Das Männerforum

Beziehungen - ernstgenommen => gesellschaftliche Aspekte => Thema gestartet von: Yossarian am 09. Februar 2010, 09:29:55

Titel: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 09. Februar 2010, 09:29:55
Senioren griffen zur Selbstjustiz gegen Finanzberater (http://www.123recht.net/Senioren-griffen-zur-Selbstjustiz-gegen-Finanzberater-__a59123.html)

Amoklauf mit 83 (http://www.123recht.net/article.asp?a=57740&ccheck=1)
Titel: Re:Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: kmartin am 16. April 2010, 10:13:31
das mit dem finanzberater ist schon krass. andererseits - wenn er das ganze ersparte verfeuert hat und man kaum noch ein hemd (http://www.menswear.de/hemden/) zum anziehen hat, kommt man schon mal auf dumme gedanken...
Titel: Re:Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Unikum am 16. April 2010, 12:07:51
das mit dem finanzberater ist schon krass. andererseits - wenn er das ganze ersparte verfeuert hat und man kaum noch ein hemd zum anziehen hat, kommt man schon mal auf dumme gedanken...
Wer so spekuliert das er kein Hemd mehr zum anziehen hat statt sich Reserven sicher anzulegen dem gehörts nicht anders.
NICHTS rechtfertigt körperliche Gewalt!
Titel: Re:Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: DüDo am 16. April 2010, 13:19:11
wenn du einem vertrauenswürdigen banker gegenüber sitzt, der auf seriös macht - ist ja sein job - und du keine ahnung hast, dann ist das keine spekulation sondern vertrauen in seinen dienstleister.

du gehst ja auch mit deinem defekten auto nicht in die werkstatt, um dich im nachhinein selber unter das auto zu stellen...

natürlich ist körperliche gewalt keine lösung, aber...
Titel: Re:Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Unikum am 16. April 2010, 13:45:22
wenn du einem vertrauenswürdigen banker gegenüber sitzt, der auf seriös macht - ist ja sein job - und du keine ahnung hast, dann ist das keine spekulation sondern vertrauen in seinen dienstleister.

du gehst ja auch mit deinem defekten auto nicht in die werkstatt, um dich im nachhinein selber unter das auto zu stellen...

natürlich ist körperliche gewalt keine lösung, aber...
Was soll das sein?

Der aufgeklärte Bürger weiss: Banker dienen nur einem Herrn, ihrer Bank.

Ich lass mir auch von einem Arzt nicht jeden Blödsinn aufschwatzen (Stichwort IGEL-Leistungen) nur weil man den gemeinhin "Vertrauenswürdig" nennt.

Und das Verhalten einer Kfz-Werkstatt an meinem Fahrzeug nehme ich nicht im nachhinein sondern unmittelbar und parallel zur Tätigkeit in Augenschein.

Im übrigen gehts im obigen medial wirksamen Fall nicht um einen Banker sondern um einen Finanzberater bei dem einer der Täter auch noch angstellt war, im weiteren gehts nicht ums "letzte Hemd" ...es waren noch reichlich Immobilien in Florida vorhanden... sondern um reine Gier, also gewalttätiges Kapitalverbrechen aus Habsucht, da ist in meinen Augen jede Strafe gerechtfertigt.
Titel: Re:Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: DüDo am 16. April 2010, 15:30:23
Was soll das sein?

Der aufgeklärte Bürger weiss: Banker dienen nur einem Herrn, ihrer Bank.

Ich lass mir auch von einem Arzt nicht jeden Blödsinn aufschwatzen (Stichwort IGEL-Leistungen) nur weil man den gemeinhin "Vertrauenswürdig" nennt.

Und das Verhalten einer Kfz-Werkstatt an meinem Fahrzeug nehme ich nicht im nachhinein sondern unmittelbar und parallel zur Tätigkeit in Augenschein.

Im übrigen gehts im obigen medial wirksamen Fall nicht um einen Banker sondern um einen Finanzberater bei dem einer der Täter auch noch angstellt war, im weiteren gehts nicht ums "letzte Hemd" ...es waren noch reichlich Immobilien in Florida vorhanden... sondern um reine Gier, also gewalttätiges Kapitalverbrechen aus Habsucht, da ist in meinen Augen jede Strafe gerechtfertigt.
habsucht wohl nicht. sie wollten nur das ihm anvertrauten geld wiederhaben. ohne zinsen.

umso schlimmer, wenn der betrüger einen angestellten betrogen hat!

sie hatten nur angst und bange, dass er ohne blessuren aus seinen betrügereien herauskommt. haben sie ja geschafft. als er in der öffentlichkeit stand, nahm die staatsanwaltschaft ihre arbeit auf, obwohl vorher schon zig anzeigen gegen ihn liefen...
Titel: Re:Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Tommi am 21. April 2010, 15:35:05
ich glaub das war sogar so, dass das ein Freund von denen war, dem sie ihr Geld anvertraut haben. Da ist das noch viel schlimmer, aber trotzdem haben sie nicht das recht, ihn dann einfach zu entführen und so. davon bekommen sie das geld ja auch nicht wieder.... wenn man sich vorstellt, dass das geld ja bis zum lebensende reichen sollte und dann kommt son hammer, dann hat man schon angst sein haus zu verlieren und dann wohlmöglich in ein Altersheim umziehen zu müssen...

bitte keine werbung. danke. das männerboard
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 29. August 2014, 09:05:02
Gestern war ich nach dem Büro noch mit einem Freund unterwegs, einen Schrank für eine Bekannte transportieren. Der war in einer Altenwohnanlage abzuholen; die Bewohnerin der Wohnung war ins Pflegeheim umgesiedelt und konnte den Schrank nicht mitnehmen.

Die Anlage war ziemlich neu, groß, viel Beton und pseudogemütlich:, d.h. sinnlos verwinkelte Wohnung etc. (ich habe keine Ahnung, warum Planer glauben, alte Menschen fänden verwinkelte Räume angenehm.)

Man sollte meinen, daß so was eine tolle Einrichtung ist, aber ich wollte da so schnell wie nöglich wieder weg.

