Autor Thema: Medienkultur  (Gelesen 14830 mal)

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Offline Unikum

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Medienkultur
« am: 12. Januar 2010, 11:52:59 »
Anhand der Berichterstattung über Schweinegrippe und Winterwetter mal die Frage in den Raum:
Fühlt man sich eigentlich noch angemessen Informiert?

Oder ist das ganze nur noch martschreierisch überzogene Panikmache?

Und gibts da Unterschiede zwischen einzelnen Mediensträngen? Tv/I-Net/Holznutzer?

Oder gar den einzelnen Verästelungen Gebühren/Werbefinanziert?

Wo informiert man sich rundweg am "objektivsten"?
Früher war alles besser, sogar die Höhlen waren größer.

Wer, wenn nicht ich?

lycopithecus

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Re:Medienkultur
« Antwort #1 am: 12. Januar 2010, 12:09:31 »
Das ist eine Frage, die sich nicht mit einer Liste von "sauberen" Medien erschlagen lässt.

Ich denke, man sollte ich immer überlegen, in wessen Auftrag irgend ein Medienbericht erstellt wird. Das ist immer auch ein Hinweis auf das Interesse, für das er geschrieben und verbreitet wird. So ist ein privatwirtschaftlich betriebenes Medium immer auch ein profitorientierter Wirtschaftbetrieb und wird daher im Zweifel eher prokapitalistisch schreiben. Aber das ist natürlich nur ein Beispiel.

Es gibt ja auch immer wieder Säue, die durchs Dorf gejagt werden. Da springen dann alle mögliche Medien und Schreiberlinge auf, einfach, weil sie "aktuell" sein müssen oder zu müssen glauben. Beispiele wäre die "Schweinegrippe" oder "Mietnomaden". Da müssen wir uns auch fragen, wer die Sau da rausgejagt hat, und warum. Plant vielleicht irgend ein Investor den Einstieg in den Wohnungmarkt? Ist (deswegen?) vielleicht eine Mietrechtsänderung geplant? Um es zu durchschauen, müsste man recherchen ... mühsam.

Auf alle Fälle ist es lohende, sich von verschiedener Seite zu informieren.

marple

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Re:Medienkultur
« Antwort #2 am: 12. Januar 2010, 12:14:48 »
Ich schau nicht mehr fern. Seit März und Zeitungen habe ich so gut, wie nie.

Wenn mich also ein Thema interessiert, such ich mir Informationen aus dem Netz zusammen. Meist ganz verschiedene Seiten. Meine subjektive Meinung bilde ich mir dann aus diesem Gemisch an unterschiedlichsten Aussagen.

Zum Thema Schweinegrippe waren das Seiten über Symptome, Ärztemeldungen diverse und diese Frau, die behauptete, hier sei Völkermord am Gange. Rausgezogen hab ich für mich, dass ich mich nicht impfen lasse und ansonsten Panikmache vorherrscht. Thema (für mich) erledigt.

Das grundlegendere Problem in der eigenen Meinungsbildung ist wohl eher das Prinzip des Agendasettings - wovon erfährst du überhaupt etwas? was wird thematisiert und was wird komplett unter den Teppich gekehrt. Oder ist - angeblich - keine Meldung wert. Hier hast du keine Chance mehr, dich umfassend zu informieren. Worüber auch, wenn du gar nicht weisst, was so alles tatsächlich Wichtiges geschieht.


Offline Teppichporsche

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Re:Medienkultur
« Antwort #3 am: 12. Januar 2010, 12:25:03 »
Ich kenne eigentlich keine Zeitung, das Nachrichten neutral wiedergibt. Sogar wiedergegebene Interviews sind nicht neutral: Fragen sind meistens suggestiv und mit den Antworten (auch von sogenannten neutralen Experten) kann ich oft nicht viel anfangen. Für Radio und Fernsehen gilt das gleiche.

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Groucho Marx

Offline marlboro_man

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Re:Medienkultur
« Antwort #4 am: 12. Januar 2010, 13:44:07 »
Ich habe vor ein paar Jahren mein Tageszeitungs-Abo gekündigt, nachdem ich festgestellt hatte, dass in allen Zeitungen mehr oder weniger das Gleiche drinsteht. Fernseh-Nachrichten des Deutschen Staats-Fernsehens schaue ich mir nur noch manchmal aus "Forschungszwecken" an, aber nicht, um mich zu informieren. Objektivität, gründliche Recherche oder kritische Berichterstattung ist nirgendwo zu erkennen, das sehe ich ähnlich wie meine Vorschreiber. Letztes Beispiel Schweinegrippe: Anstatt die Leser/Seherschaft darüber aufzuklären, dass das nur ein Coup der Pharmaindustrie ist, haben alle schön die Hysterie mit geschürt, kritische Stimmen konnte ich aus den "Leitmedien" nicht erkennen. Wahrscheinlich wird ein Journalist, der sich nicht an die auflagenbringenden Vorgaben hält oder irgendeiner Lobby vor den Kopf stossen könnte (schlecht für Werbekunden) seinen Job nicht lange behalten.
Ich suche mir meine Nachrichten aus dem Netz zusammen.

