Autor Thema: Der dressierte Mann  (Gelesen 5932 mal)

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marple

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Re: Der dressierte Mann
« Antwort #30 am: 04. November 2014, 00:08:59 »
Ich halte Kinderwagen übrigens für echt anstrengend. Sobald die blöde Wickeltasche auf ein Minimum reduziert war, hatte ich Töchting im Sitzgurt auf der Hüfte.

Ich hab es schon gehasst, irgendwie hilfebedürftige Blicke werfen zu müssen, kaum dass eine Treppe im Weg war.

Offline ganter

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Re: Der dressierte Mann
« Antwort #31 am: 04. November 2014, 00:22:22 »
Im Endeffekt sind wir alle dressiert. Entweder von anderen oder von einem Bild, dass wir im eigenen Kopf haben.

Wer irgend etwas nur nicht tut, weil Mann/Frau so was nicht tun "sollte", hat sich eben selbst konditioniert. Ist auch völlig egal, die Welt geht davon nicht unter, dass manche sich selbst reduzieren.

Ich mach genug Sachen, die ich eigentlich nicht machen will. Aber machen muss. Wer sich da erfolgreicher wehrt, sollte deshalb noch lange nicht von der Erde geschubst werden dürfen wie Weissheitszähne. Auch nicht verbal.
zustimmendes Gemurmel
"Männer definieren sich sowieso nicht über die Drogeneinwurfmenge."
"Im Vergleich zur bricom dürfte jede Wand einer öffentlichen Bedürfnissanstalt ein Quell unendlicher Weisheit sein...."
Bodo

Offline Nikibo

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Re: Der dressierte Mann
« Antwort #32 am: 04. November 2014, 04:22:33 »
Ich mach genug Sachen, die ich eigentlich nicht machen will. Aber machen muss. Wer sich da erfolgreicher wehrt, sollte deshalb noch lange nicht von der Erde geschubst werden dürfen wie Weissheitszähne. Auch nicht verbal.
Nun sei mal nicht päpstlicher als der Papst.
Sich erfolgreicher wehren ist das Eine.  Aber Männer als "dressiert/von der Frau unterworfen" zu bezeichnen, weil sie sich um ihre Kinder kümmern, ist ziemlich dumm.
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Conte Palmieri

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Re: Der dressierte Mann
« Antwort #33 am: 04. November 2014, 07:17:23 »
Ich mach genug Sachen, die ich eigentlich nicht machen will. Aber machen muss. Wer sich da erfolgreicher wehrt, sollte deshalb noch lange nicht von der Erde geschubst werden dürfen wie Weissheitszähne. Auch nicht verbal.
Danke!

marple

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Re: Der dressierte Mann
« Antwort #34 am: 04. November 2014, 08:26:56 »
Nun sei mal nicht päpstlicher als der Papst.
Sich erfolgreicher wehren ist das Eine.  Aber Männer als "dressiert/von der Frau unterworfen" zu bezeichnen, weil sie sich um ihre Kinder kümmern, ist ziemlich dumm.

Wie kommst du denn auf den Schluss, dass er sich nicht um seine Kinder kümmern will, nur weil er so ein unmotorisiertes Vierrad nicht schieben möchte?

Ich finde das ein bisschen sehr weit hergeholt.


Außerdem empfinde ich es einfach als vermessen, in einem Männerforum als Frau rumzuposaunen, "solche" Männer sollten aussterben und "die" bräuchte kein Mensch.

Entschuldige, wenn ich mich leise wundere, seit wann das hier geduldet wird. Insofern hat Tyler mit dem Dressieren vielleicht nicht völlig daneben gelegen.

« Letzte Änderung: 04. November 2014, 08:30:44 von marple »

Offline Cine

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Re: Der dressierte Mann
« Antwort #35 am: 04. November 2014, 08:36:04 »
Wie kommst du denn auf den Schluss, dass er sich nicht um seine Kinder kümmern will, nur weil er so ein unmotorisiertes Vierrad nicht schieben möchte?

Weil er seine Aussage so interpretiert haben möchte, dass Männer die ihre Kinderwagen schieben, dies nur tun, weil sie von ihren Frauen dazu "genötigt" wurden. Und ich bin sicher, dass du das auch verstanden hast.