Die ganze Anlage wirkte auf mich wie ein Altenghetto, über allem waberte eine Aura der freundlichen, aber bestimmten Entmündigung. Empfangen wurden wir von einer Nachbarin der leeren Wohnung, die den Schlüssel hatte. Eine nette alte Dame mit einem deutlichen Sprachfehler (oder einem kaputten Gebiß). Sie wiederholte stereotyp die gleichen drei Sätze. Nach den dritten Durchgang hatte man trotz Sprachfehler verstanden, was sie von einem wollte, ab den 10. Durchgang wurde es lästig. In der Zwischenzeit (Schrank mußte erst zerlegt werden) tummelten sich noch ein paar Alte vor der Wohnung, die im Erdgeschoß lag, und sahen uns zu. Mir war entfallen, welches Geschick eine Ansammlung von Rentner darin entwickeln kann, im Weg zu stehen. Wahrscheinlich verblödet man, wenn man keine Aufgabe mehr hat und dazu noch in so einer Atmosphäre lebt. Irgendwann fingen bei mir sämtliche Nackenhaare an, sich aufzustellen und ich bildete mir ein, einen deutlichen Verwesungsgeruch wahrzunehmen.

Die ganze Angelegenheit war einfach schrecklich.

Ich denke, diese Altenghettos sind eine Sackgasse; da muß man ja so werden. Man kann alte Menschen nicht so behandeln; die müssen weiter unter "jungen" Menschen bleiben, damit sie nicht gaga werden.

Ich will jedenfalls lieber von der Straßenbahn überrollt werden, als in so einem Ding zu enden.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Conte Palmieri am 29. August 2014, 09:48:25
Ich will jedenfalls lieber von der Straßenbahn überrollt werden, als in so einem Ding zu enden.
Straßenbahnen gibt es auch in Rom.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 29. August 2014, 09:51:44
Natürlich würde ich lieber in Rom als in Frankfurt von einer Straßenbahn überrollt werden.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: DieFrau am 29. August 2014, 12:28:32
Natürlich würde ich lieber in Rom als in Frankfurt von einer Straßenbahn überrollt werden.

 ??? und wer hilft mir dann in der Küche?!!
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Conte Palmieri am 29. August 2014, 12:31:44
Hopper und ich  :-*
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: DieFrau am 29. August 2014, 12:35:33
na dann ist es gut  :D
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 29. August 2014, 13:24:10
Schön zu wissen, daß ich so entbehrlich bin.  :D
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Conte Palmieri am 29. August 2014, 13:34:56
Wir sind alle entbehrlich. Das Universum ist 13,ebbes Milliarden Jahre ohne uns ausgekommen und wird es wieder tun.
Wer immer mich vermisst, wird mir bald folgen.
Es ist alles ganz eitel.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: DieFrau am 29. August 2014, 14:57:27
Scheiß Universum  :schild
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: DieFrau am 29. August 2014, 15:01:40
Schön zu wissen, daß ich so entbehrlich bin.  :D

wäre nicht besser sich von dem Straßenbahn in Rom fern zu halten?  ;)
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Conte Palmieri am 29. August 2014, 15:19:05
wäre nicht besser sich von dem Straßenbahn in Rom fern zu halten?  ;)
Und wie kommen wir dann nach Trastevere?
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: DieFrau am 29. August 2014, 15:23:18
Und wie kommen wir dann nach Trastevere?

wir schon, Yossi nimmt ein Taxi  ;)
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Conte Palmieri am 29. August 2014, 15:26:36
Dann kann er auch die Weinflaschen transportieren  O0
Titel: Café Größenwahn
Beitrag von: Yossarian am 29. Oktober 2014, 10:51:52
Gestern, am frühen Abend (naja, eher später Nachmittag, aber da es ja wieder früh dunkel wird...) hatte ich einer Ecke des Frankfurter Nordends zu tun, wo es mich seit Jahren nicht mehr hin verschlagen hat. Meine Gnädigste hatte da ein Vorstellungsgespräch, und ich nutzte die Zeit, mal wieder eine Lokalität meiner Jugend aufzusuchen. Die meisten Läden gibt es ja nicht mehr, aber einige haben sich einen festen Platz in der Frankfurter Szene erobert. Ich spreche vom Café Größenwahn, das nach Auskunft des Typen, der mich bedient hat, im Dezember 36 Jahre alt wird. Ich selbst war vor mindestens 25 Jahren das letzte mal dort, es mögen inzwischen auch schon fast 30 Jahre her sein.

Schön, daß es so was noch gibt, möchte man meinen.

Beim Blick nach innen durch die Fenster sah alles noch sehr vertraut aus. Der inzwischen anscheinend obligatorische Genderdisclaimer irgendwo an der Wand ("Frankfurt soll wärmer und weiblicher werden" - Hä?), vielleicht einfach nur dem Zeitgeist geschuldet. Kaum jemand im Laden; es war ja noch früh, und ich war nicht sicher, ob die überhaupt schon auf hatten. Zu meiner Zeit sind wir da selten vor 22.00 Uhr aufgeschlagen. Es sei denn sonntags zum Frühstücken, da war es dann schon mal 12.00 oder 13.00 Uhr in der Frühe. Ich erinnere mich an ein Frühstück im Hof, wo große, spielende Hunde mit meinem Tisch kollidierten und ich aussah, als hätte ich mich auf dem Tisch in meinem Frühstück gewälzt. Statt mir mit Zerknirschung ein neues Frühstück zu zahlen, erhielt ich von den Hundebesitzern einen Vortrag über die Psychologie von Hunden. So waren sie damals schon, die "Alternativen". Aber ich war jung und scheu und zu gut für diese Welt. Heute hätte ich die Köter in die Küche gebracht, dort verwursten lassen und die Hobbyhundepsychologen gezwungen, ihre Mistviehcher vor meinen Augen aufzufressen.

