Autor Thema: Weird Scenes Inside a Law Firm  (Gelesen 226744 mal)

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Offline maxim

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #2280 am: 22. November 2019, 13:59:36 »
Und wieder kostbare Lebenszeit mit dem  Starren an die Decke des Sitzungssaales Warten auf einen Zeugen vergeudet....  :.)

Der hat sich heute das dritte Zwangsgeld wegen Nichterscheinens eingefangen. Das nächste mal wird er dann im April nicht erscheinen...  8)

Zum Glück ist es ein Zeuge der Gegenseite.  :evil

Noch mehr Freude kommt auf, wenn der Hauptzeuge der eigenen (Kläger)Partei erscheint, sich vor dem Sitzungssaal mit der Beklagten zurückzieht und dem äusseren Erscheinen nach ein angeregtes freundliches Gespräch mit gedämpfter Stimme führt, daraufhin sich gegenüber der Klägerpartei abweisend und unhöflich zeigt und während der Verhandlung das komplette Gegenteil der eigenen schriftlichen Aussage mitteilt.

wer für alles offen ist, ist nicht mehr ganz dicht

Offline Gianluca

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #2281 am: 22. November 2019, 15:25:41 »
Oder, wie mir passiert, ein Sachverständiger, öffentlich bestellt, einen schriftlichen Bericht verfasst, der eindeutig mit dem Fazit endet, der eingesetzte Objektüberwacher - nicht Bauleiter nach Bauordnungsrecht ! - hat den Schaden nicht zu verantworten, da durch den Generalunternehmer selbst verursacht. Mein Anwalt fragte mich nur, ob ich Herrn S. einen Floridaurlaub für sein Gutachten spendiert hätte. Natürlich nicht.
Vor Gericht (LG) knickt der Vogel plötzlich und unerwartet ein. Anwalt und ich schauen uns nur ungläubig an. "Was läuft hier für´n Film?" Faust geballt unter Tisch gelassen, nochmal höflich von meiner Seite nachgefragt, woher der Sinneswandel entgegen seiner schriftlichen Stellungnahme kommt. Keine Antwort. Richter spielt unterm Tisch wohl Mahjong, hat sich offensichtlich gar nicht mit dem Fall auseinander gesetzt. Desinteresse pur. Urteil: Arsch geteilt, 50:50 Joker gezogen.
Vorm OLG dann Klage abgewiesen.
Monate später treffe ich Herrn S. auf der Hausmesse eines befreundeten Installateurs wieder. Hochrote Birne, der Typ. 1 Meile Respektabstand. Unsicheres Verabschiedungsnicken, das war´s. Einem Berufskollegen so vor die Flinte zu schieben, würde mir nie einfallen.

Offline Yossarian

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #2282 am: 26. November 2019, 12:03:51 »
Wenn Kundschaft ihre Termine nicht einhält, ist das generell nervig. Man sitzt da und bohrt eine halbe Stunde lang in der Nase, weil es sich nicht lohnt, etwas anderes anzufangen. Bescheuert wird es, wenn man dem potentiellen Mandanten bei Terminvereinbarung ausdrücklich darauf hingewiesen hat, daß er dabei ist, eine Ausschlußfrist zu verkacken. Wenn der irgendwann nächste Woche dann doch meint, jetzt gerade Zeit und Lust zu haben, zum Anwalt zu gehen, kann ich ihn gerade wieder wegschicken.
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Offline Primus Flavius Fossa

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #2283 am: 27. November 2019, 13:42:48 »
Hätte nicht gedacht, daß der Besuch beim Psychologen immer noch für so viele Menschen ein Problem zu sein scheint.
Mehr für die "Mitmenschen".
Ich bin da inzwischen auch eher vorsichtig.
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Offline Yossarian

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #2284 am: 04. Dezember 2019, 09:01:57 »
Heute brauch ich bei Gericht die extragroße Pappnase.

