Autor Thema: Die behauptete Vergewaltigung  (Gelesen 9944 mal)

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Tarzan

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Die behauptete Vergewaltigung
« am: 24. März 2010, 09:51:41 »
Gerade mal wieder aktuell, ein Fall von vielen: Ist Kachelmann ein Vergewaltiger?

Wie überhaupt sollte die Gesellschaft mit derartigen Anschuldigungen umgehen? Immerhin sind sexuelle Anschuldigungen genauso an der Tagesordnung wie sexuelle Falschbeschuldigungen (und mindestens so alt wie die Bibel, denn da steht auch schon so ein Fall drin).

Wie sollten unschuldig Angeschuldigte rehabilitiert werden, wie sollten Falschbeschuldigerinnen bestraft werden? Alle mir bekannten Fälle von falscher sexueller Beschuldigung (z.B. Türck, Wormser Prozesse etc) endeten mit massiver Schädigung der Falschbeschuldigten aber völliger Straffreiheit der Täterinnen.
« Letzte Änderung: 24. März 2010, 09:58:57 von Tarzan »

Yossarian

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Re:Kachelmann und die behauptete Vergewaltigung
« Antwort #1 am: 24. März 2010, 09:56:41 »

Offline Mattieu

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Re:Kachelmann und die behauptete Vergewaltigung
« Antwort #2 am: 24. März 2010, 10:07:40 »
Ist Kachelmann ein Vergewaltiger?
Wer weiß.
Von Anfang Februar, dem Tatzeitpunkt, bis Mitte März, der Verhaftung, ist eine lange Zeit, in der er scheinbar noch nicht als tatverdächtig galt. Mir kommt diese Geschichte eher wie schmutzige Wäsche nach unsauberer Trennung vor.


Wie überhaupt sollte die Gesellschaft mit derartigen Anschuldigungen umgehen? Immerhin sind sexuelle Anschuldigungen genauso an der Tagesordnung wie sexuelle Falschbeschuldigungen (und mindestens so alt wie die Bibel, denn da steht auch schon so ein Fall drin).
Ist halt totsicher und relativ ungefährlich für den Denunzianten.

Wie sollten unschuldig Angeschuldigte rehabilitiert werden,
Geht nicht. Für den Zweck der Denunziation gibt es kein besseres Mittel als die Falschbezichtigung der Vergewaltigung oder des sexuellen Missbrauchs, ganz unabhängig vom Wahrheitsgehalt. Das gilt umso mehr für Personen in der Öffentlichkeit. Bleibt immer hängen

wie sollten Falschbeschuldigerinnen bestraft werden?
Die Falschbeschuldigerinnen äußern ja immer nur Hinweise oder Verdachtsmomente. Beschuldigen tut der Staatsanwalt.

Ich sehe hier keine Lösung.
Scheiße ist, wenn der Furz was wiegt.

Conte Palmieri

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Re:Die behauptete Vergewaltigung
« Antwort #3 am: 24. März 2010, 10:08:12 »

Offline Sherlock

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Re:Die behauptete Vergewaltigung
« Antwort #4 am: 29. März 2010, 15:46:12 »
Da eh keiner nix genaues weiß und sich wohl niemand hier befindet, der den Herrn Kachelmann und/oder seine Exe besser kennt, bleibt wohl nur Abwarten und Tee trinken.
Selbst für Spekulationen ist die "Faktenlage" wohl etwas zu dünn.
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Offline Marvin

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Re:Die behauptete Vergewaltigung
« Antwort #5 am: 29. März 2010, 15:50:55 »
Wie kann ein Gericht überhaupt sowas "überprüfen"? Spermaspuren und ähnliches lassen sich ja auch ganz normal erklären, wenn beide eh Sex miteinander hatten. Ansonsten müsste es doch fast immer aussage gegen Aussage sein...

Offline Sherlock

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Re:Die behauptete Vergewaltigung
« Antwort #6 am: 29. März 2010, 16:15:06 »
Wie kann ein Gericht überhaupt sowas "überprüfen"? Spermaspuren und ähnliches lassen sich ja auch ganz normal erklären, wenn beide eh Sex miteinander hatten. Ansonsten müsste es doch fast immer aussage gegen Aussage sein...