Zu Essen gab es damals schon, und gar nicht mal schlecht. Es waren die ersten Versuche der Frankfurter Szene, was Leckeres zu kochen, ohne altbacken wie bei Mutti zu sein und abgehoben wie Siebeck (der nervte damals schon). Die teure Schickimickiküche als Markenzeichen der arrivierten Frankfurter Linken kam erst später mit Restaurants wie dem Gargantua, welches ich mich aus weltanschaulichen Gründen stets geweigert hatte, auch nur zu betreten.

Beim Blick auf die Karte des Größenwahn wurde mir schlecht. Sollte der Name Größenwahn inzwischen eine andere Bedeutung bekommen haben? Welcher Student oder meinetwegen Referendar kann sich Hauptgerichte um die 16,- € rum leisten? Wir reden hier nicht von Filetsteak, sondern Banalem wie Wildgulasch.

Aber gut, man mußte ja nichts Essen, damals jedenfalls nicht, und konnte sich ganz gut den Abend über von Bier zu Bier hangeln. Ich entschied mich für einen großen Kakao und suchte mir einen Tisch, weil Heißgetränke irgendwie nicht so richtig zur Theke passen.

Die Tische waren alle durchgehend und ausnahmslos reserviert.

Aus der Spontikneipe war offensichtlich ein Restaurant der Sorte "Wir-sind-vielleicht-nicht-wirklich-gehobene-Klasse-aber-deshalb-kriegt-noch-lange-nicht-jeder-der-hier-reinkommt-einen-Tisch" geworden. Reservierungen waren füher ein Unding. Man kam und hatte Glück oder wartete, bis ein Tisch frei wurde. Oder man ging woanders hin, wenn man arg hungrig war. So einfach war das Leben damals.

Gut, an meinem Tisch war ich bis 19.30 Uhr geduldet, so lange würde ich eh nicht auf meine Holde warten müssen. Lust, dort etwas zu Essen - womit ich ursprünglich mal geliebäugelt hatte - hatte ich ohnehin nicht mehr.

Der Laden fing langsam an, sich zu füllen. Ich bemerkte eine Tendenz zu Zweiklassenessern. Die, die Tische reserveren lassen und andere, die ein oder zwei Stunden vorher kommen und schnell was essen, bevor der Tisch wieder frei sein muß.

Das Publikum befremdete mich. Das war hier nicht nur ein Restaurant geworden, sondern eine Rentnerkneipe. Oder bin ich selbst wirklich schon so alt wie die anderen Gestalten, die hier rumsitzen? Vorübergehend gelingt es mir, mich mit dem Gedanken zu beschwichtigen, daß ich damals eher zu den Jüngeren gehörte und der Schuppen zu einem guten Teil von Altlinken frequentiert wurde, die bis zu 10 Jahre älter sind als ich.

Viel half das nicht.

Einen Kakao später hatte ich dann auch die Frankfurter Rundschau durch, die da auslag und fühlte mich von Minute zu Minute unwohler. Wo war meine Jugend geblieben? Was waren das für komische Leute um mich rum?

Da lief keine Musik, die Unterhaltungen waren gedämpft. Manchmal war es fast peinlich still. War das am Ende inzwischen die Kantine des Hauptfriedhofs geworden? Dafür war der eigentlich zu weit weg, jedenfalls fußläufig.

Mir war nach Schreien. Ein schöner, klarer, lauter Schrei. Nur, um zu kucken, ob diese Zombies um mich rum überhaupt reagieren.

Sehe ich wirklich aus wie die? Bin ich wirklich schon so alt?

Ich begann, die Zeitung ein zweites mal zu lesen, als endlich meine Gnädigste vor mir stand und ich aus dem Laden floh, nicht ohne zu bemerken, daß der Typ hinter der Theke deutliches Mißfallen zeigte, weil ich meine zwei Kakao abgezählt und ohne Trinkgeld bezahlte.

Bin ich wirklich schon so alt wie die da drin? Ja, meinte die gnadelos ehrlichste Frau an meiner Seite.

Wir sind dann bei einem Vietnamesen noch was Essen gegangen. Lecker Ente für nur 12 Ocken, da gab´s dann auch Trinkgeld.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Nikibo am 29. Oktober 2014, 11:02:30
Toll geschrieben, mehr davon!

Tatsächlich meide ich Lokale, wo es laut ist. Ich hab es gern ruhig und mag es, wenn die Leute gedämpfter reden.
Nach Jahren der Zwangsbeschallung habe ich Stille sehr schätzen gelernt.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 29. Oktober 2014, 11:10:22
Von laut war nicht die Rede. Der Geräuschpegel war deutlich unter dem eines normalen Restaurants. Es war ungemütlich leise.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Nikibo am 29. Oktober 2014, 11:51:13
Die haben dich misstauisch beobachtet :)
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Araxes am 29. Oktober 2014, 12:29:54
Wer den Prenzlauer Berg 1995 kennt, kann heute nur noch wehmütig daran denken. Heute ist alles schick, wohlsituiert und total langweilig. Die Kinder heißen nach Heiligen: Quentin, Jakob, Wenzel...

Die Doku ist gut: Unter deutschen Dächern: Berlin-Prenzlauer Berg (https://www.youtube.com/watch?v=DkTGlxSg1SQ)

Das Highlight kommt ab Minute 28.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: simplemachine am 29. Oktober 2014, 12:52:18
Bin ich wirklich schon so alt wie die da drin?

Man könnte natürlich auch nen Hoodie und rote Chucks anziehen und einen auf Best Ager machen.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Araxes am 29. Oktober 2014, 12:58:02
Kaffeehauschefin über Macchiato-Mütter: "Die Weiber denken, sie wären besser" (http://www.taz.de/!79576/)
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: ElTorro am 29. Oktober 2014, 13:36:39
Kaffeehauschefin über Macchiato-Mütter: "Die Weiber denken, sie wären besser" (http://www.taz.de/!79576/)
;D
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Gianluca am 29. Oktober 2014, 13:49:40
Bei den wenigen Aufenthalten in meiner Heimatstadt besuche ich immer die Kneipe, die ich schon als Schueler und spaeter als Student belagert hatte.
Da hat sich nichts geaendert.
Der Wirt (ein Grazer - @Druide: sind die alle so aus Graz?) ist immer noch so grummelig wie damals.
Die (wenigen) Gaeste sind mit mir alt geworden.
Die Musik, mal laut, mal leise, ganz so wie es dem Wirt gerade passt, ist old-fashioned.
Und wenn er mal keinen Bock hat, zapft man sich sein Bier eben selbst, Strich auf den Deckel und gut ist.
Die Ausstattung des Ladens ist nahezu unveraendert. An dieser Kneipe ist aber auch so ziemlich alles spurlos vorbei gegangen. Aber ich fuehle mich da wohl.