Der Mandant hat sich während der Ausübung seines Umgangsrechts eine ganze Nacht lang zusammen mit den Kindern vor der Polizei im Park versteckt. Die Kindsmutter hatte bei Übergabe der Kinder gemeint, einen leichten Alkoholgeruch zu bemerken und angekündigt, die Polizei zu rufen, um die Kinder zurückzuholen.

Warum sie ihm die Kinder überhaupt übergeben hat, wenn er sich angeblich angetrunken war, werden wir vielleicht nachher erfahren...
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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #2285 am: 04. Dezember 2019, 09:35:10 »

Etliche Deiner Szenarien wären es wert, verfilmt zu werden,...  ;)

LG v. Druiden

Offline Korinthenkackerin

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #2286 am: 04. Dezember 2019, 10:24:53 »
Der Mandant hat sich während der Ausübung seines Umgangsrechts eine ganze Nacht lang zusammen mit den Kindern vor der Polizei im Park versteckt.

Ich hoffe doch, dass das im Sommer war  8) :.) .
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Offline Yossarian

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #2287 am: 04. Dezember 2019, 12:21:12 »
Ich möchte Mandanten in der Verhandlung körperlich züchtigen dürfen. Und die Gegenpartei. Und deren Anwältin auch. Und ich bin mir sicher, daß die Richterin, die Verfahrensbeiständin der Kinder und die Tante vom Jugendamt hinterher Stein und Bein geschworen hätten, daß die nur zeitgleich und unglücklich vom Stuhl gefallen sind.  :evil
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Offline Yossarian

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #2288 am: 06. Dezember 2019, 10:17:39 »
Anruf. Aufgeregte Frauenstimme: Mein Mann ist heute Nacht von der Polizei verhaftet worden.

- Aha.

- Es gibt da einen bosnischen Haftbefehl.

- Aha. (Wußte nicht mal, daß die hier vollstreckt werden können. Klingt nach erheblichen Komplikationen, allesamt zu lösen, bevor der Knabe im Flieger sitzt.)

- Sie müssen meinen Mann da rausholen.

- Aha. Das ist aber eine Menge Arbeit, und ich kann nicht garantieren daß das klappt.

- (Schweigen)

- Außerdem müßte für so eine Aktion einen nicht ganz unerheblichen Vorschuß nehmen, weil der ganze Tag futsch ist, und ich irgendwie hinkriegen muß, am Wochenende zu Ihrem Mann ins Gefängnis zu kommen.

- Wieviel?

- Tausend Euro müßten das schon sein.

- Okay, ich suche mir einen anderen Anwalt.

Gut, daß wir drüber geredet haben.  8)
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Offline Primus Flavius Fossa

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #2289 am: 06. Dezember 2019, 11:44:27 »
Na ja, ist schon irgendwie bitter.

Da zerkloppen einer die Bullen Knall auf Fall das Leben, und dann braucht sie 1000,- Hühner, um Hilfe zu bekommen. Zeit hat sie nicht.

Das geht geht jetzt nicht gegen die Anwälte - natürlich müssen die ihr Geld bekommen, aber ich frage mich, ob da gesellschaftlich nicht eine bessere Lösung möglich wäre.

Wie stünde denn eine Rechtsschutzversicherung zu so etwas?
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Offline Yossarian

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #2290 am: 06. Dezember 2019, 12:16:36 »
Rechtsschutzversicherungen decken so was nicht, die sind ja nicht bescheuert. Man glaubt übrigen als Laie kaum, für was Rechtsschutzversicherungen alles *nicht* eintreten.

Wenn der Junge in Untersuchungshaft wäre, hätte er inzwischen wenigstens einen Anspruch auf einen Pflichtverteidiger, was aber auch nicht wirklich viel heißt. Die Tarife sind jämmerlich, gemessen an der Arbeit (jedenfalls, wenn man einen guten Job abliefern will), und man rennt als Verteidiger seinen drei Euro Fuffzig monatelang hinterher.