Ich finde das ein bisschen sehr weit hergeholt.

Um das zu prüfen wurde er ja gefragt, ob er Kinder hat und dass er gerne etwas von sich erzählen kann.

Außerdem empfinde ich es einfach als vermessen, in einem Männerforum als Frau rumzuposaunen, "solche" Männer sollten aussterben und "die" bräuchte kein Mensch.

Die Aussage ist schon ein wenig strange. Da hast du Recht...aber das ist wohl so ein "Running-Wars" zwischen euch 2 ....oder ?

Ich glaube nicht, Tim !
Cetero censeo FaciesLiber esse delendam !

marple

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Re: Der dressierte Mann
« Antwort #36 am: 04. November 2014, 08:47:29 »
Und ich bin sicher, dass du das auch verstanden hast.

Da irrst du dich. Mir ist genau DER angesprochene Punkt bei sonntäglichen Spaziergängen auch negativ aufgefallen.

Es geht nicht darum, als Mann auch den Kinderwagen zu schieben. Es geht darum, dass es im "Spaziermodus" offenbar zu einer bestimmten Sorte Frau dazugehört, ihren kinderwagenschiebenden Mann öffentlich Gassi zu führen. Auch ich habe bereits durchaus bemerkt, dass das mit einem ganz speziellen Blick passiert. Und auch ich habe es als unangenehm empfunden.

Das hat ÜBERHAUPT nichts mit Kinderwagen schieben zu tun. Das hat was mit Vorgeführtwerden zu tun. Und ja, das Verhältnis kippt. Normal wäre was um die 50 % schiebender Mütter und Väter oder gemeinsam nebeneinander laufen wenigstens. Aber dieses Hinterherschlendern mit selbstgerechtem Blick, das ist es, was triggert.

Die Aussage ist schon ein wenig strange. Da hast du Recht...aber das ist wohl so ein "Running-Wars" zwischen euch 2 ....oder ?

Nein. Hier hast du nur zwei entgegengesetzte Enden der Bandbreite Frau.

Offline Nikibo

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Re: Der dressierte Mann
« Antwort #37 am: 04. November 2014, 09:42:24 »
Um Esther Vilar zu zitieren: 'Für eine Frau bedeutet Liebe Macht, für den Mann Unterwerfung'. Es gibt für die fortschreitende Dressur am Mann vollzogen durch die Frau keine besseres Beispiel als den Kinderwagen schiebenden Mann! Tyler

Tyler hat das nicht auf einen bestimmten Typ Frau bezogen, wie Du sie wohl schon gesehen hast, Marple, sondern ganz grundsätzlich auf männliches Kinderwagenschieben.
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marple

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Re: Der dressierte Mann
« Antwort #38 am: 04. November 2014, 09:58:46 »
Das Zitat verstehe ich genau anders herum. Da ist ja eben nicht die Rede vom selbstbestimmten Schieben, sondern vom verlangten.

Ich will hier keine Endlosdiskussion, wie was gemeint sein könnte. Ich sehe es einfach nur anders.

Ich denke, man kann getrost davon ausgehen, dass es in Beziehungen Dressur geben kann. Oder Beeinflussung. Oder emotionalen Druck. In beide Richtungen.

Und manchmal wird die öffentliche Demonstration des Machtgefüges in einer Beziehung zu einem Trend. Das betrifft natürlich nicht alle und jeden. Aber man kann es beobachten.

Wenn man will.

Offline Nikibo

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Re: Der dressierte Mann
« Antwort #39 am: 04. November 2014, 10:34:04 »
Aber man kann es beobachten.
Wenn man will.

Ich gehe wohl zu wenig unter Menschen. Aber ich gucke auch nicht so genau hin. Das Leben Wildfremder interessiert mich einfach zu wenig.
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Offline tyler

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Zur Sache
« Antwort #40 am: 04. November 2014, 19:50:36 »
Ich weiß, es ist schwierig. Und einige von euch scheinen bei diesem Thema emotional hochzubrennen wie ein trockener Busch. Aber mir wäre lieber, wenn sich die Öffentlichkeit offen an meine Fragestellung annähert und es vermeidet, von der Sachebene runter zu plumpsen. Also konzentrieren wir uns noch einmal: Wenn von insgesamt 20 Kinderwägen, die ich am Wochenende gezählt habe, 18 von Männern geschoben werden und die Frauen entweder daneben- oder hinterhergehen, dann ist etwas in den letzten Jahren passiert.