Das wird wohl erst mal so sein.
Was aber nicht bedeutet, daß es nachher vor Gericht auf ein Nullsummenspiel hinauslaufen muß. Für ne Verurteilung kann schon ausreichend sein, daß Kachelmanns Exe schlicht und einfach das Gericht überzeugt - "glaubhafte Darlegung der Ereignisse" nennt sich das wohl.
Das gilt umgekehrt natürlich für Kachelmann genauso, auch ihm kann das Gericht mehr Glauben schenken als seiner Exe. Und dann gibts natürlich noch so Sachen wie Leumundszeugen, Psychogutachten etc.
Du weißt ja, auf hoher See und vor deutschen Gerichten ....  ::)

Man darf gespannt sein.
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Offline Unikum

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Re:Die behauptete Vergewaltigung
« Antwort #7 am: 30. März 2010, 08:56:20 »
Das gerichtliche ist doch, selbst bei Unschuld, ein absoluter Nebenkriegsschauplatz.

Der angerichtete Schaden für Kachelmanns weiteren beruflichen Werdegang ist unabhängig von jedwelchem Urteil enorm.

Völlig egal ob ers war oder nicht, er kann sich schonmal ne Warnweste und ne Harke anschaffen.
Früher war alles besser, sogar die Höhlen waren größer.

Wer, wenn nicht ich?

Conte Palmieri

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Re:Die behauptete Vergewaltigung
« Antwort #8 am: 30. März 2010, 09:50:24 »
Das gerichtliche ist doch, selbst bei Unschuld, ein absoluter Nebenkriegsschauplatz.
Er könnte dafür in den Knast kommen. Ich würde das nicht unterbewerten.


marple

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Re:Die behauptete Vergewaltigung
« Antwort #10 am: 25. Juni 2010, 12:29:12 »
Das sind "nur" Fälle, in denen es tatsächlich zu einer Falschaussage kam. Ungezählt die Erpressungen, in denen bereits die Androhung solcher Bezichtigungen einen Mann zum Einlenken bringen.

Ganz üble Sache und besonders schlimm auch für tatsächliche Opfer.

Offline ganter

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Bodo

Offline sebbo_freim

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Re: Die behauptete Vergewaltigung
« Antwort #12 am: 17. Mai 2013, 10:05:22 »
Ich finde solche Fälle immer echt kritisch.. Immerhin weiß man nicht, in wiefern die Frau durch die zahlreichen knallharten Anwälte unter Druck gesetzt wurde oder wer ihr vll zu Hause mal einen Besuch abgestattet hat. Irgendwann ist man als Opfer vll so zermürbt, dass man es nicht mehr schafft einen klaren Kopf zu behalten und stattdessen aufgibt.
Kreischt die Magd schrill aus dem Stall, ging sie dem Bauern in die Fall.

Yossarian

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Re: Die behauptete Vergewaltigung
« Antwort #13 am: 17. Mai 2013, 10:20:25 »
in wiefern die Frau durch die zahlreichen knallharten Anwälte unter Druck gesetzt wurde

Ich habe es bis jetzt jedenfalls noch nicht erlebt, daß ein der Vergewaltigung Verdächtigter "zahlreiche knallharte Anwälte" engagiert hätte, um das mutmaßliche Opfer "unter Druck zu setzen". Weißt Du eigentlich, was "zahlreiche knallharte Rechtsanwälte" kosten und wo der Feld-Wald- und Wiesenvergewaltiger die Kohle hernehmen sollte, die zu bezahlen?

Selbst nach fast 30jähriger Anwaltstätigkeit wüßte ich jetzt auch nicht, wie ein "knallharter Anwalt" "Druck" ausüben könnte.

Zitat
oder wer ihr vll zu Hause mal einen Besuch abgestattet hat.

Ja klar. Der gemeine Vergewaltiger hat den ganzen Tag nix besseres zu tun, als seinem Opfer zuhause aufzulauern und es dort einzuschüchtern.

Vielleicht solltest du einfach nicht so viele amerikanische Polizeiserien im Fernsehen schauen und keine Bildzeitung lesen.

Offline Iphigenie

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Re: Die behauptete Vergewaltigung
« Antwort #14 am: 17. Mai 2013, 13:56:12 »
Weißt Du eigentlich, was "zahlreiche knallharte Rechtsanwälte" kosten

Ich dachte immer da gibt es so etwas wie eine "Gebührenordnung"?
Darf denn ein Anwalt verlangen was er will (z.b. eine Stunde 1000 Euro) oder gibt es da Grenzen?

Oder heisst es etwa gar, je "betuchter" der Klient, desto besser die Aussichten auf Straffreiheit?

Muss man dann als "Otto-Normal-Angeklagter" befürchten schlechter verteidigt zu werden?