Nix Latte-Macchiato-Generation, nix Prosecco, nix Longdrinks. Einfaches, ehrliches Jever, sonst nix.
Das Schmalzbrot kann je nach Tagesform auch mal Maulsperre hervorrufen.

Trend-Cafe's meide ich wie die Pest.

Eine Ausnahme gibt es doch:
Vor unserem ehemaligen Schloss, das mittlerweile zu einer Mall mutiert ist, gibt es ein Cafe, das ich bei schoenem Wetter besuche, um mir die Seltsamkeiten, die D so hervor bringt, in Ruhe zu beobachten.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Conte Palmieri am 29. Oktober 2014, 14:16:38
In der Gastronomie ist Veränderung Programm.
Mir hat ein prominenter hiesiger Gastronom mal erklärt, wenn er nicht alle 5 Jahre etwas neues macht, wird es ihm langweilig.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Druide am 29. Oktober 2014, 17:27:31
@Gianluca: Auf Deine Frage, ob alle Grazer so sind - keine Ahnung,
ABER "grantige Sturschädeln" gibt's überall.

LG v. Druiden
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: grashopper am 29. Oktober 2014, 17:50:25
Wer den Prenzlauer Berg 1995 kennt, kann heute nur noch wehmütig daran denken. Heute ist alles schick, wohlsituiert und total langweilig. Die Kinder heißen nach Heiligen: Quentin, Jakob, Wenzel...

Die Doku ist gut: Unter deutschen Dächern: Berlin-Prenzlauer Berg (https://www.youtube.com/watch?v=DkTGlxSg1SQ)

Das Highlight kommt ab Minute 28.

Die Doku ist wirklich gut. Ich habe sie in voller Länge angeschaut. Wer kann sich das leisten, 3000 pro qm für einen riesigen Dachstuhl zu zahlen?

Ein Freund von mir, bei dem ich ab und zu Kurse nehme (allerdings nicht in Berlin), hat einen Sponsoren gefunden, der ihm und seinem Aquarellclub die Miete für eine Galerie-Lounge bezahlt. Scheint ein Kunstmäzen zu sein.
Jedenfalls hat der Freund vor kurzem geäußert, dass man zwar auch Sonntags irgendwo im Viertel einen Kaffee bekommt, es den "Berg" aber nicht besser machen würde. Wie immer er das auch gemeint hat.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Cine am 29. Oktober 2014, 20:03:06
Das Highlight ist definitiv ab Minute 29!

Mütter mit Säuglingen bei der musikalischen Früherziehung auf Französisch !

Wenn ich mal gegen Irgendwas demonstrieren sollte. Dann gegen so was !
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Nikibo am 29. Oktober 2014, 20:31:25
Ich hab mich weggeschmissen. Der Artikel über die Kaffeehauschefin ist auch so genial.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Araxes am 29. Oktober 2014, 21:09:22
Die Doku ist wirklich gut. Ich habe sie in voller Länge angeschaut. Wer kann sich das leisten, 3000 pro qm für einen riesigen Dachstuhl zu zahlen?

Das war der Preis vor 5 Jahren. Jetzt sind da locker 4000 € fällig. Die Ecke, der ich das zuordne (Schivelbeiner Str.), ist nicht ganz so edel wie der Kollwitzplatz, wo Thierse wohnt. Da wären jetzt um 5000 € und mehr fällig. Eine Wohnung im 1. OG liegt da jetzt bei 4000 €.

Die Tante, die die Wohnung kauft, ist mit ihrer aufgesetzten Art so ein typisches Haßobjekt für einen Berliner. Die Ironie dabei ist, daß das, was die dort so toll findet, und weshalb sie da hinwill, durch sie selber verdrängt wird, und sie das auch nicht annähernd substituieren kann.

Der Kollwitzplatz ist mir mittlerweile sehr fremd. Den porträtierten Blumenladen "Gewächshaus / Knaackstraße" scheint es auch nicht mehr zu geben. Google findet den nicht.

Zitat
Jedenfalls hat der Freund vor kurzem geäußert, dass man zwar auch Sonntags irgendwo im Viertel einen Kaffee bekommt, es den "Berg" aber nicht besser machen würde. Wie immer er das auch gemeint hat.

Also Sonntags gibt's überall Kaffee, auch um 3 Uhr Nachts. Da muß er was anderes gemeint haben. Das ist auch gar nicht schlecht, aber laut darf's nicht sein. Dann kommt die Polizei, gerufen von den Leuten, die da hingezogen sind, weil es da so "quirlig" und "kreativ" ist.

Der Prenzlauer Berg war einmal. Das ist vorbei. Kreuzberg hat es besser erwischt. Da verändert es sich zwar auch, aber diesen massiven Einfall hat es da nicht gegeben.

Es ist jetzt alles sehr nett, sehr schön anzuschauen, sehr Bio, sehr brav, sehr voll mit Kindern und Eltern, mit dieser wir-sind-nett-Einstellung, die aber hintenrum umso mehr an ihr Weiterkommen denken.

Die Frau, die da die Baugruppe (Pappelallee) leitete, habe ich auch mal kennengelernt. Die ist ok, aber so nett und konfliktfrei ist das alles nicht. Ich war bei einigen Treffen des anschließend gebauten Hauses direkt daneben. Die beiden Häuser hatten sich da schon in der Wolle wegen dem Garten. Im ersten Haus gab es eine Fraktion von Leuten, die dem neuen Haus nicht erlauben wollte, den Garten mitzunutzen, obwohl der eine große gemeinsame Fläche bildet, die man erst künstlich abtrennen müßte.