Da es hier aber anscheinend darum geht, ob ein ausländischer Haftbefehl hier so einfach vollstreckt werden kann, inklusive einem Rattenschwanz von ausländerrechtlichen Problemen, die allesamt sofort zu lösen sind (weil der Typ sonst im Flieger nach Bosnien sitzt, ehe er, seine Frau und ich Papp sagen können), gibt es nicht einmal das.

Nimm noch dazu, daß freitags in den Geschäftsstellen der Gerichte, Staatsanwaltschaften, Ausländerbehörden und Kriminalpolizei bereits das Adventsgebäck und der Punsch ausgepackt werden und rechne damit, vor Montag keinen mehr (nüchtern) an die Strippe zu kriegen. Bis dahin kann er längst abgeschoben worden sein. Tip im Vorbeigehen: Wenn das Ausländeramt Dich für einen Freitag unter einem Vorwand einbestellt, geh nicht hin und verbring den Freitag nicht zuhause!

Du mußt als Anwalt also in kürzester Zeit ziemlich viele Karnickel aus dem Hut ziehen und aufpassen, daß nicht auch ein bissiges Krokodil im Hut steckt.

Ein Tausender ist da eine durchaus moderate Honorarforderung.

Was mich persönlich ärgert, ist dieses schnoddrige "Ich such mir einen anderen Anwalt" nebst sofortigem Auflegen. Nicht, daß sie nicht einen Hungerleiderkollegen finden wird, der das auch für 500 € (schlecht) macht, oder einen jungen naiven Idioten, der ihr abnehmen wird, daß er ihr nur eine Rechnung schicken soll, und sie diese auch bestimmt sofort überweisen würde.

Aber hier kam sogar in einer Situation, in der, wie Du schreibst, die Bullen Knall auf Fall das Leben zerkloppen, sofort die Geiz-ist-geil-Mentalität durch. Da sollte man eigentlich sogar als Berufsschnorrer mal anfangen, seine Prioritäten abzuwägen.
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Offline Primus Flavius Fossa

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #2291 am: 06. Dezember 2019, 12:46:45 »
Vielleicht stand sie auch einfach unter Schock und dem Druck der Tatsache, dass sie keine 1000,- € hat und auch nicht kreditwürdig ist.

Vielleicht wäre ja auch eine Regelung möglich, dass ohne Konsultation eines Anwalts nicht ausgeliefert werden darf?
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Offline Yossarian

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #2292 am: 06. Dezember 2019, 13:16:19 »
Vielleicht stand sie auch einfach unter Schock und dem Druck der Tatsache, dass sie keine 1000,- € hat und auch nicht kreditwürdig ist.

So klang die eher nicht. Wenn Du über 30 Jahre lang mit Schnorrern zu tun hattest, bekommst Du ein Bauchgefühl dafür.

Zitat
Vielleicht wäre ja auch eine Regelung möglich, dass ohne Konsultation eines Anwalts nicht ausgeliefert werden darf?

Äh, weil Weihnachten ist, oder warum genau? Solche Aktionen werden oft ganz bewußt freitags durchgezogen in der Hoffnung, daß nicht schnell genug reagiert wird und am Montag schon alles gelaufen ist.
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Offline Primus Flavius Fossa

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #2293 am: 06. Dezember 2019, 13:59:34 »
Äh, weil Weihnachten ist, oder warum genau? Solche Aktionen werden oft ganz bewußt freitags durchgezogen in der Hoffnung, daß nicht schnell genug reagiert wird und am Montag schon alles gelaufen ist.
Genau deswegen.
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Offline simplemachine

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Re: Weird Scenes Inside a Law Firm
« Antwort #2294 am: 06. Dezember 2019, 22:16:24 »
Na ja, ist schon irgendwie bitter.

Da zerkloppen einer die Bullen Knall auf Fall das Leben

Ist der Gedanke denn so fernliegend, dass "die Bullen" was für das Rechtssystem tun und der Mann einfach nur ein Krimineller ist. So voreingenommen - ohne jegliche Hintergrundinformation -  sind sonst eigentlich nur Ultralinke, wo "die Bullen" ja immer per se "Bullenschweine" sind.