesen 8111 mal)

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Offline ganter

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Re: Hilfe Hilfe. ein Freund der Quartalsäufer
« Antwort #15 am: 04. September 2015, 00:18:30 »
dann bist du der Co-Abhängige. Herzlichen Glückwunsch!

Guck mal, wo dein Kumpel hinguckt. Im Zweifel auf den Boden. Das ist der Punkt, wo er hinwill. Alkoholismus ist Selbstmord auf Raten. Bei deinem Kumpel sehr schön zu beobachten. Vllt. plagen ihn irgendwelche Schuldgefühle. War sein Großvater im Krieg? Hat er selbst irgendwelche Freunde, Verwandte auf schreckliche Art verloren? Vllt. hilft ihm eine Aufstellung. Aber da kann nigel mehr von erzählen.
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"Im Vergleich zur bricom dürfte jede Wand einer öffentlichen Bedürfnissanstalt ein Quell unendlicher Weisheit sein...."
Bodo

Offline nigel48

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Re: Hilfe Hilfe. ein Freund der Quartalsäufer
« Antwort #16 am: 04. September 2015, 07:29:47 »
dann ganz schnell ab zu al-anon.
du bist nicht für andere erwachsene verantwortlich. mitgefühl ist ok. aber wer bitte hat dich zum retter ernannt?
retten ist hochnäsig und eitel, um es sanft auszudrücken.
demut und respekt sind angesagt.
wenn er um hilfe bittet... - zum arzt begleiten in eine klinik fahren,..., etc. ja. essen geben,wenn er danach fragt, ja.
kein geld, nicht aus kneipen abholen und auslösen...niemanden anrufen um ihn rauszuhauen..
der muß seinen tiefpunkt erreichen, vorher gibt er nicht auf. bei manchen ist es das grab.
daran kannst DU nichts ändern. krebs kannst du auch nicht heilen.

20 jahre regelmäßig, d.h. mindestenst 1x pro woche AA oder NA
und nix saufen hilft auch.
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Offline Yossarian

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Re: Hilfe Hilfe. ein Freund der Quartalsäufer
« Antwort #17 am: 04. September 2015, 08:06:40 »
retten ist hochnäsig und eitel, um es sanft auszudrücken.

Amen.
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Faulpelz

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Re: Hilfe Hilfe. ein Freund der Quartalsäufer
« Antwort #18 am: 04. September 2015, 09:41:43 »
Ihr habt sicher Recht, nicht in allem, aber in vielem. Ich trage ein Helfergen in mir, warum, tut hier nichts zur Sache.
Ich bin sicher kein Co, denn ich war es, der ihn damals veranlasste, das Haus zu verlassen.
Er tut mir Leid, denn er ist in meinen Augen eine arme Sau.
Schon seine Mutter war eine dominante Person mit starken repressiven Episoden. Seine Frau ist ähnlich gestrickt!
Er musste immer stark sein, so sah er es zumindest immer, und hat immer zurück gesteckt. Als Kind musste er für Monate in Karantäne und niemand durfte ihn besuchen. Wenn dieses Gefühl der Einsamkeit und  des Verlassenwerden, trotz Therapien, heute in ihm hoch steigt, ausgelöst durch was auch immer, dann spült er es weg.
Die Mutter seiner Frau war Spiegeltrinkerin. Stürzt er ab, hasst sie ihn und flüchtet selbst in eine Depression.
Die besondere Problematik seines Saufverhaltens wurde nie gesehen und nie thematisiert. Auch ich habe es erst begriffen, nachdem ich eine Hotline angerufen hatte.
Und jetzt soll ich sagen, schau wie du klar kommst, denn hilf dir selbst dann hilf dir Gott? Vielleicht liege ich ja falsch, deshalb diskutiere ich es mit Euch um auch für mich klarer zu sehen

Conte Palmieri

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Re: Hilfe Hilfe. ein Freund der Quartalsäufer
« Antwort #19 am: 04. September 2015, 10:06:44 »
Einem Freund helfen zu wollen, ist nicht hochnäsig.

Offline Kjeld

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Re: Hilfe Hilfe. ein Freund der Quartalsäufer
« Antwort #20 am: 04. September 2015, 10:38:31 »
Einem Freund helfen zu wollen, ist nicht hochnäsig.

Genau. Und wenn man wartet, bis er fragt, wartet man wahrscheinlich zu lange. Weil er evtl. viel zu stolz ist zu fragen. Oder schlicht blöd.

Es darf halt nicht in Bevormundung ausarten.

Offline marple

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Re: Hilfe Hilfe. ein Freund der Quartalsäufer
« Antwort #21 am: 04. September 2015, 10:56:40 »
Einem Freund helfen zu wollen, ist nicht hochnäsig.


Da stand nicht HELFEN ist hochnäsig, sondern RETTEN. Das ist der entscheidende Unterschied.

Und ja, man spricht demjenigen, den man retten zu müssen glaubt,  eigenen Willen/Kraft/Möglichkeiten ab.

Im oben genannten Fall von Faulpelz tut man damit genau das, was seine Frau auch getan hat - man dominiert ihn.

Conte Palmieri

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Re: Hilfe Hilfe. ein Freund der Quartalsäufer
« Antwort #22 am: 04. September 2015, 11:49:43 »
Da stand nicht HELFEN ist hochnäsig, sondern RETTEN. Das ist der entscheidende Unterschied.
Was Du nicht sagst. Wer hat denn hier das Wort "retten" ins Spiel gebracht? Der Faulpelz war es nicht.