Das muß man wissen, wenn da solche Sprüche kommen wie: "in einem anderen Umfeld wohnen als da, wo der Vermieter so stachelige Hecken pflanzt..." Genau das sollte dann passieren.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: marple am 29. Oktober 2014, 21:36:08
Also ick hab nich eenen echten Berlina jehört. Noch nich mal det alte Pärchen mit der unsäglichen Ollen, die ihrm Alten dat Wort nich jejönnt hat, hat anständig berlinat.

Müssn wa echt uff unsre Kultur uffpassen tun, wa? Is ja man keene Treibhaustomate, die man eenfach runtaschluckt und wech isse, wa? Die Sprache.

Könntick lachend inne Kreissäge rennen bei. Neeeneeeneee. Ick koof mia een ollet Kissen, pack det uffe Fenstabank und schnauz die alle an. Uff echt deutsch.

Echt. Machick.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Araxes am 29. Oktober 2014, 21:46:25
Da jibs keene echten Balina mehr. Balinat wird nur noch in Ebaswalde oda Frankurt.

Ach Jott, die Maischberga bei 35:00m. Na die erzählt ja ooch'n Scheiß. Aba Hauptsache die Musik im Supamarkt stimmt. Kannste allet knicken.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: marple am 29. Oktober 2014, 21:49:33
Ick kann dir mal flüstern, det die Potsdamer dat Berlinan total verhunzt ham. Die sprechen son niedliches Salonberlinisch. So jepflegt, wa? Da muss ick manchmal echt kichan.

Und die Westberlina, die ham och so wat Süssliches. Schon nich echt schlecht, aba det Jossenhafte fehlt ma da son bisschen.

So det Zillige - "Mutta, schmeiss Stulle runta!"
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Araxes am 29. Oktober 2014, 22:48:17
Die Westberlina sprechen so'n komischet altmodischet Berlinerisch. Da muß ick imma an Ufa-Filme denken. Die sagen nich "dit", sondern "det". Stirbt ooch aus. Aba inne Umjebung sprechen se noch viel echtet Berlinerisch.

Noch watt zum Thema Nolstaljie. Dit bin icke mit meena Schwelle, meen Vadda und meene Oma inne Bänschstrasse uffm Weg zum Forki. Die hat ooch janz lustig jesprochen. Die war aus Ostpreussen. Und mein Vadda mit'n Ceaucescu-Hut...

Dit issn Schwarzweissbild, aba könnte ooch Farbe sein, wäre jakeen Untaschied zu sehn. 1970 war allet nur schwarzweiss.

(http://up.picr.de/19967930yo.jpg)
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Nikibo am 29. Oktober 2014, 22:55:02
Macht weiter, ich könnte das stundenlang lesen, besser noch hören. Der Dialekt ist einfach göttlich.

Schönes Bild mit niedlichen Kindern ;)
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: marple am 29. Oktober 2014, 23:42:30
Jetzt hab ick mir n Wolf jesucht -meene Familie wa woll nich so inne Innenstadt drinne. Oda nur nich mit Knipse. Kann och sein. Ick hab nur Fotos mit nackiche Schwestern untam Gartenschlauch. Spar ick mir jetze mal lieba.

Wo de grade UFA sachst - jenau sooo sprechen die Potsdamer. Och mit det und so. War ja och die Filmstadt mitm Babelsberg und so.



Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 30. Oktober 2014, 08:17:05
Der Artikel über die Kaffeehauschefin ist auch so genial.

Und die Kommentare untendrunter erst.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Conte Palmieri am 30. Oktober 2014, 08:36:11
Wer oder was ist oder war "Forki"?
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 30. Oktober 2014, 08:52:20
Forki (http://www.yelp.de/biz/forki-sushi-paris)
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: grashopper am 30. Oktober 2014, 09:03:07
Wer oder was ist oder war "Forki"?

Oder Forcki (http://www.mamilade.de/forcki/abenteuerspielplatz/berlin/2006620-forcki_berlin.html)
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Araxes am 30. Oktober 2014, 12:35:48
Wer oder was ist oder war "Forki"?

Der Forckenbeckplatz. Hier gibt es einen historischen Abriß (http://www.friedrichshain-magazin.de/archiv/fh-2-03/text13.html).
Viel wichtiger: Da war ein Spielplatz mit einem Betonelefant, in dessen Ohr man reinkriechen konnte. Und da ist eine große Wiese, auf der man Drachen steigen lassen konnte. Damit verbinde ich ein unbewältigtes Kindheitstraum, weil ich immer nur die billigen Papierdrachen und dicke Hanfschnnur hatte. Die sind dann nie richtig geflogen.

Da saßen auch noch die Kriegsversehrten mit Arm oder Bein ab rum und haben Karten gespielt.

Über den direkt anschließenden Zentralviehhof (http://de.wikipedia.org/wiki/Zentralvieh-_und_Schlachthof) führte vom Forckenbeckplatz eine 420 Meter lange Überfühurung zum S-Bahnhof. Der lange Jammer. Quelle (http://www.ringbahn.com/artikel.122/articles/anfang-und-ende-des-langen-jammers.html)

(http://up.picr.de/19972719dm.jpg)

"Auf der Eldenaer Straße soll es mehr Kneipen als Hausnummern gegeben haben: Die Schlachthofleute waren gute und trinkfeste Kunden, die Sitten dementsprechend handfest."

Jetzt ist da alles schick und auf dem ehemaligen Zentralviehhof ist eine perverse Townhouse-Siedlung entstanden. Speckgürtelbebauung mitten in der Stadt.

(http://blankensteinpark.de/wordpress/wp-content/gallery/51-blankensteinparkvonoben/img_6696.jpg)
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Gianluca am 30. Oktober 2014, 13:07:12
Furchtbar
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 30. Oktober 2014, 13:09:22
Zentralviehhof (http://de.wikipedia.org/wiki/Zentralvieh-_und_Schlachthof)

Die ersten drei mal hatte ich Zentralfriedhof gelesen. Mich wunderte nur, daß ein Fredhif mit Häusern überbaut worden sein soll.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Araxes am 30. Oktober 2014, 15:19:32
Manchmal findet man ja noch nette Geschichten. Komplett zu lesen im friedrichshain-magazin - Zeitschrift für Stadterneuerung (http://www.friedrichshain-magazin.de/images/FHAIN/2_14/fried2.14-final_small.pdf) auf Seite 3.