Offline Teppichporsche

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Re:Medienkultur
« Antwort #5 am: 12. Januar 2010, 16:11:21 »
Warum wird eigentlich Berichterstattung betrieben?

Grundsätzlich will damit doch zu allererst Geld verdient und dann vielleicht Ansehen als Berichterstatter erworben etc werden.

Wer hätte jetzt einen Artikel gekauft, in dem berichtet wird, dass die Schweinegrippe garnicht gefährlicher ist als eine normale Grippe? Hört es sich nicht viel verkaufsfördernder an von einer bedrohlichen Seuche zu sprechen. Wer würde sich beim der Schlagzeile "normale Grippe" die entsprechende Zeitung kaufen. Wer würde den Namen eines Reporters im Gedächtnis behalten, der über Heuschnupfen berichtet.

Ich denke, dass die Konstitution des Menschen inhaltslose Berichterstattung fördert. Was wir also Medien nennen ist einfach die Adaptation an unsere Bedürfnisse: nicht Information sondern Unterhaltung.
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Groucho Marx

Offline Unikum

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Re:Medienkultur
« Antwort #6 am: 12. Januar 2010, 16:27:44 »
Was aber bitte ist denn mit dem "Bildungs und Informationsauftrag" der öffentlich - rechtlichen Medieanstalten die ja nunmal, anders als z.B. in Italien, unabhängig von der Obrigkeit ihr Wesen treiben?
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Offline Unikum

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Re:Medienkultur
« Antwort #7 am: 12. Januar 2010, 16:55:48 »
Was aber bitte ist denn mit dem "Bildungs und Informationsauftrag" der öffentlich - rechtlichen Medieanstalten die ja nunmal, anders als z.B. in Italien, unabhängig von der Obrigkeit ihr Wesen treiben?

Wie ist denn der im Rundfunkstaatsvertrag formuliert? Gibt's den überhaupt? Der wird zwar oft erwähnt, aber was bedeutet das genau? Und wer soll den umsetzen? Und für wen?
http://www.alm.de/fileadmin/Download/Gesetze/10._RStV_01.09.2008.pdf
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lycopithecus

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Re:Medienkultur
« Antwort #8 am: 12. Januar 2010, 17:27:28 »
Hier kannst Du mal anfangen, Dich zu bilden. Links zu allen Texten sind vorhanden, selber lesen macht schlau!

Offline DüDo

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Offline ganter

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Re:Medienkultur
« Antwort #10 am: 21. Januar 2010, 23:36:55 »
was mich wirklich ankotzt:
Für marode Banken werden mal eben zig Milliarden rausgerotzt, doch für 1.5 Millionen Obdachlose in Haiti reichen erst mal 1,5 Millionen. Jetzt wird großzügig aufgestockt: auf immerhin 10,0 Millionen.

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Bundesregierung-stockt-Hilfe-fuer-Haiti-auf

"Männer definieren sich sowieso nicht über die Drogeneinwurfmenge."
"Im Vergleich zur bricom dürfte jede Wand einer öffentlichen Bedürfnissanstalt ein Quell unendlicher Weisheit sein...."
Bodo

Offline DüDo

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Re:Medienkultur
« Antwort #11 am: 21. Januar 2010, 23:41:40 »
korrekt! da wird "oooh, armes haiti! wir sind für euch da!" geheuchelt und es kommt nix an... ist halt kein ölstaat...

mit einer bekannten hab ich das mal durchgerechnet und bin drauf gekommen, dass mir der deutsche staat mit 2 vioalas helfen würde... (kennt ihr die noch? kosteten damals 2 pfennig das stück...)

auch dieser spendenhype ist mir ein graus. wie im beitrag beschrieben. da mutieren spender wieder zu wählern. öffentlich-rechtliche, sat1, rtl... wem geb ich mein geld? und die sender freuen sich. 10 mio werden gespendet, 10 mio an werbung wurden eingenommen...

Offline nigel48

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Re:Medienkultur
« Antwort #12 am: 21. Januar 2010, 23:45:19 »
heute mittag, börse im ersten. irgend ne bank hat eine million dollar für haiti gespendet. die verdient sie , nä, tschuldigung,muss heissen erwirtschaftet sie als gewinn in 11 minuten.
die info glaube ich mal zur abwechslung.
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Offline DüDo

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Re:Medienkultur
« Antwort #13 am: 22. Januar 2010, 00:17:49 »
Das ist größtenteils linke Tasche rechte Tasche, weil die Banken dem Staat selber gehören.

erzähl mal. - ne, beweise, dass die banken dem staat gehören! wusste ich noch gar nicht... sparkassen, ok... aber banken?

Offline nigel48

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Re:Medienkultur
« Antwort #14 am: 22. Januar 2010, 00:20:45 »
http://boerse.ard.de/idx_tv_archiv.jsp?idx=1

archiv: boerse im Ersten vom 20.01.2010

ab 1:20
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