Offline nigel48

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Re: Hilfe Hilfe. ein Freund der Quartalsäufer
« Antwort #23 am: 04. September 2015, 11:57:19 »
retten klingt schön positiv...feuerwehr, dlrg, bergwacht... "die gelben engel"

wenn ein haus qualmt, brackert die feuerwehr rein und holt alles raus, was lebt vorsichtshalber auch  tote...
das sind akute gefahrensituationen, ausgelöst durch ein singuläres ereignis. da kann man vorher nicht fragen, nur zupacken.

dein freund ist in einer völlig anderen situation.

und @conte... lies gefälligst den ganzen post. richtig sinnentnehmend lesen...
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Conte Palmieri

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Re: Hilfe Hilfe. ein Freund der Quartalsäufer
« Antwort #24 am: 04. September 2015, 12:05:36 »
Ich hab's gelesen, keine Sorge.

Offline Yossarian

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Re: Hilfe Hilfe. ein Freund der Quartalsäufer
« Antwort #25 am: 04. September 2015, 12:23:48 »
Ich trage ein Helfergen in mir

Na hoffentlich wird das wenigstens rezessiv weitergegeben und Deine Kinder sind symptomfrei.  8)
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— Jack Kerouac

Offline nigel48

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Re: Hilfe Hilfe. ein Freund der Quartalsäufer
« Antwort #26 am: 04. September 2015, 12:25:41 »
ich freue mich wirklich über jeden alk, der trocken wird, könnte weinen vor freude.

rettungsversuche verschlimmern die situation.
mit einer ausnahme: wenn ein alk trockengefallen ist und zittend, schwitzend oder krampfend irgendwo rumliegt, muß man ihm bier oder sogar schnaps einflößen, sonst krepiert er elendig an organversagen.
gib jemandem 2 monate lang eine sich täglich leicht steigende dosis arsen. und dann setz es ab. der krepiert an arsenentzug.
genauso ist das mit alk. wer mit einem pegel von 2-5 promil durch den tag kommt, für den wirds unter 1 lebensbedrohlich.

helfen ist neben jemandem stehen und stützen, manchmal auch tragen.
retter stehen auf dem sockel und agieren selbstsuchtig, tun mit anderen, was SIE für notwendig halten, auch wenn es objaktiv unfug ist.

nun ist es zugegebener massen schwer zu unterscheiden, was helfen und was retten ist.

dazukommt, dass gescheiterte rettungsversuche beiden schaden. erfolglose retten purzeln gern mal in die sinnkrise.

faulpelz, ab in eine angehörigen-selbsthilfegruppe. dort erlebst du den unterschied.
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Faulpelz

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Re: Hilfe Hilfe. ein Freund der Quartalsäufer
« Antwort #27 am: 04. September 2015, 13:44:46 »
Bei einer Antwort spürte ich einen leichten Schlag gegen die Brust.Da ist sicher was der an und gut, dass es angesprochen wird. Ich dominieren gern, bestimme gern und sag wo es lang geht. Alphatier sein gehörte mit zu meinem Rollenverständnis.
Das ist hier sicher fehl am Platz und da muss ich aufpassen. Danke dafür.
Helfen oder retten, ich will, dass er seinen Arsch hochkriegt, aber zum Jagen tragen,dass wäre nicht sein Ding. Hilfe zur Selbsthilfe, den ersten Schtitt tun, ihn auf die Schienen stellen.
Ich habe recherchiert und telefoniert und ihm jetzt zwei Adressen mit Telefonnummer geschickt. Werde in der nächsten Woche nachfragen und gut.
Sicher werde ich, wenn seine Frau tatsächlich in eine Klinik geht, dürfte für eine Beamtin kein Problem sein, mich um ihn kümmern.
Sollte vielleicht noch erwähnen, dass ich dies sicher nicht aus Freundschaft TU, oder weil er mir persönlich so w ichtig wäre. Ne, eigentlich finde ich ihn, na sagen wir mal nicht sonderlich sympathisch. Mir macht das Kümmern, das recherchieren und organisieren Spass. Und ich muss darauf achten, dabei nicht zu dominieren.


Offline marple

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Re: Hilfe Hilfe. ein Freund der Quartalsäufer
« Antwort #28 am: 04. September 2015, 15:11:44 »
Mir macht das Kümmern, das recherchieren und organisieren Spass.

Da gibt es genug Organisationen, die für jede ehrenamtliche Hilfe dankbar wären. Schau dich in deiner Gegend um, vielleicht ist da was für dich dabei.

Es war ein schwerer Weg, sich nicht mehr alles an die Brust zu reissen. Heute bin ich gut in meiner Beta-Tarnung.
Das heisst nicht, dass es mir damit gut geht, aber meiner Umgebung ganz offensichtlich. ICH würde am liebsten ALLES bestimmen und organisieren - natürlich nur zum Besten aller anderen. Ich schaffe es jetzt meistens, diese Energie in meine Arbeit umzuleiten. Manchmal bin ich vor lauter Nullherrschaft aber auch nur katatonisch. Man überlebt auch das.

Conte Palmieri

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Re: Hilfe Hilfe. ein Freund der Quartalsäufer
« Antwort #29 am: 04. September 2015, 15:18:19 »
Wieso wollt ihr ihn eigentlich alle davon abringen, dieser armen Sau zu helfen?
Was habt ihr davon?