’ne Jejen-sprechanlarje?

Anfang 2000: Die Erinnerung an die Zeit
der Wende verblasste in den Köpfen
der Menschen so langsam und der
Alltag mit seinen großen und kleinen
Problemen ließ wenig Spielraum für
Sentimentalitäten. Die Sanierung des
Samariterviertels schritt voran und auch
ich war mehr mit den seinerzeitigen
Problemen beschäftigt, die meine Arbeit
mit sich brachte. Keine Zeit für Rück-
blicke. Eines Tages passierte es dann
doch, und ich wurde unverhofft in die
Zeit vor der Wende zurückversetzt. Was
war geschehen?

Die Sanierung eines klassischen Alt -
baus mit Vorderhaus, Seitenflügel,
Hinterhaus im Samariterviertel stand
an. Das Gebäude war voll belegt. Was
jedoch sofort auffiel, war der Umstand,
dass es im Haus an Kindern und jungen
Leuten mangelte. Dagegen wohnten
dort fast nur mittelalte, alleinstehende
Männer, viele mit merkwürdigen
Tätowierungen. Aufgelockert wurde
diese Herrenriege lediglich durch drei
alte Damen.

Die ungewöhnliche Bewohnerstruktur
regte meine Neugierde an. Ich sprach
mit den Mietern, und nach und nach
offenbarte sich mir ein wesentlicher Teil
der Geschichte dieses Hauses und seiner
Bewohner.

Die männlichen Mieter sind alle gleich-
zeitig dort eingezogen. Es war das Jahr
1987. Berlin (Ost) lag mit Berlin (West)
im Wettstreit darüber, wer die schönste
Feier seit der Gründung der Stadt vor sei-
nerzeit 750 Jahren auf das Parkett l egen
würde. Das Stadtjubiläum war auch der
Anlass für eine humanitäre Aktion der
besonderen Art. Die Herrschaften im
Politbüro ließen sich in einem eher selte-
nen Anflug von Menschlichkeit dazu hin-
reißen, eine Generalamnestie zu erlassen
und Hunderte verurteilter Kleinkrimi-
neller in die Freiheit zu schicken. Damit
der Pritsche in der Zelle kein Schlafplatz
unter einer der zahlreichen Brücken
Berlins folgte, wurden die Ex-Knackis in
besagtes Haus einquartiert. Das Haus
stand seinerzeit fast leer – bis auf die
Wohnungen der drei Damen – und war
im Vergleich zu den meisten Objekten
in DDR-Altbaugebieten erstaunlich gut
erhalten. Dann kam die Wende. Die
Männer blieben.

Anfang 2000 wurden wir im Zuge des
Sozialplanverfahrens vom Bezirksamt
damit beauftragt, eine Mieterversamm-
lung durchzuführen. Unsere Aufgabe
war es, die Mieter über ihre Rechte und
Pflichten im Sanierungsgebiet aufzu-
klären und ihnen unter anderem den
Unterschied zwischen Modernisierung
und Instandhaltung zu erläutern. Natür-
lich durfte auf dieser Versammlung auch
der Eigentümer nicht fehlen.

Natürlich durfte auf dieser Versammlung auch
der Eigentümer nicht fehlen.

Er, mittelständischer Handwerker und
waschechter Berliner aus dem Westteil
der Stadt, der auch einmal klein ange-
fangen hatte und sich seiner Wurzeln
bewusst war, traf den Ton. Das war auch
gut so, denn schließlich sollte er die
geplanten Baumaßnahmen vorstellen.
Er erklärte in bestem Berlinerisch den
Vorzug von zentralen Heizungsanlagen
und referierte über die Verbesserung
des Wohngefühls durch Bäder mit
Innentoiletten. Schließlich hatten viele
Wohnungen im Haus noch ein Außen-
klo.

Die Mieter hörten geduldig zu und
ließen den Eigentümer erläutern. Bis zu
dem Punkt, wo er über die Verbesserung
der Wohnqualität durch den Einbau
einer Gegensprechanlage berichtete.
Hier unterbrach ihn einer der Mieter.
Der gefühlt 2,50 Meter große Mann
räusperte sich kurz und fragte: „Wat is’n
bei na Jejensprechanlarje ’ne Fabesse-
rung?“ Der Eigentümer antwortete: „Na
ja, wissense, dann kann nich jeda unje-
betene Jast ins Haus, schließlich passiert
ja so ville.“ Da lächelte der Mieter nur,
ließ seine Hand, die an eine Druckform
für Plastik-Klodeckel erinnerte, auf die
Schulter des Hauseigentümers nieder-
sausen und entgegnete in väterlichem
Ton: „Ach weeßte, Jungchen, allet wat
dem Haus passieren kann, wohnt schon
drinne.“


Für einen Bruchteil einer Sekunde war
es mucksmäuschenstill im Raum. Dann
brachen alle Anwesenden in Lachen aus.
Das Eis war gebrochen. Die folgende
Sanierung wurde mit dem nötigen
gegenseitigen Respekt durchgeführt
und war ein voller Erfolg. Der Eigen-
tümer verfuhr bei den Mieten nach dem
Grundsatz „Leben und leben lassen“,
so dass nach der Zeit der Sanierung
alle wieder aus ihrer jeweiligen Zwi-
schenumsetzwohnung, die vom Bezirk
zur Verfügung gestellt wurde, in das
Haus zurückgezogen sind und zum größ-
ten Teil – dank bezahlbarer Mieten –
noch heute dort wohnen.