Offline tyler

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Worum es geht
« Antwort #41 am: 04. November 2014, 19:51:19 »
Es geht nicht um eine Erziehungsfrage - da sollten sich bestenfalls beide Elternteile kompetent eingebunden fühlen - es geht auch nicht um Machoallüren, sondern es geht um die Beobachtung eines Trends, eine Simultanität, die fast schon das Wesen des allgegenwärtigen Mainstreams erfüllt und die man in anderen Epochen als Gleichschaltung bezeichnet hätte. Tyler

marple

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Re: Der dressierte Mann
« Antwort #42 am: 04. November 2014, 20:23:11 »
Ich sehe darin keine Gleichschaltung der gesamten Bevölkerung. Das, was ich in der Richtung beobachten kann, betrifft Teile bestimmter Schichten. Gute Ausbildung, beide bis zu den Babyjahren berufstätig, mittleres bis gutes Einkommen. 

Jeder Trend spricht nur bestimmte Zielgruppen an.

Ich habe jetzt nebenbei etwas darüber nachgedacht. Ein möglicher Ansatzpunkt ist der Anachronismus, in welchem sich gut ausgebildete, karrierebewusste Frauen befinden könnten - eigentlich steht ihnen der gleiche Weg offen, wie ihren Partnern. Kinderwunsch ist gleichzeitig ein natürliches Wollen. Was den Weg unterbricht. Auch wenn Männer ebenfalls in die Elternzeit gehen können.
Viele dieser Frauen werden das einerseits gar nicht wollen, sie wollen bei ihren Kindern sein, während ihnen andererseits bewusst ist, dass sie damit zurückfallen.

Das "muss" ausgeglichen werden. Zum Beispiel durch eine Binnenmachtposition in der Familie. Wodurch sie das, im Vergleich zu ihren gleichgestarteten Partnern unterbrochene berufliche Weiterkommen kompensieren.

Dieses Bild muss dann zwingend nach außen hin sichtbar gemacht werden.

Im Prinzip haben wir es weniger mit Dressur des Mannes als mit Zensur des Selbstbildes zu tun.

Das Grundproblem Karriere-Kind gibt es schon sehr lange. Aber der Weg der Kompensation ändert sich mit der Zeit und mit der Zielgruppe.
« Letzte Änderung: 04. November 2014, 20:38:22 von marple »

Offline ElTorro

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Re: Zur Sache
« Antwort #43 am: 04. November 2014, 20:43:08 »
Ich weiß, es ist schwierig. Und einige von euch scheinen bei diesem Thema emotional hochzubrennen wie ein trockener Busch. Aber mir wäre lieber, wenn sich die Öffentlichkeit offen an meine Fragestellung annähert und es vermeidet, von der Sachebene runter zu plumpsen. Also konzentrieren wir uns noch einmal: Wenn von insgesamt 20 Kinderwägen, die ich am Wochenende gezählt habe, 18 von Männern geschoben werden und die Frauen entweder daneben- oder hinterhergehen, dann ist etwas in den letzten Jahren passiert.

Ich verstehe weder das Problem noch, warum man sich mit solchen Beobachtungen beschäftigt.

Vielleicht, weil der Mann unter der Woche wenig Zeit dafür hat und es deshalb am Wochenende nachholt?
Vielleicht, weil das ein wenig Anstrengung erfordert und der Mann es daher übernimmt?
Who the fuck cares?

marple

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Re: Der dressierte Mann
« Antwort #44 am: 04. November 2014, 20:48:10 »
Ich verstehe weder das Problem noch, warum man sich mit solchen Beobachtungen beschäftigt.

Who the fuck cares?

Es muss niemanden weiter interessieren. Aber wo, wenn nicht in einem Männerforum sollte ein Mann, den das interessiert, sonst darüber diskutieren können?

Ich könnte hier auf Anhieb etliche Themen aufzählen, die auch nur drei Leute interessieren - wenn überhaupt.