Autor Thema: Das Leben und ich  (Gelesen 76089 mal)

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Offline Conte Palmieri

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Re: Das Leben und ich
« Antwort #615 am: 13. Dezember 2020, 11:05:27 »
Ich sagte "Katze". Freut sich meine Frau.
"Entweder sind Sie sich des chaotischen Zustands der Welt bewußt, oder Sie schlafen nur, leben in einer Phantasiewelt, einer Illusion." - Jiddu Krishnamurti

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Re: Das Leben und ich
« Antwort #616 am: 15. Dezember 2020, 11:14:53 »
Due Mutter unseres Stifts stirbt. Das war vorauszusehen, und jetzt ist es soweit.

Wie ich berichtet hatte, geht das unserem autistischen Stift am Arsch vorbei.

Jetzt kommen da zwei fatale Umstände zusammen: Unser Stift ist, wenn nicht Autist, so doch mindestens mit einem ordentlichen Schuß Asperger ausgestattet. Das Verhältnis zwischen ihm und seiner Mutter ist seit ewigen Zeiten extrem schlecht, woran sie mit Sicherheit einen ganz erheblichen Anteil hat. Jetzt kenne ich aus dem Umfeld ein oder zwei Fälle, wo das Verhältnis so zerrüttet war, daß das erwachsene "Kind" sich weigerte, das sterbende Elternteil noch einmal zu sehen. Es gibt mit Sicherheit Fälle, in denen das gerechtfertigt ist, jedenfalls entschuldbar. Dann ist das immer noch "besser" als das Verhalten meiner Exfrau, die sich vor der Begleitung ihrer Mutter und ihres letzten Ehemannes in den Tod schlicht und einfach gedrückt hat. Das ist aber eine andere Baustelle.

Wie unser Stift mit der Situation weiter umgehen wird, ist auch seine Sache.

Ich mache mir aber inzwischen Sorgen um meinen Kollegen. Der ist der Sterbenden verbunden, weil er mal ein außereheliches Techtelmechtel mit ihr hatte, und er kümmert sich mit Kenntnis und Einverständnis seiner Frau seit Wochen um die Sterbende. Während mein Kollege sich also den Arsch aufreißt, täglich ins Krankenhaus fährt, administrativen Kram regelt, Medikamente besorgt etc., steht unser Stift nebendran und macht nichts, gar nichts. Er leert nicht mal den Briefkasten.

Jetzt hat die Frau meinem Kollegen gesagt, daß sie unseren Stift noch einmal sehen will. Das hat er ihr gesagt, woraufhin er aufgelegt und sein Handy ausgeschaltet hat. Das gleiche Spiel bei mir, als ich ihn eine Stunde später deshalb angerufen hatte.

Gestern Abend mußte er der sterbenden Frau sagen, daß ihr Sohn nicht kommen wird. Was für eine beschissene Situation.

Dieser Vollidiot merkt nicht einmal, was er mit einem Verhalten auch meinem Kollege antut.

Das wollte ich loswerden. Mir fällt dazu nichts ein. Heute Nachmittag nach der Berufsschule kommt er. Ich kann ja nicht so tun, als wäre nichts.

"I came to a point where I needed solitude and just stop the machine of thinking and enjoying what they call living, I just wanted to lie in the grass and look at the clouds."

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Offline Nikibo

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Re: Das Leben und ich
« Antwort #617 am: 15. Dezember 2020, 11:21:22 »
Würde es klappen, ihn unter einem Vorwand ins Krankenhaus - zu deinem Kollegen - zu schicken? Mit "wichtigen" Papieren, die seine Mutter "für sein Erbe" noch unterzeichnen muss?
Hat mal einer die Telefonnummer von Schneewittchens Stiefmutter? Ich brauche dringend ein paar Äpfel!

Online Yossarian

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Re: Das Leben und ich
« Antwort #618 am: 15. Dezember 2020, 11:30:54 »
Nö. Der ist ja nicht blöd.
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Offline Conte Palmieri

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Re: Das Leben und ich
« Antwort #619 am: 15. Dezember 2020, 11:32:14 »
Heute Nachmittag nach der Berufsschule kommt er. Ich kann ja nicht so tun, als wäre nichts.
Mach' ihn einfach zur Sau. Am besten, vor Leuten.
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Re: Das Leben und ich
« Antwort #620 am: 15. Dezember 2020, 12:21:22 »
Paddong?
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Re: Das Leben und ich
« Antwort #621 am: 15. Dezember 2020, 12:35:53 »
Halte dem Stift einen Vortag über sein Verhalten. Das arbeitsrechtliche Verhältnis ist dabei unwichtig.
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Offline phoenix

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Re: Das Leben und ich
« Antwort #622 am: 15. Dezember 2020, 13:27:27 »
Mach' ihn einfach zur Sau. Am besten, vor Leuten.

Das hilft bei einem Asperger Autisten nicht und erreicht das genaue Gegenteil. :.)
« Letzte Änderung: 15. Dezember 2020, 13:39:34 von phoenix »
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Offline phoenix

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Re: Das Leben und ich
« Antwort #623 am: 15. Dezember 2020, 13:36:51 »
Due Mutter unseres Stifts stirbt. Das war vorauszusehen, und jetzt ist es soweit.