Knut Beyer
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Nikibo am 30. Oktober 2014, 17:06:20
Herzerwärmend.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 28. März 2016, 22:50:27
(http://up.picr.de/25023022cg.jpg)

In dem Alter dürfte er haftunfähig sein, da ist das mit Sicherheit eine billigere Lösung als eine Scheidung.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 28. April 2016, 08:17:56
90jährige Entführerin (http://www.rechtsanwalt-will.com/0-jaehrige-entfuehrerin/)
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 12. April 2017, 18:51:22
86jährige Sprayerin festgenommen (http://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/polizei-nimmt-86-j%C3%A4hrige-graffiti-spr%C3%BCherin-fest/ar-BBzLA5K?li=AAaxdRI&ocid=spartanntp)
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 25. Juli 2017, 14:15:54
79-jährige in ihrem Porsche mit 238 km/h in 120er-Zone geblitzt. (https://www.welt.de/vermischtes/article166949815/79-Jaehrige-doppelt-so-schnell-auf-Autobahn-wie-erlaubt.html)

Respekt.  8)

Vor wenigen Jahren hatte sich meine Mutter (jetzt 83) im Baustellenbereich auf der Autobahn ihre ersten Punkte eingehandelt, weil sie zu schnell war. Der Polizist, der sie an Ort und Stelle rausgewunken hatte, staunte nicht schlecht. Nicht auszudenken, wenn meine Mutter einen Porsche hätte...  :evil
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 03. Januar 2018, 15:09:51
Neues vom Elternunterhalt (https://www.derstandard.de/story/2000071400085/taiwanese-muss-mutter-fuer-seine-erziehung-finanziell-entschaedigen)  8)
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Korinthenkackerin am 03. Januar 2018, 20:33:42
Neues vom Elternunterhalt (https://www.derstandard.de/story/2000071400085/taiwanese-muss-mutter-fuer-seine-erziehung-finanziell-entschaedigen)  8)

 ;D
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: DieFrau am 04. Januar 2018, 02:09:43
Neues vom Elternunterhalt (https://www.derstandard.de/story/2000071400085/taiwanese-muss-mutter-fuer-seine-erziehung-finanziell-entschaedigen)  8)

Ganz schön knackig, die alte  ;D
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 14. Februar 2018, 08:47:45
Immer mehr alte Menschen im Knast. (http://www.t-online.de/nachrichten/id_83213830/immer-mehr-senioren-in-sachsen-im-gefaengnis.html)

Ist vielleicht eine Alternative zu den steigenden Pflegekosten.  :evil
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Johnbob am 14. Februar 2018, 08:54:05
Für den Steuerzahler um einges günstiger. Vielleicht möchten die auch ihre gutbetuchten Familienmitglieder entlasten.
Rund um die Uhr Betreuung, geregelter Tagesablauf...
Hoffentlich bauen die das Gefängnis nicht in ein Wohnheim um, dann würden die Kosten der Gemeinschaft wieder höher werden.  ;D
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Mattieu am 14. Februar 2018, 10:11:02
Für den Steuerzahler um einges günstiger.

Inwiefern?
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Johnbob am 14. Februar 2018, 10:21:00
Inwiefern?
Ich denke doch, das ein Gefängnisaufenthalt von den Kosten her günstiger ist als ein Pflegeheim.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 14. Februar 2018, 10:26:21
Ich denke doch, das ein Gefängnisaufenthalt von den Kosten her günstiger ist als ein Pflegeheim.

Der Tagessatz im Knast beträgt überschlägig € 130,--, wenn ich richtig informiert bin. Macht knapp € 4.000,-- im Monat, was im Vergleich zum Altersheim abhängig von der Pflegestufe teuer oder günstig sein kann.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Mattieu am 14. Februar 2018, 10:45:02
Mir ging's in dem Satz eher um den erwähnten Steuerzahler. Die Kostenträger sind bei Knast und Pflegeheim unterschiedlich, wie ich meine.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 14. Februar 2018, 11:01:38
Die Kostenträger sind bei Knast und Pflegeheim unterschiedlich, wie ich meine.

Im Prinzip ja. Aber wenn Rente und Leistungen aus der Pflegeversicherung nicht reichen, muß aus Steuermitteln (https://de.wikipedia.org/wiki/Grundsicherung_im_Alter_und_bei_Erwerbsminderung) die Differenz beglichen werden.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Johnbob am 14. Februar 2018, 11:30:52
Na gut, hätte gedacht das ein Gefängnisaufenthalt wesentlich günstiger sei als in einem Pflegeheim bei selbst geringer Pflegestufe. Da hat sich das Aufstehen heut schon wieder gelohnt!
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 14. Februar 2018, 12:28:54
Na gut, hätte gedacht das ein Gefängnisaufenthalt wesentlich günstiger sei als in einem Pflegeheim bei selbst geringer Pflegestufe.

Kreuzfahrt, Innenkabine außerhalb der Saison, ist wahrscheinlich billiger als Knast.  ;D
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Mattieu am 14. Februar 2018, 12:40:09
Kreuzfahrt, Innenkabine außerhalb der Saison, ist wahrscheinlich billiger als Knast.  ;D

... obwohl von den äußeren Bedingungen fast identisch.  8)
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 14. Februar 2018, 12:50:16
Das Essen könnte auf dem Schiff besser sein.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: nigel48 am 14. Februar 2018, 14:25:04
http://www.deutschlandfunkkultur.de/arbeit-im-gefaengnis-warum-haeftlinge-im-knast-arbeiten.976.de.html?dram:article_id=350380

https://www.welt.de/print/wams/wirtschaft/article108922358/Schuften-hinter-Gittern.html

http://www.meisterhaft-brandenburg.de/de/arbeit.html

man muss viel lesen, um an infos über das witschaften der knäste zu finden.
wenn ich richtig verstanden habe :
4/5 der insassen arbeiten.
die löhne sind niedrig,
keine sozialversicherungsbeiträge,
hochwertige arbeiten im "angebot"
2.bildungsweg vor ort,

die kosten für med. dienst, bildung, werstätten etc werden auf die haftkosten angerechnet ( daher die 4.000 monatlich pro nase),
der ertag der arbeit landet in fonds der landeskasse.
zahlen dazu findet man im netz nicht mal ansatzweise.

evtl könnte man noch den wegfall von H4+wohngeld mitrechnen.

bin mir nicht sicher, ob die knackies uns wirklich geld kosten oder evtl sogar in den landeshaushalt erträge (netto) einbringen.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 23. Mai 2018, 12:06:45
Früher gab es so was nicht. (http://www.sueddeutsche.de/panorama/usa-eltern-verklagen-sohn-weil-er-nicht-von-zuhause-ausziehen-will-1.3989638) Thoughts and prayers für die Eltern.  ;)
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Korinthenkackerin am 23. Mai 2018, 13:52:39
Früher gab es so was nicht. (http://www.sueddeutsche.de/panorama/usa-eltern-verklagen-sohn-weil-er-nicht-von-zuhause-ausziehen-will-1.3989638) Thoughts and prayers für die Eltern.  ;)

Was bin ich froh, dass meiner ausgezogen ist. Er hat ja auch immer gefrozzelt, dass er bei mir wohnen bleibt, bis er 35 ist  :evil.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: DieFrau am 23. Mai 2018, 15:23:35
35 ist schon viel.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Nikibo am 24. Mai 2018, 01:36:18
25 finde ich schon viel. Da hat man immerhin schon gute 15 Jahre aufgehört, alles supersüß zu finden, was sie so von sich geben.
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: DieFrau am 24. Mai 2018, 06:27:27
Gibt es überhaupt ein gesetzt, das die "Kinder" zum Ausziehen verpflichtet?

Wo ist das geregelt?
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Korinthenkackerin am 24. Mai 2018, 07:40:03
25 finde ich schon viel. Da hat man immerhin schon gute 15 Jahre aufgehört, alles supersüß zu finden, was sie so von sich geben.

 ;D ;D ;D
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 24. Mai 2018, 08:50:50
Gibt es überhaupt ein gesetzt, das die "Kinder" zum Ausziehen verpflichtet?

Die Frage ist falsch gestellt. Sie muß heißen: Gibt es ein Gesetz, das mich verpflichtet, mein volljähriges Kind weiter bei mir wohnen zu lassen?  ;)
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Nikibo am 24. Mai 2018, 08:53:37
Gibt es überhaupt ein gesetzt, das die "Kinder" zum Ausziehen verpflichtet?

Wo ist das geregelt?

Wie bist Du denn drauf? Das ist genetisch im Uberlebenstrieb verankert. Der der Eltern natürlich. In manchen Fällen auch im Überlebenswillen der Sprößlnge, soll ja auch miese Eltern geben. ;D
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 23. Juli 2018, 19:50:48
Yessss! (https://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-mitte-93-jaehrige-schlaegt-raeuber-in-die-flucht/22835526.html)  :evil  :musik
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: DieFrau am 23. Juli 2018, 20:09:18
Yessss! (https://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-mitte-93-jaehrige-schlaegt-raeuber-in-die-flucht/22835526.html)  :evil  :musik

Die Adresse des Zahnarztes möchte ich haben  :evil
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: marple am 25. Juli 2018, 14:53:32
Apropos Altersheim: Irgendwie ist es meiner geistlichen Verfassung nicht zuträglich, dass es immer wieder Versuche (über Twitter) gibt, mich zu einer Sugarmum zu machen.

Seit wann gehöre ich in das Suchraster: alt (okay), weiblich (naja), unglücklicher (ich lach mich tot) Single, doof (nur im Suff), naiv (pfff, klaaar) und REICH??!

Als würde ich auch nur 2 Cent dafür bezahlen, dass mir jemand Honig ums Maul schmiert. Die erkennen offensichtlich nicht mal einen trockenen Knochen, wenn sie draufbeissen.

Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 25. Juli 2018, 16:13:50
Sugarmum

Was es nicht alles gibt. Ich kannte bisher nur Sugardaddies.

Was sind das für Typen?
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: marple am 28. Juli 2018, 13:17:52
Was es nicht alles gibt. Ich kannte bisher nur Sugardaddies.

Was sind das für Typen?

Laut meinen Recherchen sitzen die in irgendwelchen afrikanischen Ländern, klauen Facebookfotos von ahnungslosen Männern ( meist US- Militär) und versuchen dich in eine Romanze zu quatschen.

Ich bin genau  einmal für etwa 4 Stunden drauf reingefallen  - aber marple ist ja von Hause aus misstrauisch, erst recht, wenn es Komplimente hagelt. Darum  habe  ich eine Foto- Revers- Suche gemacht und bin auf dutzende Fakeidentitäten mit immer den selben Fotos und auf Warnseiten gestoßen.

Weil ich  aber einmal geantwortet habe, werde ich jetzt immer wieder von anderen mit der gleichen  Masche angetwittert obwohl ich den ersten nicht mur geblockt, sondern auch bei Twitter gemeldet habe.

Bis zur Geldforderung ist es nicht gekommen, da war ich zu schnell unromantisch. Aber "mein" Romeo hat bei anderen bis zu 60.000 US- Dollar abgebettelt.

Ich bin dann in den US- Medien auf eine Reportage über einen Mann gestoßen, dessen Fotos (von ihm unbemerkt) hunderte Male weltweit zur Abzocke genutzt wurden. Da waren leider auch Fotos von seiner Ranch bei. Betrogene haben ihn damit aufgespürt und er wird wohl den Rest seines Lebens damit verbringen, gegen Windmühlen zu kämpfen. Bilderklau an sich ist wohl nicht strafbar. Viele Frauen können nicht verstehen, dass er nicht ihr Liebster ist, der ihnen sogar Verlobungsringe geschickt hat. Sie lassen ihn nicht los. Obwohl er verheiratet und auch ein Opfer ist. Vielleicht sogar das größte Opfer.

Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 07. August 2018, 16:43:04
So gefällt mir das. (https://www.omasgegenrechts.com/)

Warum gibt es das nicht in Deutschland?
Titel: Re: Robin Hood des Altersheimes
Beitrag von: Yossarian am 07. August 2018, 19:20:46
Hatten wir schon als Kurzmeldung, ist hier aber viel schöner beschrieben. (https://www.derstandard.de/story/2000084856394/heavy-metal-ist-weckamin-fuer-unsere-senioren)  ;)