Wie ich berichtet hatte, geht das unserem autistischen Stift am Arsch vorbei.

Jetzt kommen da zwei fatale Umstände zusammen: Unser Stift ist, wenn nicht Autist, so doch mindestens mit einem ordentlichen Schuß Asperger ausgestattet. Das Verhältnis zwischen ihm und seiner Mutter ist seit ewigen Zeiten extrem schlecht, woran sie mit Sicherheit einen ganz erheblichen Anteil hat. Jetzt kenne ich aus dem Umfeld ein oder zwei Fälle, wo das Verhältnis so zerrüttet war, daß das erwachsene "Kind" sich weigerte, das sterbende Elternteil noch einmal zu sehen. Es gibt mit Sicherheit Fälle, in denen das gerechtfertigt ist, jedenfalls entschuldbar. Dann ist das immer noch "besser" als das Verhalten meiner Exfrau, die sich vor der Begleitung ihrer Mutter und ihres letzten Ehemannes in den Tod schlicht und einfach gedrückt hat. Das ist aber eine andere Baustelle.

Wie unser Stift mit der Situation weiter umgehen wird, ist auch seine Sache.

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Jetzt hat die Frau meinem Kollegen gesagt, daß sie unseren Stift noch einmal sehen will. Das hat er ihr gesagt, woraufhin er aufgelegt und sein Handy ausgeschaltet hat. Das gleiche Spiel bei mir, als ich ihn eine Stunde später deshalb angerufen hatte.

Gestern Abend mußte er der sterbenden Frau sagen, daß ihr Sohn nicht kommen wird. Was für eine beschissene Situation.

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Wenn es wirklich ein Asperger Autist ist, dann ist er mit der Situatin restlos überfordert, Der blendet das Ding komplett aus und versucht irgendwie den ganzen Kram zu sortieren.

Nein,  dann merkt er wirklich nicht, was abgeht auf der emotionalen Schiene.

In der direkten Kommunikation und mit sachte hast Du evtl. eine geringe Chance.

Die beschissene Situation wird sich vermutlich nicht ändern. Hat der Stift noch irgendeine andere, ihm nahestehende Person?
Wenn nein, dann hat er eher Mitleid verdient.
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Re: Das Leben und ich
« Antwort #624 am: 15. Dezember 2020, 14:26:29 »
Wenn es wirklich ein Asperger Autist ist, dann ist er mit der Situation restlos überfordert, Der blendet das Ding komplett aus und versucht irgendwie den ganzen Kram zu sortieren.

Ausblenden ist das Schlimmste, was er jetzt tun kann. Wenn seine Mutter tot ist, geht es erst richtig rund: Beerdigung organisieren, kleinere Wohnung suchen, ergänzendes AlG2 beantragen...

Zitat
In der direkten Kommunikation und mit sachte hast Du evtl. eine geringe Chance.

Mehrfach erfolglos versucht.

Zitat
Hat der Stift noch irgendeine andere, ihm nahestehende Person?

Einen Bruder und einen Vater. Zum ersteren - geschiedener Ehemann der Mutter - hat er seit Jahren keinen Kontakt, obwohl beide in Frankfurt wohnen. Sein Bruder wohnt beim Vater. Den haßt er fast noch mehr als seine Mutter, was auf Gegenseitigkeit beruht. Dem Bruder geht seine Mutter auch am Arsch vorbei.

Alles in allem eine Familie, an der eine ganze Horde von Psychotherapeuten ein lebenslanges Auskommen hätte...
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Re: Das Leben und ich
« Antwort #625 am: 15. Dezember 2020, 15:36:12 »

Zitat
Alles in allem eine Familie, an der eine ganze Horde von Psychotherapeuten ein lebenslanges Auskommen hätte...

In der Tat.
Au Backe, und Du und Dein Kollege mittendrin. Ziemlich bescheidene Situation.

Zu nah dran, dass es einen komplett kalt läßt und zu weit weg, um irgendwie helfen zu können.
Vermutlich kümmert sich dann Dein Kollege aus den gleichen Gründen um den Stift...

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Re: Das Leben und ich
« Antwort #626 am: 15. Dezember 2020, 15:41:29 »
Zu nah dran, dass es einen komplett kalt läßt und zu weit weg, um irgendwie helfen zu können.

Genauso isses.

Wenn nein, dann hat er eher Mitleid verdient.

hat er. Aber wir sind auch weder seine Vormünder (e rist 26!) noch seine Therapeuten.
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Offline simplemachine

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Re: Das Leben und ich
« Antwort #627 am: 17. Dezember 2020, 00:04:44 »
Ich sagte "Katze". Freut sich meine Frau.

Katzen und Thailänder  :o.

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Re: Das Leben und ich
« Antwort #628 am: 17. Dezember 2020, 11:28:22 »
Katzen und Thailänder  :o.
Die Katzenmanie ist international.
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Re: Das Leben und ich
« Antwort #629 am: 17. Dezember 2020, 12:08:47 »
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